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Der Sonntag (Mittelbaden) - - Tipps & Themen - bw

Im De­zem­ber gas­tie­ren die Iro­nie­künst­ler von K.I.Z. im Karls­ru­her Subs­ta­ge. Das Kon­zert ist schon seit Wo­chen rest­los aus­ver­kauft, was ei­ni­ges über die Be­liebt­heit der Ber­li­ner Rap­per aus­sagt, die sich wahl­wei­se Kan­ni­ba­len in Zi­vil, Künst­ler im Zucht­haus oder Klos­ter­schü­ler im Zö­li­bat nen­nen – wo­für die Ab­kür­zung K.I.Z. wirk­lich steht, bleibt aber wohl für im­mer of­fen. Ih­re Mar­ken­zei­chen wa­ren ne­ben se­xis­ti­schen und pro­vo­kan­ten Tex­ten bis­her vor al­lem Sar­kas­mus, Iro­nie und in­tel­li­gen­te Wort­spie­le. Auf dem neu­en Al­bum „Hur­ra die Welt geht un­ter“gibt es ei­ne gro­ße Ve­rän­de­rung. Jetzt er­zäh­len K.I.Z. Ge­schich­ten von Ver­fall, Dro­gen- miss­brauch, Ver­ge­wal­ti­gun­gen, Ver­zweif­lung und Tod. Durch die tanz­ba­ren Beats und ein­gän­gi­gen Re­frains ge­hen vie­le der 13 Lie­der schnell ins Ohr, an den düs­te­ren Tex­ten und klu­gen An­spie­lun­gen knab­bert aber der Kopf noch ei­ni­ge Zeit. Mit dem Ti­tel­track brin­gen es K.I.Z. so­gar zu ei­nem Song mit ech­tem Som­mer­hit­po­ten­zi­al. In „Hur­ra die Welt geht un­ter“zeich­nen sie die Uto­pie ei­ner post-apo­ka­lyp­ti­schen Welt, in der es kei­ne Ge­fäng­nis­se mehr gibt, Men­schen al­les tei­len und To­ma­ten wie­der nach To­ma­ten schme­cken.

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