Come­back: a-ha mel­den sich zu­rück

Ei­gent­lich hat­te sich Nor­we­gens Pop-Ex­port 2010 auf­ge­löst / Neue CD und neue Tour­nee

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite -

Von we­gen Be­zie­hungs-Aus: Die drei Her­ren von a-ha, Nor­we­gens größ­ter Pop-Ex­port al­ler Zei­ten, ha­ben sich nach fünf Jah­ren Tren­nung doch wie­der zu­sam­men­ge­rauft. Nicht all­zu lan­ge ist es her, da be­trau­er­ten An­hän­ger rund um den Glo­bus noch das En­de des Er­folgs­tri­os, das sich mit Gas­sen­hau­ern wie „Ta­ke on Me“oder „Cry Wolf“schon in den 80ern in Eu­ro­pas Mu­sik­ge­schich­te ver­ewigt hat­te. Aber der vom Te­e­nie-Schwarm zum an­spruchs­vol­len Song­wri­ter ge­reif­te Front­mann Mor­ten Har­ket hat nun mit den Mit­strei­tern Ma­gne Fu­ru­hol­men und Pål Waaktaar-Sa­voy ein neu­es Stu­dio­pro­jekt ge­stemmt. Oben­drein gab es bei der Ver­lei­hung des Deut­schen Ra­dio­prei­ses in Ham­burg ei­ne Son­der­aus­zeich­nung: Die Nor­we­ger wur­den für ih­re lan­ge, „au­ßer­ge­wöhn­li­che Kar­rie­re“ge­ehrt. Drei Jahr­zehn­te ganz vorn da­bei, dann ein lau­tes Fi­na­le mit viel Tamtam, jetzt die über­ra­schen­de Wie­der­ver­ei­ni­gung – ist das bloß kal­tes Mar­ke­ting-Kal­kül oder doch hei­ße Mu­sik-Lei­den­schaft? „2010 ha­ben wir klar an­ge­kün­digt: Wir hö­ren auf“, räumt Har­ket im In­ter­view ein. Hin­ter­her sei man in­des im­mer klü­ger: „Pau­se statt En­de wä­re der bes­se­re Be­griff ge­we­sen.“Letzt­lich kom­me es auf die Qua­li­tät des fri­schen Ma­te­ri­als an. „Hört euch das Al­bum an und ent­schei­det, ob es ein hin­rei­chen­der Grund für un­se­re Rück­kehr ist.“Was auch im­mer die Mo­ti­ve hin­ter dem Neu­be­ginn sind: Die Plat­te „Cast in Steel“dürf­te die Her­zen vie­ler Fans hö­her­schla­gen las­sen. Denn die Band ist auch bei et­li­chen Hö­rern, die nicht un­be­dingt auf ge­tra­ge­ne Bal­la­den oder auf Ra­dio-Schnul­zen ste­hen, in­zwi­schen längst re­spek­tiert. Die a-ha-ty­pi­schen, sphä­ri­schen Syn­thie- und Strei­cher-Tö­ne – blau­er Him­mel, fah­le Son­ne, nor­di­sche Küh­le – so­wie nach­denk­li­che Pas­sa­gen wech­seln ein­an­der ab. Ent­spann­te Po­phym­nen und et­was Elek­tro-Re­tro run­den den Sound ab. Im Schluss-Song „Good­bye Thomp­son“ver­ar­bei­tet WaaktaarSa­voy den Ab­schied aus der ge­lieb­ten New Yor­ker Wohn­stra­ße. Nord­land-Pop wur­de der spe­zi­el­le Stil­mix von a-ha oft ge­nannt. Die Band ließ sich aber auch von Gen­res wie Brit-Pop, Rock oder po­pu­lä­rer Klas­sik be­ein­flus­sen. Um­ge­kehrt be­tont sie gern ih­re Aus­strah­lung auf an­de­re Grup­pen, die man beim ers­ten Hin­hö­ren nicht mit aha ver­bin­den wür­de: Al­ter­na­tiv-Ex­pe­ri­men­ta­lis­ten wie Ra­dio­head oder Welt­stars wie Cold­play. Mit dem Cold­play- Bas­sis­ten Guy Ber­ry­man be­treibt Key­boar­der Fu­ru­hol­men auch das Ge­mein­schafts­pro­jekt Ap­pa­rat­jik. Es war ein wei­ter Weg. Nach dem durch­schla­gen­den De­büt „Hun­ting High And Low“(1985) düm­pel­ten die Nor­we­ger An­fang der 90er ein we­nig vor sich hin, 1994 kam die ers­te Tren­nung. Man ha­be sich miss­ver­stan­den und in ei­ne be­stimm­te Ecke ge­drängt ge­fühlt, er­zählt Fu­ru­hol­men – der auch bil­den­der Künst­ler und Film­mu­sik-Kom­po­nist ist – über je­ne Zeit. „Mi­nor Earth Ma­jor Sky“mar­kier­te 2000 dann die Re­nais­sance, die CD er­ober­te Platz eins der deut­schen Charts. Es folg­ten „Li­fe­li­nes“(2002) und das durch­wach­sen auf­ge­nom­me­ne, ro­cki­ge „Ana­lo­gue“(2005). Ur­sprüng­lich soll­te „Foot of the Moun­tain“(2009) den Schluss­ak­kord set­zen; ei­lig wur­den Ab­schieds­kon­zer­te, ei­ne Best-of-Plat­te und ein Live-Al­bum nach­ge­scho­ben. Na­tür­lich wird jetzt auch das neue Werk mit ei­ner ei­ge­nen Tour un­ters Volk ge­bracht: 2016 sind zahl­rei­che Sta­tio­nen in Deutsch­land ge­plant.

Fo­to: avs

Und plötz­lich sind sie wie­der gu­te Freun­de: a-ha mit Mor­ten Har­ket, Ma­gne Fu­ru­hol­men und Pål WaaktaarSa­voy über­ra­schen ih­re Fans mit ei­nem neu­en Al­bum. Ei­ne Tour gibt’s dann na­tür­lich auch.

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