Dra­ma­ti­sche Sze­nen

Flücht­lin­ge über­ren­nen St­a­chel­draht / Tau­sen­de in See­not

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite -

Die Not Tau­sen­der Flücht­lin­ge hat zu dra­ma­ti­schen Sze­nen in Ma­ze­do­ni­en und ei­nem Groß­ein­satz im Mit­tel­meer ge­führt. Ges­tern Abend kurz vor Re­dak­ti­ons­schluss wur­de ge­mel­det, dass rund 1500 Flücht­lin­ge, die im Nie­mands­land zwi­schen Grie­chen­land und Ma­ze­do­ni­en aus­ge­harrt hat­ten, die Gren­ze nach Ma­ze­do­ni­en über­que­ren konn­ten. Die Män­ner, Frau­en und Kin­der lie­fen am Abend un­ge­hin­dert über die Gren­ze bei der Stadt Gev­ge­li­ja, be­rich­te­te ein Re­por­ter der Nach­rich­ten­agen­tur AFP. Ma­ze­do­ni­sche Po­li­zis­ten, die nach wie vor vor Ort wa­ren, schrit­ten nicht ein. Zu­vor hat­ten trotz der ver­schärf­ten Si­cher­heits­vor­keh­run­gen an der ab­ge­rie­gel­ten Gren­ze Hun­der­te Flücht­lin­ge die Gren­ze durch­bro­chen, den St­a­chel­draht nie­der­ge­ris­sen und wa­ren auf ma­ze­do­ni­sches Staats­ge­biet ge­stürmt. Die Po­li­zei setz­te Blend­gra­na­ten und Schlag­stö­cke ein, um die Men­schen zu­rück­zu­drän­gen. Die meis­ten Flücht­lin­ge stam­men aus Sy­ri­en, vie­le von ih­nen hat­ten die letz­te Nacht bei Re­gen un­ter frei­em Him­mel ver­bracht. Ma­ze­do­ni­en hat­te am Don­ners­tag den Aus­nah­me­zu­stand aus­ge­ru­fen und die Gren­ze zu Grie­chen­land prak­tisch ab­ge­rie­gelt, nach­dem dort in den ver­gan­ge­nen Wo­chen täg­lich mehr als tau­send Flücht­lin­ge ins Land ge­kom­men wa­ren. Auch am Frei­tag setz­te die Po­li­zei Blend­gra­na­ten und Schlag­stö­cke ge­gen Flücht­lin­ge ein, min­des­tens acht Men­schen wur­den ver­letzt. Da­nach wur­de die Gren­ze für meh­re­re hun­dert „ver­letz­li­che“Flücht­lin­ge wie Fa­mi­li­en mit Kin­dern oder Schwan­ge­re ge­öff­net, die mit ei­nem Zug Rich­tung Nor­den ge­bracht wur­den. Bei ei­ne dra­ma­ti­schen Ret­tungs­ak­ti­on ha­ben die ita­lie­ni­sche Küs­ten­wa­che und die Ma­ri­ne mehr als 1 200 Flücht­lin­ge aus dem Mit­tel­meer ge­ret­tet, Hun­der­te Men­schen wa­ren je­doch ges­tern Abend wei­ter in See­not. Die Ret­tungs­ak­ti­on dau­er­te ges­tern Abend noch an. Zu­vor hat­te die Küs­ten­wa­che er­klärt, bis zu 3 000 Men­schen auf 18 Boo­ten sei­en in See­not ge­ra­ten. Die Küs­ten­wa­che emp­fing nach ei­ge­nen An­ga­ben Hil­fe­ru­fe von 14 Schlauch­boo­ten so­wie von vier wei­te­ren Flücht­lings­schif­fen, die al­le of­fen­bar völ­lig über­la­den wa­ren.

Fo­to: avs

Trotz der ver­schärf­ten Si­cher­heits­vor­keh­run­gen durch­bra­chen Flücht­lin­ge ges­tern Nach­mit­tag die Gren­ze und stürm­ten auf ma­ze­do­ni­sches Staats­ge­biet.

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