Drei WM-As­se trump­fen auf

Bolt, Ea­ton und Fa­rah über­ra­gend

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Andre­as Schir­mer und Se­bas­ti­an Stie­kel

Drei gro­ße Leicht­ath­le­ten sor­gen ges­tern für ei­nen fan­tas­ti­schen WM-Abend in Pe­king. Usain Bolt mach­te mit der ja­mai­ka­ni­sches 4x100Me­ter-Sprint­staf­fel im Su­per­tem­po sein drit­tes Ti­tel-Triple nach 2009 und 2013 per­fekt. Als wah­rer „Kö­nig der Ath­le­ten“er­wies sich Ash­ton Ea­ton: Der Ame­ri­ka­ner stei­ger­te sei­nen ei­ge­nen Zehn­kampf-Welt­re­kord auf 9 045 Punk­te. In sei­nem Schlepp­tau er­kämpf­te sich Ri­co Frei­muth aus Hal­le/Saa­le Bron­ze. Wie bei Olym­pia 2012 schaff­te der Bri­te Mo Fa­rah das Dou­ble: Nach den 10000 Me­tern sieg­te er auch über 5000 Me­ter. „Ich ha­be schon da­von ge­träumt, ein Me­dail­len­ge­win­ner un­ter den Kö­ni­gen der Leicht­ath­le­tik zu sein“, sag­te ein völ­lig aus­ge­pump­ter Frei­muth nach dem 1500Me­ter-Lauf und 8 561 Punk­te. „Das ist das größ­te Ding auf Er­den.“Frei­muth, des­sen Va­ter Uwe 1983 WM-Vier­ter für die DDR war, fei­er­te den größ­ten Er­folg sei­ner Kar­rie­re. Göt­zis-Sie­ger Kai Kaz­mi­rek wur­de mit 8 448 Punk­ten Sechs­ter. Zwei Jah­re nach Platz zwei in Moskau muss­te sich Michael Schra­der mit dem sieb­ten Rang und 8 418 Zäh­lern be­gnü­gen. Die Gren­ze sei­ner Leis­tungs­kraft hat Ea­ton noch ein­mal über­schrit­ten. Um sechs Punk­te ver­bes­ser­te er sei­ne Re­kord­mar­ke. „Das Er­geb­nis ist ein­drucks­voll“, sag­te der Olym­pia­sie­ger mit Trä­nen in den Au­gen. Nicht min­der ein­drucks­voll war der Staf­fel-Sieg Ja­mai­kas in 37,36 Se­kun­den. Schnel­ler flitz­ten nur die Ka­ri­bik-Boys bei ih­rem Welt­re­kord (36,84) selbst. Für Usain Bolt war es die elf­te WM-Gold­me­dail­le seit 2009. Chi­na und Ka­na­da rück­ten auf die Rän­ge zwei und drei vor, weil die USA mit dem zwei­ma­li­gen WMZwei­ten Jus­tin Gat­lin dis­qua­li­fi­ziert wur­de. Das deut­sche Quar­tett be­leg­te Rang vier in 38,15 Se­kun­den. Nach­fol­ger von Ro­bert Har­ting als Dis­kus-Welt­meis­ter wur­de Piotr Ma­la­chow­ski. Der Po­le setz­te sich mit 67,40 Me­tern durch. Ro­bert Har­tings jün­ge­rer Bru­der Chris­toph ver­pass­te als Ach­ter mit 63,94 Me­tern die er­hoff­te Me­dail­le. Der Deut­sche Leicht­ath­le­tik-Ver­band (DLV) leg­te Ein­spruch ein, weil der letz­te Ver­such als un­gül­tig ge­wer­tet wur­de: Die­ser wur­de aber nach dem Stu­di­um von Vi­deo­bil­dern ab­ge­lehnt: Har­ting hat­te die Ring-Ober­kan­te re­gel­wid­rig be­rührt. Olym­pia­sie­ger Ro­bert Har­ting ver­zich­te­te we­gen feh­len­der Fit­ness nach ei­nem Kreuz­band­riss auf die WM. Der DLV geht nun mit sie­ben Me­dail­len (1 Gold/3 Sil­ber/3 Bron­ze) in den Fi­nal­tag der WM. Vor zwei Jah­ren in Moskau ge­wan­nen die deut­schen Ath­le­ten sie­ben Edel­pla­ket­ten, dar­un­ter vier aus Gold. Am WM-Fi­nal­tag kann der DLV noch auf ei­ne Me­dail­le im Speer­wurf der Frau­en hof­fen. Für das Fi­na­le qua­li­fi­zier­ten sich an­ge­führt von Ti­tel­ver­tei­di­ge­rin Chris­ti­na Obergföll al­le vier deut­schen Ath­le­tin­nen. An der Zwei-Me­ter-Mar­ke kratz­te im Fi­na­le Hoch­sprin­ge­rin Ma­rie-Lau­rence Jung­fleisch. Die 24-Jäh­ri­ge aus Tü­bin­gen stei­ger­te ih­re per­sön­li­che Best­leis­tung um zwei Zen­ti­me­ter auf 1,99 Me­ter und wur­de Sechs­te. Neue Welt­meis­te­rin wur­de Ma­ria Ku­ch­i­na (Russ­land), die 2,01 Me­ter über­quer­te. Sil­ber und Bron­ze hol­ten Dop­pelWelt­meis­te­rin Blan­ka Vla­sic (Kroa­ti­en) und Olym­pia­sie­ge­rin An­na Tschit­sche­ro­wa (Russ­land). Wie bei sei­nen olym­pi­schen Heim­spie­len 2012 fei­er­te Mo Fa­rah ei­nen Dop­pel­sieg. Ei­ne Wo­che nach sei­nem Er­folg über 10000 Me­ter ge­wann der Bri­te auch das 5000-Me­ter-Ren­nen in 13:50,38 Mi­nu­ten vor dem Ke­nia­ner Cal­eb Ndi­ku (13:51,75). „Ich muss­te tief nach Gold gr­a­ben“, mein­te Fa­rah, der erst im Schluss­spurt da­von­eil­te.

Frei­muth holt Bron­ze bei den Zehn­kämp­fern

Fo­to: avs

Die elf­te WM-Gold­me­dail­le sei­ner Kar­rie­re hol­te sich Su­per­star Usain Bolt mit der ja­mai­ka­ni­schen Sprint­staf­fel, die vor Chi­na und Ka­na­da sieg­te. Das US-Quar­tett wur­de dis­qua­li­fi­ziert.

Fo­to: avs

Traum er­füllt: Ri­co Frei­muth hol­te sich die Bron­ze­me­dail­le im Zehn­kampf.

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