Bo­den­stän­dig: Der Lie­der­ma­cher Rai­ner Mar­kus Wim­mer

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Rai­ner Mar­kus Wim­mer | Lie­der­ma­cher Tho­mas Liebs­cher

Gar­ten und Gi­tar­re: Im ei­ge­nen Rüppur­rer Grün ern­tet Rai­ner Mar­kus Wim­mer Ki­wi, Quit­ten oder Sa­lat aus dem rü­cken­scho­nen­den Hoch­beet. Mit der Gi­tar­re „züch­te­te“er be­reits 100 Lie­der und ern­te­te in 30 Jah­ren viel An­er­ken­nung und Bei­fall als ne­ben­be­ruf­li­cher Künst­ler. „Seit die­sem Jahr kann ich mich da rich­tig aus­to­ben. Ich bin noch nicht in Ren­te, las­se aber mei­ne bis­he­ri­ge Ar­beit als frei­be­ruf­li­cher In­ge­nieur ru­hen und ha­be rich­tig Zeit für mei­ne Mu­sik und mei­ne Tex­te“, er­zählt der 62-Jäh­ri­ge. Karls­ru­hes Stadt­ge­burts­tag be­scher­te dem Lie­der­ma­cher An­re­gun­gen und Auf­tritts­mög­lich­kei­ten. Wim­mer zog sei­ne schwarz-gel­ben Fä­cher-Fei­er-Schu­he an und sang „Dan­ke Karl für die­se Stadt / Dan­ke Karl für un­se­re Stadt“. In ei­nem an­de­ren Lied wür­digt er Os­ten­dorf­platz, Gar­ten­stadt und Mär­chen­vier­tel“, al­so sein Rüppurr, un­ter an­de­rem mit der Ver­to­nung ei­nes Schen­ken­dor­fGe­dichts. Al­le ein­gän­gi­gen lo­ka­len Lie­der sind auf der neu­es­ten CD zu hö­ren. Wim­mers Re­per­toire ist weit viel­fäl­ti­ger, wie sechs Al­ben seit 1989 be­wei­sen. „Im­mer wenn so­zu­sa­gen das Fass der Ge­dan­ken voll war, ha­be ich ei­ne neue pro­du­ziert und bei der Zu­sam­men­ar­beit mit an­de­ren Mu­si­kern sehr viel ge­lernt“, er­zählt der Gi­tar­rist. Mit fei­nem Hu­mor, aber auch viel Ernst­haf­tig­keit kom­men Wim­mers Lied­tex­te da­her. Gern stellt er Po­si­ti­ves her­aus: Bei­spiels­wei­se beim „Lob des gu­ten Es­sens“, beim Blick aufs ei­ge­ne 60. Le­bens­jahr oder das ers­te des En­kels. Das be­wuss­te Nach­den­ken über Po­li­tik fließt in Lie­der ein, mit de­nen die sanf­te Stim­me in­halt­lich Här­te zeigt. „Das heißt es dann: „Hem­mungs­lo­se Lob­by­is­ten / ge­hö­ren in die Mot­ten­kis­ten.“Da­zu flie­gen die Fin­ger be­ein­dru­ckend leicht über die Gi­tar­ren­sai­ten. Am Frei­tag, 9. Ok­to­ber, ist der Mu­si­ker im Pa­vil­lon „K Punkt.“am Ett­lin­ger Tor in Karls­ru­he zu er­le­ben, Be­ginn ist um 20 Uhr. Dann kom­men au­ßer­dem die „Wim­me­ricks“zum Ein­satz. Das sind mal kür­ze­re, mal län­ge­re, aber im­mer wort­spiel­rei­che, wir­kungs­vol­le Ge­dich­te, die auch in Bü­chern er­schie­nen. Sie er- innern an die un­ver­wüst­li­chen Ver­se von Heinz Er­hardt. Ein ru­hi­ges Do­mi­zil als Lie­der­schmie­de muss­te Wim­mer nicht lan­ge su­chen. Er wohnt in je­nem Haus der Gar­ten­stadt, in dem er auf­wuchs. Nicht nur dort ruht der Künst­ler-In­ge­nieur in sich. Er weiß, wo­hin er künst­le­risch noch ab­he­ben will, „aber ich kann lang­sam ein­che­cken. Das hat wohl auch da­mit zu tun, dass ich Yo­ga ent­deckt ha­be, um den Kör­per in Schuss zu hal­ten.“Um in Karls­ru­he un­ter­wegs zu sein, nutzt er vor al­lem das Fahr­rad. Gern steu­ern er und sei­ne Frau Mu­sik­ver­an­stal­tun­gen in klei­ne­rem Rah­men an, au­ßer­dem schät­zen Sie das Ba­di­sche Staats­thea­ter. Sie pfle­gen al­so gern die Kul­tur. Fast so gern wie den ei­ge­nen Gar­ten.

Fo­to: Ar­tis

Er kom­po­niert und schreibt Lie­der seit vie­len Jahr­zehn­ten: Rai­ner Mar­kus Wim­mer. Fei­nen Hu­mor, viel Po­si­ti­ves so­wie ei­ni­ge ernst­haf­te Ge­dan­ken bringt er mit der Gi­tar­re rü­ber.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.