Wehr­lein hat DTM-Ti­tel vor Au­gen

Der 20-Jäh­ri­ge kann heu­te am Nür­burg­ring die Meis­ter­schaft be­reits per­fekt ma­chen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Mar­co Hei­bel

For­mel-1-Er­satz­fah­rer Pas­cal Wehr­lein (Mer­ce­des) hat im DTM-Meis­ter­schafts­kampf für ei­ne Vor­ent­schei­dung ge­sorgt. Der 20 Jah­re al­te Ta­bel­len­füh­rer fuhr ges­tern beim viert­letz­ten Sai­son­ren­nen auf dem Nür­burg­ring mit dem schwers­ten Au­to im Feld auf Platz drei und kann sich be­reits heu­te zum jüngs­ten Meis­ter in der Ge­schich­te der Tou­ren­wa­gen­se­rie krö­nen. Mit sei­ner neun­ten Top-Fünf-Plat­zie­rung im 15. Lauf er­wies sich Wehr­lein ein­mal mehr als der kon­stan­tes­te Fah­rer im Feld. Der Schwa­be fuhr den drit­ten Rang hin­ter dem in der Fah­rer­wer­tung ab­ge­schla­ge­nen Bel­gi­er Ma­xi­me Mar­tin (BMW) so­wie Edo­ar­do Mort­a­ra (Au­di/Ita­li­en) cle­ver nach Hau­se, wäh­rend sein ärgs­ter Ti­tel­ri­va­le Mat­ti­as Ek­ström (Schwe­den/Au­di) als Zehn­ter nur ein Pünkt­chen sam­mel­te. Wehr­lein stock­te sein Kon­to da­mit auf 155 Punk­te auf, sein Vor­sprung auf Mort­a­ra be­trägt 27, auf Ek­ström 28 Zäh­ler. Um heu­te Meis­ter zu wer­den, be­nö­tigt Wehr­lein ne­ben ei­nem ei­ge­nen Sieg und 25 Punk­ten aber Schüt­zen­hil­fe: So­wohl Mort­a­ra als auch der zwei­ma­li­ge Cham­pi­on Ek­ström dür­fen hier­zu nicht bes­ser ab­schnei­den als Rang neun. Nach ei­nem ful­mi­nan­ten Start von Platz drei ging Wehr­lein als Füh­ren­der in die ers­te Kur­ve, kol­li­dier­te aber nach re­so­lu­tem Ein­satz mit dem BMW von Mar­tin und fiel mit klei­ne­ren Schä­den am Chas­sis auf Rang vier zu­rück. „Im Au­to dach­te ich, Ma­xi­me wä­re in mich rein­ge­fah­ren, aber nach An­sicht der TV-Bil­der muss ich das zu­rück­neh­men“, sag­te Wehr­lein. Noch in der ers­ten Run­de rück­te das Sa­fe­ty-Car aus, nach­dem der drei­ma­li­ge Sai­son­sie­ger Ja­mie Gre­en (Groß­bri­tan­ni­en/Au­di) nach ei­nem Dreher mit sei­nem Mar­ken­kol­le­gen Mi­guel Mo­li­na (Spa­ni­en) kol­li­diert war. We­gen Öls auf der Stre­cke wur­de das Ren­nen nach drei Run­den un­ter­bro­chen. Nach dem Re-Start pro­fi­tier­te Wehr­lein in Run­de 15 von ei­nem Kon­takt zwi­schen den vor­aus­fah­ren­den Bru­no Speng­ler (Ka­na­da/BMW) und Mort­a­ra, wo­durch er sich auf den drit­ten Platz ver­bes­ser­te. Speng­ler (104 Punk­te) schied in­fol­ge der Kol­li­si­on aus und hat wie Gre­en (107) und der siebt­plat­zier­te Ti­tel­ver­tei­di­ger Mar­co Witt­mann (BMW/104) nur noch theo­re­ti­sche Ti­tel­chan­cen. Im Fal­le des Ti­tel­ge­winns darf Wehr­lein auf die Be­för­de­rung in die Kö­nigs­klas­se des Mo­tor­sports hof­fen. „Er muss die DTM ge­win­nen. Dann wer­den wir se­hen, ob wir ihn in der For­mel 1 un­ter­brin­gen“, hat­te Mer­ce­des-Mo­tor­sport­chef To­to Wolff in der Vor­wo­che er­klärt. Heu­te fin­det auf dem Ei­fel­kurs der 16. Sai­son­lauf (13.35 Uhr/ARD) statt, das Qua­li­fy­ing star­tet um 10.55 Uhr. Das DTM-Sai­son­fi­na­le steigt am 17./18. Ok­to­ber auf dem Ho­cken­heim­ring.

Fo­to: avs

Auf Kurs in Rich­tung Sieg: Der Bel­gi­er Ma­xi­me Mar­tin ge­wann den gest­ri­gen DTM-Lauf am Nür­burg­ring. Als Drit­ter ver­tei­dig­te Mer­ce­des-Pi­lot Pas­cal Wehr­lein sei­ne Füh­rung in der Ge­samt­wer­tung. Bei güns­ti­gem Renn­ver­lauf könn­te der 20-Jäh­ri­ge schon heu­te sei­nen Ti­tel­ge­winn per­fekt ma­chen.

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