Wa­sen-Ka­ter für den VfB

Cle­ve­re Bo­rus­sen nut­zen Stutt­gar­ter Ab­wehr­feh­ler zum 3:1-Er­folg

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Mar­tin Mora­vec

Mehr Fak­ten und Hin­ter­grün­de zur Bun­des­li­ga und zum KSC le­sen Sie in Ih­rer Ta­ges­zei­tung

Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bachs In­te­rims­trai­ner André Schu­bert klatsch­te glück­lich sei­ne Spie­ler ab, die Ki­cker des VfB Stutt­gart wirk­ten im Mit­tel­kreis mal wie­der rat­los. Die Glad­ba­cher ver­pass­ten den Schwa­ben schon am ers­ten Wa­sen-Wo­che­n­en­de ei­nen or­dent­li­chen Ka­ter. Schu­berts Mann­schaft be­zwang den VfB ges­tern im Bun­des­li­gaKel­ler­du­ell dank cle­ve­rer Chan­cen­aus­wer­tung mit 3:1 (2:1) und fei­er­te ei­ne gelungene Ge­ne­ral­pro­be für ihr Cham­pi­ons-Le­ague-Heim­spiel ge­gen Man­ches­ter Ci­ty. „Es macht mir Rie­sen­spaß“, re­sü­mier­te Schu­bert zu­frie­den. Wäh­rend die Bo­rus­sia nach ih­rem de­sas­trö­sen Sai­son­start nun ih­ren zwei­ten Sieg in Se­rie fei­er­te, kas­sier­te der VfB trotz ei­nes Sturm­laufs zum Schluss mit zahl­rei­chen Chan­cen be­reits sei­ne sechs­te Nie­der­la­ge. „Es wa­ren zu vie­le Un­zu­läng­lich­kei­ten da­bei“, kri­ti­sier­te Trai­ner Alex­an­der Zor­ni­ger. „Es gibt ein paar Kar­di­nal­pro­ble­me, die wir lö­sen müs­sen.“Vor 51020 Zu­schau­ern schock­ten Ka­pi­tän Gra­nit Xha­ka (17.) und aus­ge­rech­net Stutt­garts Spiel­füh­rer Chris­ti­an Gent­ner (20.) mit ei­nem Ei­gen­tor per Kopf in sei­nem 200. VfB-Bun­des­li­ga­spiel die Schwa- ben. Nach ei­nem Foul an Da­ni­el Di­da­vi ge­lang Da­ni­el Ginc­zek (40./Elf­me­ter) mit sei­nem drit­ten Sai­son­tor nur noch der An­schluss. Raf­fa­el (90.) be­straf­te den VfB kurz vor dem Ab­pfiff per Kon­ter end­gül­tig. Vier ih­rer letz­ten fünf Auf­trit­te am Neckar hat die Bo­rus­sia da­mit ge­won­nen. „Wir glau­ben dar­an, was wir tun“, ver­such­te Gent­ner nach sei­nem miss­glück­ten Ju­bi­lä­ums­spiel Zu­ver­sicht aus­zu­strah­len. Es feh­le nur an Nuan­cen, um dau­er­haft er­folg­reich zu sein, mein­te der von Achil­les­seh­nen-Pro­ble­men ge­plag­te Ka­pi­tän. Stutt­garts Trai­ner Zor­ni­ger än­der­te sei­ne Start­for­ma­ti­on nach dem 3:1 bei Han­no­ver 96 nicht, sein Ge­gen­über Schu­bert er­setz­te nur in der In­nen­ver­tei­di­gung Al­va­ro Do­m­in­guez dies­mal durch Ha­vard Nordtveit. Die ers­ten bei­den Tref­fer der Gäs­te fie­len fast wie aus dem Nichts – al­ler­dings be­güns­tigt durch irr­wit­zi­ge Ball­ver­lus­te und Zu­ord­nungs­feh­ler in der De­fen­si­ve der Haus­her­ren. Nach ei­nem Frei­stoß von Raf­fa­el ließ Flo­ri­an Klein Bo­rus­sia-Ka­pi­tän Xha­ka ent­ei­len, der Schwei­zer köpf­te zur Füh­rung ein. Nur drei Mi­nu­ten spä­ter war die Stutt­gar­ter Ver­tei­di­gung wie­der un­ge­ord­net. Nach ei­ner Flan­ke von Os­car Wendt fälsch­te Gent­ner Patrick Herrmanns Kopf­ball un­halt­bar für den un­si­che­ren Pr­ze­mys­law Ty­ton ins ei­ge­ne Tor ab. Die Schwa­ben um den nim­mer­mü­den Spiel­ma­cher Di­da­vi ver­kürz­ten aber noch vor der Halb­zeit. Es war be­reits der ach­te Straf­stoß, den die Bo­rus­sia in bis­lang neun Pflicht­spie­len ver­ur­sach­te. Der VfB dräng­te da­nach auf den Aus­gleich. Doch Ab­spiel­feh­ler lu­den die Glad­ba­cher im­mer wie­der zum Kon­tern ein. Selbst aus­sichts­rei­che Ge­le­gen­hei­ten konn­ten aber Ginc­zek (57.), Di­da­vi (59.) und aus kür­zes­ter Dis­tanz der ein­ge­wech­sel­te Alex­an­dru Ma­xim (68.) nicht ver­wer­ten. Den Fans ge­fiel im­mer­hin der schwä­bi­sche Sturm­lauf. Schu­berts Trup­pe ging auf der Ge­gen­sei­te schlud­rig mit den ei­ge­nen we­ni­gen Chan­cen um. Am En­de reich­te es auch dank des spä­ten Raf­fa­el-Tref­fers den­noch, um den Stutt­gar­tern das Start-Wo­che­n­en­de des Cann­stat­ter Volks­fes­tes zu ver­mie­sen.

Fo­to: avs

Star­ke Vor­stel­lun­gen: Bo­rus­sen-Ka­pi­tän Gra­nit Xha­ka (rechts) und VfB-Spiel­ma­cher Da­ni­el Di­da­vi präg­ten das Spiel ih­rer Mann­schaf­ten. Doch nur Xha­ka, der die Gäs­te aus Mön­chen­glad­bach nach 17 Spiel­mi­nu­ten per Kopf­ball erst­mals in Füh­rung brach­te, hat­te am En­de Grund zum Ju­beln. Die „Foh­len“sieg­ten mit 3:1 – dar­an än­der­te auch der An­schluss­tref­fer von Di­da­vi zum 1:2 nichts mehr.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.