Es wird ge­müt­lich

Weit und weich: „Co­coo­n­ing“heißt der neue Mo­de­trend

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Mode & Stil -

Jog­ging­ho­sen statt en­ger Je­ans, di­cke Strick­pull­over statt un­be­que­mer Tops: Die Win­ter- und Herbst­mo­de wird ge­müt­lich. „Co­coo­n­ing“, al­so sich ver­pup­pen, nennt Gerd Mül­ler-Thom­kins vom Deut­schen Mo­de­in­sti­tut die­sen Trend. „Es wird haa­rig, Strick und Jer­sey sind sehr an­ge­sagt.“Die Mo­de­be­ra­te­rin Ines Mey­ro­se aus Ham­burg sieht kräf­ti­ge Woll­stof­fe und di­cke Strick­mus­ter vorn. Was aus dem ver­gan­ge­nen Jahr bleibt, ist der Over­si­ze-Trend. „Frau­en tra­gen über­gro­ße Bla­zer mit ei­nem läs­si­gen Schnitt“, sagt sie. Das wirkt nicht nur sty­lish und läs­sig, son­dern ist gleich­zei­tig auch be­quem. Wer die­sen Look noch aus­bau­en will, greift zu weit ge­schnit­te­nen Ho­sen, Ja­cken mit Schul­ter­pols­tern und lan­gen Män­teln. „Das ist ein Ge­gen­pol zur weib­li­chen Sil­hou­et­te, wirkt fast männ­lich“, er­klärt Per­so­nal Shop­pe­rin Ka­trin Thörl-Schultz aus Re­gens­burg. Ähn­lich ist es beim so­ge­nann­ten Laye­ring-Look. Da­bei wer­den meh­re­re Schich­ten in un­ter­schied­li­chen Län­gen – et­wa Shirts, Blu­se, Pull­over und Ja­cke – über­ein­an­der ge­tra­gen. Das ist nicht nur ge­müt­lich, es hat noch ei­nen an­de­ren Vor­teil: Ein Out­fit eig­net sich für ver­schie­de­ne An­läs­se, passt sich dem Ta­ges­ab­lauf spie­lend an. Im Bü­ro kommt die Blu­se zum Vor­schein, nach Fei­er­band der di­cke Strick­pul­li dar­über. Da­mit passt sich die Mo­de der mo­der­nen Frau an: Sie be­herrscht sehr vie­le Rol­len, die Klei­dung muss fle­xi­bel sein, sagt Mey­ro­se. Je mehr Ein­zel­tei­le ein Out­fit hat, des­to mehr ent­spricht es dem Patch­work der heu­ti­gen Zeit, fin­det Gerd Mül­lerThom­kins. Dann kann man den Look mit Klei­nig­kei­ten um­ge­stal­ten. Da­mit sie zu­sam­men­pas­sen, heißt das für die Ein­zel­tei­le: kla­re Schnit­te und Kon­zen­tra­ti­on auf das We­sent­li­che. „Die Klei­dung ist schlicht, aber nicht ein­fach.“Des­halb darf es bei den Far­ben schon mal kra­chen. Thörl-Schultz kün­digt kräf­ti­ge Rot­tö­ne wie Kir­schrot oder Mar­sa­la an – „ger­ne mit­ein­an­der im Mus­ter ge­mixt“. Schmut­zi­ge Schlamm­tö­ne wir­ken mit gol­de­nen Ac­ces­soires edel. Auch groß­flä­chi­ge Mus­ter sind wei­ter­hin an­ge­sagt. Be­son­ders auf dem Pon­cho, ei­nem Must-ha­ve, sind sie nicht weg­zu­den­ken. Ob ka­riert oder re­tro im Stil der 60er Jah­re – Haupt­sa­che auf­fäl­lig ge­mus­tert. Wei­ter­hin wer­den sich rie­si­ge Tü­cher durch­set­zen, die wie Woll­de­cken aus­se­hen. Sie las­sen sich ver­schie­den­ar­tig wi­ckeln – ent­we­der als Schal oder wie ein Pon­cho. „Bro­sche vor­ne dran ge­steckt, fer­tig“, sagt Mey­ro­se. Tü­cher sind All­roun­der, die zur Jog­ging­ho­se ge­nau­so gut pas­sen wie zum Over­si­ze-Bla­zer oder Kleid. Eben­falls be­quem sind Cu­lot­tes. Die ty­pi­sche Män­ner­ho­se aus dem 17. Jahr­hun­dert geht bis kurz un­ters Knie. „Nur bit­te kei­ne fla­chen Schu­he da­zu“, warnt Mey­ro­se. Denn die Ho­se wirkt kas­tig und kann ein Fi­gur­kil­ler sein. Sie wird in Kom­bi­na­ti­on mit ho­hen Ab­satz­stie­feln ge­tra­gen – die ver­de­cken dann die viel­leicht et­was kräf­ti­gen Wa­den.

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