Rin­gel­nat­ter und Co

Wenn man beim Wan­dern in Ba­den-Würt­tem­berg auf Schlan­gen trifft

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Freizeit & Ausflüge -

Er­kun­det man an war­men Ta­gen das Länd­le zu Fuß, trifft man ge­le­gent­lich auf ei­ne Schlan­ge – auch wenn sol­che Be­geg­nun­gen heu­te rar sind, weil es den Rep­ti­li­en an ge­eig­ne­tem Le­bens­raum man­gelt. Am ehes­ten sieht man sie an Wan­der­we­gen oder in na­tur­na­hen Gär­ten. Noch sind fünf der welt­weit über 2700 Schlan­gen­ar­ten in Ba­den-Würt­tem­berg zu Hau­se: Rin­gel­nat­ter, Äs­ku­lapnat­ter, Sch­lingnat­ter, Kreuz­ot­ter und As­pis­vi­per. Nur zwei da­von sind gif­tig: die Kreuz­ot­ter und die As­pis­vi­per. Bei­de sind sehr sel­ten und ste­hen auf der Ro­ten Lis­te Ba­den-Würt­tem­bergs. Die As­pis­vi­per kommt in Ba­den-Würt­tem­berg le­dig­lich im süd­li­chen Schwarz­wald in Tä­lern mit aus­ge­dehn­ten Fels­ge­bie­ten und Ge­röll­hal­den vor. Kreuz­ot­tern sind in hö­her ge­le­ge­nen, küh­le­ren La­gen des Schwarz­walds und der Schwä­bi­schen Alb so­wie in den Mo­or­ge­bie­ten des All­gäus und Ober­schwa­bens zu fin­den. Cha­rak­te­ris­tisch sind die win­kel­för­mi­ge Kopf­zeich­nung so­wie das dunk­le Zick­za­ckband auf dem grau­en oder brau­nen Kör­per. „Schlan­gen sind scheu. Sie kön­nen zwar nicht hö­ren, su­chen bei Bo­den­er­schüt­te­run­gen aber meist schnell das Wei­te“, be­rich­tet Han­nes Hu­ber vom Na­bu Ba­den-Würt­tem­berg. „Soll­te ei­ne gif­ti­ge Schlan­ge sich be­droht füh­len und aus­nahms­wei­se bei­ßen, muss man auf je­den Fall ei­nen Arzt auf­su­chen. Grund­sätz­lich gilt: Wer auf ei­ne Schlan­ge trifft, ver­sucht am bes­ten Ru­he zu be­wah­ren, das Tier nicht ein­zu­en­gen und ihm ei­ne Flucht­mög­lich­keit zu las­sen.“Leicht ver­wech­seln kann man die Kreuz­ot­ter mit der kleins­ten Nat­ter im Land, der Sch­lingnat­ter. De­ren Mus­ter äh­nelt dem ih­rer gif­ti­gen Ver­wand­ten. Mehr als dop­pelt so lang wie die Sch­lingnat­ter mit ih­ren ma­xi­mal 70 Zen­ti­me­tern wird die Äs­ku­lapnat­ter, die bis zu 180 Zen­ti­me­ter misst und in Ba­den-Würt­tem­berg nur im süd­li­chen Oden­wald be­ob­ach­tet wer­den kann. Die be­kann­tes­te Schlan­ge im Land ist die voll­kom­men harm­lo­se Rin­gel­nat­ter. Sie ist grau oder braun, ge­le­gent­lich auch grün­lich bis oliv­braun. Fühlt sich das Tier ge­fähr­det und sieht kei­ne Flucht­mög­lich­keit, bläht es sich auf, zischt hef­tig, führt mit ge­schlos­se­nem Maul Schein­bis­se aus und ent­leert zu­dem ei­ne übel rie­chen­de Flüs­sig­keit aus sei­nen Stink­drü­sen.

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