Han­dy auf dem Re­stau­rant-Tisch?

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Mode & Stil -

er hat sich dar­über nicht schon mal ge­är­gert: Man trifft ei­nen Freund und wäh­rend des Ge­sprächs schaut der im­mer wie­der auf sein Han­dy. Aber: Wer macht es selbst nicht ge­nau­so? Da­mit das nicht pas­siert, legt man das Han­dy bes­ser gar nicht erst auf den Tisch. „Das ge­hört sich ei­gent­lich nicht“, sagt Im­me Vo­gel­sang von der Ver­ei­ni­gung Eti­ket­te Trai­ner In­ter­na­tio­nal (ETI). Denn das si­gna­li­sie­re: „Schön, dass wir zu­sam­men­sit­zen, aber wenn es klin­gelt, ist et­was an­de­res wich­ti­ger als

Wdu.“Ei­ne Aus­nah­me sei es, wenn je­mand ei­ne wich­ti­ge E-Mail er­war­tet. Die­sen Grund soll­te man dem an­de­ren aber nen­nen, be­vor man das Han­dy auf den Re­stau­rant­tisch oder Tre­sen legt. Oft ist es je­doch ein­fach Rou­ti­ne, dass das Ge­rät stän­dig in greif­ba­rer Nä­he ist. „Im Grun­de sagt das aus: Wir ge­ben nur vor, uns mal wie­der für­ein­an­der Zeit zu neh­men“, so Vo­gel­sang. „Aber dann brau­che ich mich doch auch nicht ver­ab­re­den.“Die Ex­per­tin für gu­tes Be­neh­men rät da­her, das Han­dy nur in der Hand oder ne­ben sich zu ha­ben, wenn es wirk­lich nö­tig ist. „Und wenn ich es brau­che, sa­ge ich vor­weg, war­um es auf dem Tisch liegt und war­um ich es mal wäh­rend des Ge­sprächs in die Hand neh­me.“Und dann soll­te man auch wirk­lich nur ein­ge­hen­de Nach­rich­ten über­prü­fen und nicht stän­dig nach­schau­en, was im E-Mail-Ein­gang oder in so­zia­len Netz­wer­ken pas­siert. Und was ma­che ich, wenn mich das Han­dy des Ge­gen­übers auf dem Tisch stört? In die­sem Fall steckt man in ei­nem Di­lem­ma, er­klärt Vo­gel­sang, denn ei­gent­lich weist man sein Ge­gen­über nicht auf ei­nen Ben­imm-Feh­ler hin. Man wol­le das Ge­gen­über ja nicht er­zie­hen. „Aber zu­gleich si­gna­li­siert er mir mit dem Han­dy in der Hand auch man­geln­de Wert­schät­zung und Re­spekt“, er­läu­tert Vo­gel­sang. Da­her sei es in die­sem Fall in Ord­nung, den an­de­ren dar­auf hin­zu­wei­sen, dass ei­nen das Han­dy auf dem Tisch stört.

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