Mor­bi­de Mo­de

„Kauf jetzt, stirb spä­ter“: To­des­sym­bo­le auf der Klei­dung

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Mode & Stil -

Von Chris­ti­an Au­di­gier bis Alex­an­der McQueen – vie­le be­kann­te Mo­de­de­si­gner neh­men To­ten­köp­fe oder Ske­let­te in ih­re Kol­lek­tio­nen auf. Doch was macht den Er­folg die­ser mor­bi­den Zei­chen aus und was bringt Men­schen da­zu, sich mit To­des­sym­bo­len zu schmü­cken? Die­sen Fra­gen geht die neue Aus­stel­lung „Das Se­pul­kral­kauf­haus – Buy now, die la­ter!“im Se­pul­kral­mu­se­um in Kas­sel nach. Norm­ler­wei­se be­schäf­tigt sich das Mu­se­um mit der Kul­tur des To­des, des Ster­bens, des Be­stat­tens so­wie des Trau­erns. „Wir sind im All­tag von To­des­mo­ti­ven um­ge­ben. Mo­de än­dert sich schnell, aber das To­ten­kopf­mo­tiv bleibt“, sag­te Ku­ra­to­rin Ulrike Neurath. Vor al­lem Fil­me wie „Fluch der Ka­ri­bik“, aber auch Künst­ler wie Da­mi­en Hurst hät­ten zur Ver­brei­tung bei­ge­tra­gen. Ein To­ten­kopf ha­be Men­schen frü­her in Angst und Schre­cken ver­setzt, be­rich­te­te Ku­ra­tor Ge­rold Epp­ler. Heu­te aber sei­en die Mo­ti­ve so sehr kom­mer­zia­li­siert, dass kaum ei­ner über die Be- deu­tung nach­den­ke. „Man­che se­hen in der Pi­ra­ten­flag­ge nur noch den Pi­ra­ten und nicht mehr ein To­des­mo­tiv.“In „Ab­tei­lun­gen“wie Pi­ra­ten, Kin­der, Sport oder Des­sous sind bis 8. No­vem­ber in der als Kauf­haus in­sze­nier­ten Aus­stel­lung nicht nur T-Shirts und Ta­schen zu se­hen, son­dern auch Ba­by-Stramp­ler oder BHs mit To­ten­köp­fen. Ed-Har­dyTa­schen von Au­di­gier, ein To­ten­kopfHemd von McQueen, aber auch Tri­kots aus dem Rad- und Mo­tor­rad­sport so­wie von Kampf­sport­ar­ten wer­den aus­ge­stellt. „Sport­ler wol­len da­mit Ri­si­ko­be­reit­schaft oder die ei­ge­ne Uner­schro­cken­heit sym­bo­li­sie­ren“, sag­te Epp­ler. Die mit To­ten­köp­fen ver­zier­ten Bi­kerKut­ten, die die Zu­ge­hö­rig­keit zu ei­ner Ro­cker-Grup­pe sym­bo­li­sie­ren, sind üb­ri­gens nicht zu se­hen. „Die Ro­cker­Sze­ne rückt ih­re Kut­ten nicht her­aus“, sag­te Epp­ler. Ge­mäß dem Mot­to „Buy now, die la­ter“(Kauf jetzt, stirb spä­ter) sol­len in ei­nem „Sa­le“zum En­de der Aus­stel­lung vie­le Tei­le ver­stei­gert wer­den. Das Se­pul­kral­mu­se­um hat da­zu auch ei­ne ei­ge­ne T-Shirt-Kol­lek­ti­on her­aus­ge­bracht.

„Das Se­pul­kral­kauf­haus – Buy now, die la­ter!“bis 8. No­vem­ber ím Mu­se­um für Se­pul­kral­kul­tur, Wein­berg­stra­ße 25 in Kas­sel, ge­öff­net Di­ens­tag bis Sonn­tag von 10 bis 17 Uhr, Mitt­woch von 10 bis 20 Uhr. Ein­tritt sechs Eu­ro, er­mä­ßigt vier Eu­ro, am ers­ten Mitt­woch im Mo­nat von 17 bis 20 Uhr ist der Ein­tritt frei.

Fo­tos: avs

Glit­zern­de Kno­chen­hän­de auf dem Büs­ten­hal­ter – ist das wirk­lich schön? Dar­über kann man strei­ten. Doch mitt­ler­wei­le fin­den sich auf vie­len T-Shirts, Snea­k­ern, Hand­ta­schen und selbst auf Ba­by­s­tramp­lern To­ten­schä­del und Ske­let­te. In Köln gibt es ei­ne Aus­stel­lung zu dem Phä­no­men. Ulrike Neurath hat sie ku­ra­tiert.

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