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Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region - Michael Witt­wer | Trai­ner des FC Nöt­tin­gen Re­né Ron­ge

Wo­hin die Rei­se für Michael Witt­wer im DFB-Po­kal geht, das weiß der Trai­ner des FC Nöt­tin­gen rea­lis­tisch ein­zu­schät­zen: Ver­mut­lich ist die ers­te Run­de, in der sei­ne Mann­schaft heu­te um 16 Uhr ge­gen den gro­ßen FC Bay­ern München spielt, schon die End­sta­ti­on. Of­fen­si­ve Kampf­an­sa­gen wa­ren vom eins­ti­gen De­fen­siv­fuß­bal­ler nicht zu ver­neh­men. Für ihn geht es dar­um, dass sich der Fünft­li­gist aus dem Rem­chin­ger Orts­teil in sei­nem „Jahr­hun­dert­spiel“an­stän­dig prä­sen­tiert. Witt­wer („Ich war schon als Kind Bay­ern-Fan“) wirkt seit fast drei Jahr­zehn­ten in der re­gio­na­len Fuß­ball­sze­ne. 1987 be­gann er beim Karls­ru­her SC sei­ne Kar­rie­re. Mit den Ba­de­nern be­sieg­te er in den 90er-Jah­ren in der Bun­des­li­ga un­ter an­de­rem drei­mal die Bay­ern. Im Jahr 2000 wech­sel­te er nach Nöt­tin­gen, wo er erst Spie­ler war, dann Spie­ler­trai­ner und schließ­lich Trai­ner wur­de. Bei die­sen bei­den Clubs in der Re­gi­on ver­brach­te er sei­ne ge­sam­te Kar­rie­re. Und in der Re­gi­on weilt er auch fast sein gan­zes Le­ben: bei der Ar­beit in Rem­chin­gen-Nöt­tin­gen, bei der Fa­mi­lie in Kel­tern-Diet­lin­gen oder bei der Le­bens­ge­fähr­tin in Stu­ten­see-Blan­ken­loch. Be­son­ders häu­fig hielt sich Witt­wer zu­letzt in Nöt­tin­gen auf: „Das Los Bay­ern wünscht sich je­der. Aber man muss auch wis­sen, was an Ar­beit da­hin­ter­steckt“, meint der 48-Jäh­ri­ge. An­sons­ten wen­det er sich ei­nem an­de­ren Le­bens­mit­tel­punkt zu: „Diet­lin­gen ist mein Hei­mat­ort, mein Wohn­ort seit eh und je“, sagt Witt­wer. El­tern, Groß­el­tern, Kin­der, al­le wa­ren schon im­mer dort. Mit sei­ner da­ma­li­gen Frau Sa­bi­ne – die das KSC-Lied ge­sun­gen hat – bau­te er ein Haus. „Jetzt, da wir ge­schie­den sind, brau­che ich so ein gro­ßes Haus nicht mehr. Ich ha­be es in zwei Woh­nun­gen auf­ge­teilt. Ei­ne ist ver­mie­tet, in der an­de­ren wohnt mei­ne Toch­ter mit ih­rem Freund.“Au­ßer der 23 Jah­re al­ten Toch­ter wohnt in Diet­lin­gen auch der 26 Jah­re al­te Sohn. Und Witt­wer selbst hat im Haus sei­ner El­tern noch ein Zim­mer, wie er er­zählt. Au­ßer­dem ver­bringt er viel Zeit in Blan­ken­loch, wo sei­ne Le­bens­ge­fähr­tin wohnt. „Wenn sie nicht als Flug­be­glei­te­rin ar­bei­tet, dann bin ich dort“, sagt Witt­wer. Sie hat in ihm die Rei­se­lust ge­weckt. „Hob­bys ha­be ich in dem Sin­ne nicht mehr“, er­klärt er. „Ich bin tags­über in Nöt­tin­gen, abends beim Trai­ning, da­nach hab ich kei­ne Zeit für an­de­re Sport­ar­ten. Aber wir rei­sen viel, so gut es geht. Wir wol­len uns ein biss­chen was von der Welt an­schau­en.“Mallor­ca, Ka­ri­bik, Sri Lan­ka. „Am bes­ten so weit weg wie mög­lich, so­lan­ge es geht“, sagt Witt­wer, des­sen Lieb­lings­ziel Kap­stadt in Süd­afri­ka ge­wor­den ist. Dort kön­ne man gut es­sen und „ein gu­tes Glas Wein trin­ken“. Für die­sen Ge­nuss ha­ben ihn die Ge­mein­de Kel­tern und die Wein­ber­ge der Fa­mi­lie vor­ge­prägt – egal wo­hin die Rei­se geht.

Fo­to: Rub­ner

Ei­gent­lich ist er ja Bay­ern-Fan. Aber heu­te wird er sich nichts sehn­li­cher wün­schen als ei­ne Nie­der­la­ge des deut­schen Re­kord­meis­ters: Michael Witt­wer, Trai­ner des FC Nöt­tin­gen.

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