Um­stei­gen auf bes­se­ren Preis

Um­bu­chungspor­ta­le ha­ben aus Ho­tel-Hop­ping ein Ge­schäft ge­macht

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Reise & Urlaub -

Ha­be ich zum op­ti­ma­len Zeit­punkt ge­bucht? Das fragt sich je­der, der ein Ho­tel re­ser­vie­ren muss. Schließ­lich gibt es kaum noch fes­te Prei­se. Vie­le Ho­te­liers bie­ten kurz vor Schluss noch Bu­chungs­schnäpp­chen – wenn, ja wenn noch Zim­mer un­ver­kauft sind. Das nutzt ei­ne neue Ge­ne­ra­ti­on von Um­bu­chungspor­ta­len aus. Sie bie­ten Rei­sen­den an, sich Preis­er­mä­ßi­gun­gen zu ver­schaf­fen, ob­wohl die Ur­lau­ber be­reits ge­bucht ha­ben. Der Trick funk­tio­niert so: Die Um­bu­chungspor­ta­le ver­spre­chen, nach der Bu­chung bis zum Rei­se­be­ginn täg­lich zu prü­fen, ob das ge­buch­te Zim­mer bil­li­ger ge­wor­den ist. Ist das der Fall, dann stor­nie­ren sie und bu­chen gleich­zei­tig zum neu­en, güns­ti­ge­ren Preis. Dies ist mög­lich, weil we­gen des gro­ßen Wett­be­werbs­drucks vie­le Ho­tels dem Gast er­lau­ben, bis zum An­rei­se­tag kos­ten­los zu stor­nie­ren. Er­fin­der der or­ga­ni­sier­ten Preis-Nach­bes­se­rung ist das Ham­bur­ger Por­tal Tri­pre­bel. Es hat zu die­sem Zweck be­reits 2014 ei­ne Part­ner­schaft mit dem In­ter­ne­tRie­sen Ex­pe­dia ge­schlos­sen. Wird ein Zim­mer­preis bei Ex­pe­dia nach der Bu­chung güns­ti­ger, dann stor­niert Tri­pre­bel und bucht um. Der Ur­lau­ber be­kommt das Geld zu 100 Pro­zent zu­rück. Tri­pre­bel ver­dient nur dar­an, dass die Ur­lau­ber im Ver­trau­en auf den güns­tigs­ten Preis bei die­sem Por­tal ih­re Un­ter­kunft bu­chen. Al­ter­na­tiv bie­tet das Por­tal auch an, dem Gast nach­träg­lich ein bes­se­res Zim­mer zu ver­schaf­fen oder auf ein bes­se­res Ho­tel um­zu­bu­chen, so­bald das oh­ne Mehr­kos­ten mög­lich wird. Et­was an­ders ope­riert das Ber­li­ner Star­t­up Dream­chea­per. Un­ter dem Mot­to „Bu­chen Spa­ren Schla­fen“wird dort der spar­wil­li­ge Ho­tel­gast auf­ge­for­dert, „ir­gend­wo auf der Welt, auf ir­gend­ei­ner Platt­form“sein Wunsch­ho­tel zu bu­chen. An­schlie­ßend lei­tet er die Bu­chungs­be­stä­ti­gung an Dream­chea­per wei­ter. Das Por­tal ver­sucht in der Fol­ge, ei­nen bes­se­ren Preis zu fin­den und um­zu­bu­chen. Ge­lingt das, be­hält Dream­chea­per 20 Pro­zent der Preis­dif­fe­renz, den Rest er­hält der Ur­lau­ber zu­rück. In zwei von drei Fäl­len ge­lingt das, so Dream­chea­per-Chef Nat­han Ziel­ke, im Durch­schnitt spart der Kun­de über sein Un­ter­neh­men 65 Eu­ro. Und die Ho­tels? Weh­ren die sich nicht, wenn nur noch die bil­ligs­ten Prei­se ge­bucht wer­den? Kurz­fris­tig scha­det sein Por­tal den Ho­te­liers, gibt Tri­pre­bel zu. Auf lan­ge Sicht wür­den die Rei­sen­den aber da­zu er­mun­tert wer­den, frü­her zu bu­chen. In der Fol­ge könn­ten die Ho­tels sta­bi­le­re Prei­se durch­set­zen, was auch ih­nen wie­der hel­fe. Dream­chea­per-Boss Ziel­ke sieht so­gar ei­nen kurz­fris­ti­gen Vor­teil für die Ho­tels. Denn wenn er Gäs­te um­bucht, dann ge­schieht dies nicht mehr über die gro­ßen Ho­tel­por­ta­le wie Ex­pe­dia, Boo­king oder HRS, son­dern di­rekt beim Ho­tel. Das spart bei je­der Um­bu­chung durch­schnitt­lich 15 bis 35 Pro­zent Por­tal­kom­mis­si­on – und be­schert dem Ho­te­lier eben­falls sein Schnäpp­chen.

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