Le­ben­di­ge Tra­di­ti­on

Ein reich be­bil­der­tes Buch ver­mit­telt viel Hin­ter­grün­di­ges über Sa­lem

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Freizeit & Ausflüge -

Mön­che, die ke­geln und Bil­lard spie­len? Das gab es durch­aus. Zwar hat­te wur­den Spie­le­rei­en noch im Mit­tel­al­ter häu­fig als ver­derb­lich und got­tes­läs­ter­lich de­kla­riert, doch in der ers­ten Hälf­te des 17. Jahr­hun­derts eta­blier­te sich auch in den Zis­ter­zi­en­ser­k­lös­tern die ge­mein­sa­me „Re­krea­ti­on“, war man doch zur Er­kennt­nis ge­kom­men, dass der Ge­sund­heit zu­träg­li­che und die Ver­dau­ung för­dern­de Be­schäf­ti­gun­gen auch zur Er­neue­rung der Geis­tes­kräf­te bei­tru­gen. Nach­le­sen kann man dies in ei­nem reich be­bil­der­ten Buch über das Schloss und Klos­ter Sa­lem, das den Un­ter­ti­tel „Neun Jahr­hun­der­te le­ben­di­ge Tra­di­ti­on“trägt. Als Füh­rer durch die ein­drucks­vol­le An­la­ge am Bo­den­see taugt der Band schon we­gen sei­nes be­trächt­li- chen Ge­wich­tes nicht – doch his­to­risch, kunst- oder bau­ge­schicht­lich in­ter­es­sier­te, die ei­nen Aus­flug nach Sa­lem vor- oder nach­be­rei­ten woll­ten, wer­den ih­re Freu­de an dem von den Staat­li­chen Schlös­sern und Gär­ten her­aus­ge­ge­be­nen Band ha­ben. Auf über 300 Sei­ten ent­fal­tet sich der Reich­tum des einst größ­ten Zis­ter­zi­en­ser­klos­ters Süd­deutsch­lands: von der Grün­dung im 12. Jahr­hun­dert über die Glanz­zei­ten im Mit­tel­al­ter, den Auf­stieg zur Reichs­ab­tei, die ba­ro­cken Um­bau- und brand­be­ding­ten Neu­bau­pha­sen, die Auf­lö­sung des Klos­ters und die Zeit als ba­di­sches Schloss bis in die Ge­gen­wart span­nen sach­kun­di­ge Au­to­ren den Bo­gen. Den Ent­wick­lun­gen der neu­es­ten Zeit wird da­bei ei­ni­ger Raum zu­ge­stan­den. Da­bei geht es un­ter an­de­rem um die Sa­nie­run­gen seit 2009, um denk­mal­pfle­ge­ri­sche Aspekt und die Neu­prä­sen­ta­ti­on von Klos­ter und Schloss, bei der auch das im ver­gan­ge­nen Jahr er­öff­ne­te Klos­ter­mu­se­um ei­ne wich­ti­ge Rol­le spielt.

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