Ein Was­ser­trä­ger er­zählt

Die span­nen­den Me­moi­ren des ehe­ma­li­gen Rad­pro­fis Char­ly We­ge­li­us

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport -

Sein Na­me ist Char­ly We­ge­li­us. Er war elf Jah­re lang Rad­pro­fi und nahm an den här­tes­ten und be­rühm­tes­ten Ren­nen der Welt teil. Er fuhr in Di­ens­ten ab­so­lu­ter Spit­zen­mann­schaf­ten und be­saß schließ­lich so­gar ei­nen gut do­tier­ten Ver­trag. Er lern­te im Di­ens­te sei­ner Mann­schaft un­glaub­li­che Schmer­zen auf sich zu neh­men und buch­stäb­lich das Letz­te aus sich her­aus­zu­ho­len, aber er ge­wann nie auch nur ein ein­zi­ges Ren­nen. „Ich war nur ein be­zahl­tes Ar­beits­tier, ein Was­ser­trä­ger, ein Do­mes­tik“, sagt Char­ly We­ge­li­us. Un­zen­siert, haut­nah am Ge­sche­hen und un­ge­heu­er mit­rei­ßend er­zählt Char­ly We­ge­li­us in sei­nen preis­ge­krön­ten Me­moi­ren aus dem Her­zen des Pe­lo­tons. Er schreibt, wie ir­gend­wann wäh­rend sei­ner Kar­rie­re et­was Ent­schei­den­des ver­lo­ren ging. „Ir­gend­wann bot mir der Rad­sport mehr An­lass, ihn zu has­sen, als ihn zu lie­ben.“Die gla­mou­rö­sen, bun­ten Bil­der, die man von der Tour de Fran­ce kennt, kom­men in die­sem Buch nicht vor. Hier geht es um das wah­re, bru­tal har­te, schau­rig-schö­ne Le­ben ei­nes ganz nor­ma­len Rad­pro­fis. Char­ly We­ge­li­us, ge­bo­ren 1978 als Sohn ei­ner Bri­tin und ei­nes Fin­nen, wuchs im nord­eng­li­schen York auf, muss­te je­doch früh ins Aus­land ge­hen, um sei­nen Traum von ei­nem Le­ben als Rad­pro­fi zu ver­wirk­li­chen. Wäh­rend sei­ner Kar­rie­re, in der er für Spit­zen­mann­schaf­ten wie Ma­pei-Quicks­tep, Li­qui­gas und Lot­to fuhr, nahm er an 14 gro­ßen Lan­des­rund­fahr­ten teil. Seit 2012 ist er als Di­rec­teur spor­tif für das Team Gar­min tä­tig. Co-Au­tor Tom Sout­ham fuhr drei Jah­re als Pro­fi in Ita­li­en und be­stritt zwei Mal die Stra­ßen-WM an der Sei­te von Char­ly We­ge­li­us.

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