München schlägt Alarm

10 000 wei­te­re Flücht­lin­ge ein­ge­trof­fen / Zu we­nig Not­un­ter­künf­te

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - avs

In Deutsch­land tref­fen wei­ter­hin Tau­sen­de Flücht­lin­ge ein. Nicht nur in Bay­ern wächst die Angst, der Si­tua­ti­on bald nicht mehr ge­wach­sen zu sein. Die Stadt München sieht sich in­zwi­schen am Li­mit: Nach­dem ver­gan­ge­ne Wo­che 40 000 Mi­gran­ten ein­ge­trof­fen wa­ren, wur­den bis ges­tern Abend wei­te­re 10 000 Men­schen in der Lan­des­haupt­stadt er­war­tet. Am Nach­mit­tag fehl­ten noch meh­re­re tau­send Schlaf­plät­ze. Ober­bür­ger­meis­ter Die­ter Rei­ter (SPD) ap­pel­lier­te an Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) und die an­de­ren Bun­des­län­der, München und die Re­gi­on nicht al­lein zu las­sen. In­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re mahn­te, das Tem­po des Zu­zugs müs­se ver­rin­gert wer­den: „Wir müs­sen jetzt schnell wie­der zu den ge­re­gel­ten Ver­fah­ren zu­rück­keh­ren“, sag­te der CDUPo­li­ti­ker. Vi­ze­kanz­ler Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD) sprach von ei­ner Si­tua­ti­on, in der Deutsch­land an Gren­zen sto­ße. „Die Ge­schwin­dig­keit ist fast noch pro­ble­ma­ti­scher als die Zahl“, sag­te der SPDChef bei ei­ner Ver­an­stal­tung in Hil­des­heim. Mer­kel sprach von ei­ner „un­glaub­li­chen An­stren­gung“. Bei ei­nem CDU-Kon­gress in Berlin ver­tei­dig­te sie ih­re Ent­schei­dung, Zehn­tau­sen­de Flücht­lin­ge un­re­gis­triert aus Un­garn nach Deutsch­land ein­rei­sen zu las­sen. Die Stadt München, Haupt­an­lauf­punkt für Flücht­lin­ge von der Bal­kan­rou­te, schlägt nun Alarm. Die Un­ter­brin­gung Tau­sen­der Mi­gran­ten sei un­ge­klärt, rund 3 000 bis 5 000 Not­plät­ze fehl­ten, sag­te der Re­gie­rungs­prä­si­dent von Ober­bay­ern. Um München zu ent­las­ten, soll in der Lü­ne­bur­ger Hei­de ein Dreh­kreuz für Flücht­lin­ge in Nord­deutsch­land ent­ste­hen. Asyl­be­wer­ber sol­len di­rekt per Bahn von Ös­ter­reich nach Bad Fal­ling­bos­tel ge­bracht wer­den, dort in Bus­se um­stei­gen und auf die nord­deut­schen Län­der ver­teilt wer­den. Die stei­gen­de Zahl an Flücht­lin­gen wird nach An­sicht des Deut­schen Stu­den­ten­werks die Woh­nungs­not in Groß­städ­ten auf Dau­er ver­schär­fen. Es kön­ne un­ter ein­kom­mens­schwa­chen Grup­pen zu ei­ner Kon­kur­renz­si­tua­ti­on kom­men, sag­te ein Spre­cher des Stu­den­ten­werks. Un­garn er­wägt, am Di­ens­tag we­gen des star­ken Zu­zugs von Flücht­lin­gen den Kri­sen­fall aus­zu­ru­fen. Am sel­ben Tag tritt ein neu­es Ge­setz in Kraft, wo­nach il­le­ga­ler Grenz­über­tritt in Un­garn als Straf­tat gilt. In Lon­don de­mons­trier­ten Zehn­tau­sen­de für So­li­da­ri­tät mit Flücht­lin­gen und ge­gen die Asyl­po­li­tik der bri­ti­schen Re­gie­rung.

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