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Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region - Tho­mas Liebs­cher

Die Idee für sein er­folg­rei­ches Pro­dukt schnapp­te er ne­ben­bei auf. Hol­ger Tut­tas hat­te gera­de ei­ni­ge sei­ner „nor­ma­len“Karls­ru­he-Post­kar­ten in ei­ne Buch­hand­lung ge­bracht, als je­mand ihm nach­rief: „Ma­chen Sie doch mal was über die Bau­stel­len“. Das war im Au­gust 2013 die pas­sen­de An­sa­ge für den schnel­len Gra­fi­ker und Fo­to­gra­fen. „In we­ni­gen St­un­den ha­be ich Auf­nah­men von den Bau­stel­len zur U-Strab ge­macht und mit ei­nem kit­schi­gen Her­zen auf ei­ne Post­kar­te ,Gruß aus Karls­ru­he’ ge­bracht“, er­zählt Tut­tas. Da­mit traf er genau den lo­ka­len Zeit­geist. Das iro­ni­sche Pro­dukt brach­te auf den Punkt, was den ge­plag­ten Ein­woh­nern und Be­su­chern auf dem Her­zen lag. Tut­tas schuf das grif­fi­ge Sym­bol zur Bau­stel­len-Haupt­stadt. Zwei wei­te­re Post­kar­ten be­scher­te er ihr, au­ßer­dem sein Lieb­lings­stück, den Auf­kle­ber „Karls­ru­he – Das Er­leb­nis groß­ar­ti­ger ba­di­scher Bau­kunst“. Hat sich der 48-Jäh­ri­ge als „Bau­stel­len­ge­win­ner“in zwei Jah­ren ei­ne gol­de­ne Na­se ver­dient? Tut­tas schmun­zelt: „Nein, das si­cher nicht, ich fah­re im­mer noch mei­nen 20 Jah­re al­ten Po­lo. Aber die Nach­fra­ge hält an, das ist schon cool, wenn vie­le mei­ne Pro­duk­te ken­nen.“Gera­de hat er auch noch Tas­sen mit Bau­stel­len-Bil­dern her­aus­ge­bracht. Das nächs­te Karls­ru­hePro­dukt ist in Ar­beit, aber noch Ge­schäfts­ge­heim­nis. Das Ta­ges­ge­schäft von Tut­tas sind gra­fi­sche Gestal­tun­gen. Mit viel Ein­satz hat er sich ein Bü­ro und Kun­den auf­ge­baut. Der eins­ti­ge Bau­zeich­ner drück­te nach zehn Jah­ren im Job noch­mal die Schul­bank, war mit über 30 Stu­dent an der Fach­hoch­schu­le Karls­ru­he („Der letz­te im al­ten Stu­di­en­gang Kar­to­gra­fie“) und schätzt es, ne­ben den Auf­trä­gen vie­le ei­ge­ne künst­le­ri­sche Ide­en akri­bisch um­setz­ten zu kön­nen. „Ich mag es, zu tüf­teln und an den Pro­duk­ten zu fei­len“. Im klei­nen Ate­lier in der West­stadt prä­sen­tiert er bei­spiels­wei­se groß­for­ma­ti­ge „Äs­the­ti­sche Fo­to­gra­fie“, auf­ge­nom­men mit sei­ner ge­lieb­ten al­ten Pen­tax oder der mo­der­nen Ca­non. Die Wald­fo­tos lie­gen ihm be­son­ders am Her­zen. Denn der viel­sei­ti­ge In­ge­nieur zieht sich im­mer wie­der sonn­tags bei­spiels­wei­se in den Pfäl­zer- wald zu­rück. Dort fin­det er beim Wan­dern Ent­span­nung und In­spi­ra­ti­on. „Auch der Ober­wald ge­hört zu mei­nen Lieb­lings­wäl­dern und die Bu­chen­wäl­der am Ett­lin­ger Watt­kopf“, er­zählt Tut­tas. Die Sonn­ta­ge mün­den bei dem Sing­le („Ich bin noch auf der Su­che nach der rich­ti­gen Frau fürs ent­spann­te ge­mein­sam Äl­ter­wer­den“) im Stu­di­um der ARDTat­ort-Kom­mis­sa­re, je­nen „pri­vat meist eben­so ein­sa­men Wöl­fen“, so Tut­tas mit fei­nem, hin­ter­grün­di­gem Lä­cheln. Sei­nen Ur­laub ver­bringt er im Som­mer gern am Chiem­see, im Win­ter an der Nord­see. Auch dort be­kommt der täg­li­che Jog­ger den Kopf frei von Bild­schirm­ar­beit und geht ihm ein na­tür­li­ches Licht auf, was er denn als Nächs­tes auf die Bei­ne stel­len will.

Fo­to: Ar­tis

Er hat die er­folg­rei­chen Karls­ru­her Bau­stel­len-Post­kar­ten ent­wor­fen: Hol­ger Tut­tas. Der 48-Jäh­ri­ge setzt sei­ne Ide­en gern ganz schnell um. Auch groß­for­ma­ti­ge Wald­fo­tos stam­men von ihm.

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