„Um­stieg noch nie so at­trak­tiv“

Bun­des­ver­band be­rich­tet von 30 Pro­zent mehr För­der­an­trä­gen als 2014

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sonntagskinder -

Das

Bun­des­amt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trol­le (BA­FA) ver­zeich­ne­te in die­sem Som­mer ein deut­lich ge­stie­ge­nes In­ter­es­se nach So­lar­wär­me­an­la­gen. Nach ak­tu­el­len Zah­len stieg die Zahl der För­der­an­trä­ge in den Mo­na­ten Ju­ni und Ju­li ge­gen­über dem Vor­jahr um knapp 30 Pro­zent auf 5 412 An­trä­ge. Die Ur­sa­chen für die kräf­tig an­ge­zo­ge­ne Nach­fra­ge sieht der Bun­des­ver­band So­lar­wirt­schaft (BSW-So­lar) in der deut­li­chen Ver­bes­se­rung der För­der­kon­di­tio­nen durch die Bun­des­re­gie­rung im Früh­jahr die­ses Jah­res und in dem be­son­ders son­nen­rei­chen Som­mer, der die Vor­tei­le der So­lar­ener­gie ein­drück­lich de­mons­trie­re.

Die Bun­des­re­gie­rung hat die För­der­sät­ze für So­lar­an­la­gen im April die­ses Jah­res um bis zu 100 Pro­zent an­ge­ho­ben. Ne­ben hö­he­ren Zu­schüs­sen gibt es jetzt auch ei­ne „Ab­wrack­prä­mie“für das Aus­mus­tern al­ter Heiz­kes­sel. Der Ver­band rech­net in die­sem Jahr vor dem Hin­ter­grund ver­bes­ser­ter Zu­schüs­se mit ei­ner Mo­der­ni­sie­rungs­wel­le und ei­nem wei­te­ren An­zie­hen der Nach­fra- ge. „Der Um­stieg auf So­lar­wär­me war noch nie so at­trak­tiv“, sagt Cars­ten Körnig, Haupt­ge­schäfts­füh­rer des BSW-So­lar in Berlin.

Die wich­tigs­ten Ver­bes­se­run­gen der För­de­rung noch­mals im Über­blick: Die Mindestförderung für So­lar­wär­me­an­la­gen zur Hei­zungs­un­ter­stüt­zung wur­de auf 2 000 Eu­ro an­ge­ho­ben. Bei grö­ße­ren An­la­gen mit ei­ner Kol­lek­tor­flä­che von mehr als 14 Qua­drat­me­tern win­ken hö­he­re Zu­schüs­se, weil die qua­drat­me­ter­be­zo­ge­ne För­de­rung von bis­lang 90 Eu­ro auf 140 Eu­ro je Qua­drat­me­ter Kol­lek­tor­flä­che er­höht wur­de. Wer die neue So­lar­an­la­ge mit der Mo­der­ni­sie­rung ei­ner Hei­zung ver­bin­det, er­hält zu­sätz­li­che Bo­ni von ei­ni­gen hun­dert Eu­ro.

För­der­fä­hig sind jetzt zu­dem zahl­rei­che Maß­nah­men im Zu­sam­men­hang mit der Neu­in­stal­la­ti­on ei­ner So­lar­wär­me­an­la­ge, aber auch Schrit­te zur Op­ti­mie­rung ei­ner be­reits in der Ver­gan­gen­heit ge­för­der­ten An­la­ge. Un­ter die för­der­fä­hi­gen Maß­nah­men fal­len bei­spiels­wei­se der Aus­tausch von Heiz­kör­pern durch Nie­der­tem­pe­ra­tur­heiz­kör­per, der Ein­bau ei­ner hoch­ef­fi­zi­en­ten Zir­ku­la­ti­ons­pum­pe, not­wen­di­ge bau­li­che Maß­nah­men am Heiz- und Kes­sel­raum, der Aus­bau der Alt­hei­zung und de­ren Ent­sor­gung.

Neu ist, dass auch die Er­rich­tung ei­ner So­lar­an­la­ge auf Be­stands­ge­bäu­den be­zu­schusst wird, die aus­schließ­lich der Warm­was­ser­be­rei­tung dient. Die vom Bun­des­amt BA­FA ge­währ­ten Zu­schüs­se aus dem so­ge­nann­ten Markt­an­reiz­pro­gramm (MAP) be­tra­gen hier 50 Eu­ro je an­ge­fan­ge­nem Qua­drat­me­ter Kol­lek­tor­flä­che, min­des­tens aber 500 Eu­ro. Auch die Er­wei­te­rung be­ste­hen­der Warm­was­ser­an­la­gen wird ge­för­dert. Im Neu­bau ist der Ein­satz von EE-Wär­me be­reits seit 2009 vor­ge­schrie­ben.

Hier wer­den nur be­son­ders in­no­va­ti­ve An­wen­dun­gen oder ho­he so­la­re De­ckungs­ra­ten in so­ge­nann­ten Son­nen­häu­sern ge­för­dert. Die

war­me Jah­res­zeit eig­net sich her­vor­ra­gend, um das Haus mit ver­schie­de­nen Ef­fi­zi­enz­maß­nah­men für den Win­ter zu rüs­ten.

Aber Vor­sicht ist ge­bo­ten: Nur wer sei­ne Sa­nie­rungs­maß­nah­men fach­ge­recht plant und um­setzt, pro­fi­tiert an­schlie­ßend von Ener­gie­ein­spa­run­gen und mehr Wohn­kom­fort. Die Deut­sche Ener­gie-Agen­tur (de­na) rät da­her Sa­nie­rungs­wil­li­gen zu ei­ner qua­li­fi­zier­ten Be­ra­tung und fach­ge­rech­ten Um­set­zung. „Nicht über­all, wo en­er­ge­ti­sche Sa­nie­rung drauf steht, ist auch die er­for­der­li­che Qua­li­tät ent­hal­ten“, be­tont Chris­ti­an Stol­te, Be­reichs­lei­ter En­er­gie­ef­fi­zi­en­te Ge­bäu­de bei der de­na.

„Da­mit Ef­fi­zi­enz­maß­nah­men die ge­wünsch­te Ener­gie- und Kos­ten­ein­spa­rung er­rei­chen, sind ei­ne un­ab­hän­gi­ge und pro­fes­sio­nel­le Ener­gie­be­ra­tung und ei­ne sehr gu­te Bau­aus­füh­rung ent­schei­dend.“

Die de­na emp­fiehlt grund­sätz­lich, je­des Ge­bäu­de in­di­vi­du­ell und das Haus als Ge­samt­sys­tem zu be­trach­ten. Denn je nach­dem, in wel­chem Zu­stand sich ein Ge­bäu­de be­fin­det, sind un­ter­schied­li­che Maß­nah­men sinn­voll. Bei­spiels­wei­se kön­nen Haus­be­sit­zer die Heiz­tech­nik aus- tau­schen, er­neu­er­ba­re Ener­gi­en ein­bin­den und den Ef­fi­zi­enz­stan­dard der Ge­bäu­de­hül­le in­klu­si­ve der Fens­ter ver­bes­sern.

Wel­che Sa­nie­rungs­maß­nah­men nun sinn­voll sind und wel­che För­de­rung sich am ehes­ten an­bie­tet, hängt vom je­wei­li­gen Ge­bäu­de ab. Zu­dem stel­len die fi­nan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten und die ei­ge­nen Vor­stel­lun­gen der Haus­be­sit­zer die Grund­la­gen der Pla­nung dar. Die Haus­sa­nie­rung des Nach­barn muss nicht die bes­te Lö­sung für das ei­ge­ne Haus sein.

Was sinn­voll ist, er­klä­ren er­fah­re­ne und un­ab­hän­gi­ge Fach­leu­te wäh­rend ei­ner Ener­gie­be­ra­tung, die am An­fang je­der en­er­gie­ef­fi­zi­en­ten Sa­nie­rung ste­hen soll­te. Hoch qua­li­fi­zier­te Ex­per­ten sind un­er­läss­lich, wenn es um sorg­fäl­ti­ge Be­ra­tung, Pla­nung und die fort­lau­fen­de Bau­be­glei­tung für ein Ef­fi­zi­enz­haus geht. Sie stel­len die hoch­wer­ti­ge Qua­li­tät der Sa­nie­rung si­cher und sind bun­des­weit in je­der Re­gi­on ver­tre­ten.

Un­ter www.ener­gie-ef­fi­zi­enz-ex per­ten.de fin­den Bau­her­ren nach­weis­lich kom­pe­ten­te Fach­leu­te.

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