Alex­an­der Sa­lo­mon: Der Jüngs­te im Land­tag

Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter für Karls­ru­he

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Tho­mas Liebs­cher

Na­tür­lich bin ich am An­fang von den lang­jäh­ri­gen Ab­ge­ord­ne­ten als ,Jungspund’ ein­ge­schätzt und ei­ne Wei­le als ,der Jun­ge’ be­zeich­net wor­den. Aber nach jetzt vier Jah­ren wer­de ich schon ernst ge­nom­men“, er­zählt Alex­an­der Sa­lo­mon. Noch bis zum nächs­ten Früh­jahr darf der Karls­ru­her mit dem Ti­tel „jüngs­ter Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Ba­den-Würt­tem­bergs“le­ben. Und das stört den jetzt 29-jäh­ri­gen Grü­nen-Po­li­ti­ker über­haupt nicht. Ihm macht es viel­mehr Freu­de zu zei­gen, dass jun­ge Leu­te se­ri­ös und un­auf­ge­regt in Par­la­ment und Wahl­kreis mit­mi­schen. Et­wa im Pe­ti­ti­ons­aus­schuss bei der Beur­tei­lung von Schwarz­bau­ten oder im Land­tags­aus­schuss, der sich mit Uni­ver­si­täts­fra­gen be­fasst. Schließ­lich saß Sa­lo­mon be­reits wäh­rend des Ju­ra-Stu­di­ums in Hoch­schul­gre­mi­en. Ein güns­ti­ger Wahl­wind für die Grü­nen ver­schlug Sa­lo­mon 2011 ins Par­la­ment nach Stutt­gart. „Über- rascht war ich schon, erst über die No­mi­nie­rung, dann über die Wahl nach dem gro­ßen Er­folg mei­ner Par­tei ins­ge­samt. Aber un­vor­be­rei­tet traf mich das al­les nicht“. Nur ging es eben schnell, von der Grü­nen Ju­gend ab 2002 bis zum jun­gen Ab­ge­ord­ne­ten. „Vor al­lem die klas­si­schen Fra­gen von Krieg und Frie­den ha­ben mich da­mals zur Po­li­tik und den Grü­nen ge­bracht, es wur­de viel über den Irak und den ame­ri­ka­ni­schen Ein­marsch in das Land dis­ku­tiert.“Heu­te brü­tet Sa­lo­mon, der wie­der von sei­ner Par­tei für die nächs­te Wahl 2016 no­mi­niert wur­de, über Vor­la­gen zu Hoch­schul- und Netz­po­li­tik, The­men an de­nen er und sein gleich­alt­ri­ges Um­feld na­he dran sind. Wie Di­gi­ta­li­sie­rung auf Wirt­schaft und Ge­sell­schaft wirkt, wel­che Chan­cen in den Tech­ni­ken ste­cken, das in­ter­es­siert den jun­gen Mann mit zwei Staats­bür­ger­schaf­ten – der deut­schen und der por­tu­gie­si­schen, weil sei­ne Mut­ter aus der Nä­he der Stadt Co­im­bra stammt. Sehr rou­ti­niert spricht der Ab­ge­ord­ne­te für Karls­ru­he-West be­reits über sei­ne Re­prä­sen­ta­ti­ons­pflich­ten und Ter­mi­ne bei Fest­ak­ten, die auch er schon als ei­ne Art „Bür­ger­sprech­stun­de“an­sieht. Weil er selbst gern mit sei­ner Part­ne­rin ins Staats­thea­ter geht („Die Re­vue über Bob Dy­lan war ein­fach groß­ar­tig“), passt der Sitz im Auf­sichts­rat des Thea­ters zum Par­la­men­ta­ri­er. Dem pas­sio­nier­ten Rad­fah­rer oh­ne Au­to bleibt der gleich­alt­ri­ge Freun­des­kreis oh­ne po­li­ti­sche Be­zü­ge wich­tig. Sa­lo­mon ist Fan der Band „Die Ärz­te“und hat den Folk-Punk von „Across the Bor­der“jah­re­lang be­glei­tet.

Er fährt mit dem Rad, so oft es geht. Ein Au­to be­sitzt der Grü­nen-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Alex­an­der Sa­lo­mon nicht. Der 29-jäh­ri­ge Karls­ru­her ist jüngs­ter Lan­des­par­la­men­ta­ri­er Ba­den-Würt­tem­bergs. Fo­to: pr

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