Kein Steu­er­pri­vi­leg

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport -

Schwe­rer Rück­schlag für die deut­sche Be­wer­bung um den Ry­der Cup der Pro­figol­fer 2022: Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le ver­wei­gert der bran­den­bur­gi­schen Ge­mein­de Bad Saa­row, die sich um die Aus­rich­tung des Kon­ti­nen­tal­ver­gleichs zwi­schen den bes­ten zwölf Gol­fern Eu­ro­pas und der USA be­wirbt, das Steu­er­pri­vi­leg. Dies be­rich­tet das Nach­rich­ten­ma­ga­zin „Der Spie­gel“. Bran­den­burgs Fi­nanz­mi­nis­ter Chris­ti­an Gör­ke (Die Lin­ke) hat­te den An­trag ge­stellt, das größ­te Er­eig­nis im in­ter­na­tio­na­len Golf­sport ähn­lich zu be­han­deln wie Olym­pi­sche Spie­le oder Fuß­ball-Welt- meis­ter­schaf­ten und die Ver­an­stal­tung von der Steu­er frei­zu­stel­len. Gör­ke stieß mit sei­nem An­trag bei Schäu­b­le auf tau­be Oh­ren. Denn CDU-Po­li­ti­ker Schäu­b­le be­zwei­felt, dass für die Aus­rich­tung des Wett­be­werbs in Bad Saa­row ein be­son­de­res öf­fent­li­ches In­ter­es­se be­ste­he, was Vor­aus­set­zung für den Steu­er­ra­batt sei. Dies sei grund­sätz­lich bei Volks­sport­ar­ten, nicht je­doch bei Rand­sport­ar­ten an­zu­neh- men, die le­dig­lich von ei­ner Min­der­heit be­trie­ben wer­den.“Die Zah­len spre­chen je­doch ei­ne an­de­re Spra­che. Der Deut­sche Golf-Ver­band war 2014 mit 637735 Mit­glie­dern der zehnt­größ­te deut­sche Sport­ver­band, bei­spiel­wei­se vor Tisch­ten­nis (12.), den Schwim­mern (13.) und dem Ski­ver­band (14.). In den Top 50 la­gen ins­ge­samt 22 olym­pi­sche Fach­ver­bän­de hin­ter dem DGV. Der DGV muss bei ei­ner wei­te- ren har­ten Hal­tung der Po­li­tik fürch­ten, dass die Kan­di­da­tur von Bad Saa­row schei­tert, wenn die PGA of Ame­ri­ca und Ry­der Cup Eu­ro­pe als ge­mein­sa­me Ver­an­stal­ter Steu­ern zah­len müs­sen. Beim le­gen­dä­ren Kon­ti­nen­tal-Wett­kampf zwi­schen Eu­ro­pa und den USA er­war­ten die Ver­an­stal­ter bis zu 55000 Be­su­cher pro Tag. Soll­te sich Deutsch­land ge­gen die Mit­be­wer­ber Ös­ter­reich, Ita­li­en und Spa­ni­en durch­set­zen, wür­de der Um­bau aus pri­va­ten Mit­teln der An­la­gen­be­trei­ber in Bran­den­burg fi­nan­ziert. Die Ent­schei­dung über den Ry­der-Cup-Gast­ge­ber 2022 fällt im Herbst.

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