Va­ter hat wohl we­nig Chan­cen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Tipps & Themen -

Die Scha­den­er­satz­kla­ge ei­nes Va­ters we­gen der Er­mor­dung sei­ner Toch­ter vor rund 34 Jah­ren hat nach vor­läu­fi­ger Ein­schät­zung der Rich­ter am Lü­ne­bur­ger Land­ge­richt wohl kei­ne Hoff­nun­gen auf Er­folg. Die Kam­mer ge­he „der­zeit“da­von aus, dass die For­de­rung ver­jährt sei, teil­te die Pres­se­stel­le des Land­ge­richts nach ei­ner vor­läu­fi­gen ers­ten Wür­di­gung im Rah­men ei­ner münd­li­chen Er­ör­te­rung mit. Ei­ne Ent­schei­dung wer­de das Ge­richt aber erst nach wei­te­ren Be­ra­tun­gen am 9. Sep­tem­ber ver­kün­den. Me­dien­be­rich­ten zu­fol­ge will der Va­ter mit sei­ner Kla­ge in ei­nem vor­ran­gig sym­bo­lisch ge­mein­ten Schritt 7 000 Eu­ro für see­li­sche Lei­den we­gen der Er­mor­dung sei­ner Toch­ter Fre­de­ri­ke er­strei­ten. Die 17-Jäh­ri­ge war 1981 ge­tö­tet wor­den. Ein Tat­ver­däch­ti­ger darf we­gen ei­nes Frei­spruchs in ei­nem Straf­ver­fah­ren aus dem Jahr 1983 trotz in­zwi­schen aus­wert­ba­rer DNA-Spu­ren, die an­geb­lich auf ihn hin­deu­ten sol­len, nicht er­neut an­ge­klagt wer­den. Den Be­rich­ten nach will der Va­ter mit sei­nem Vor­ge­hen auch auf den Be­schul­dig­ten ein­wir­ken, da­mit die­ser sich der Ver­ant­wor­tung für die da­ma­li­ge Tat doch noch stellt. In Rechts­staa­ten gilt der Grund­satz, dass das Ver­fah­ren ge­gen ei­nen Be­schul­dig­ten nach ei­ner ab­schlie­ßen­den ge­richt­li­chen Ent­schei­dung zu des­sen Nach­teil nicht er­neut auf­ge­nom­men wer­den darf. In Deutsch­land ist dies im Grund­ge­setz und in der Straf­pro­zess­ord­nung de­fi­niert.

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