„Kei­ne gro­ße Räu­mung“

Kult-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Lüp­po Cra­mer setzt sich für Künst­ler ein

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region -

Jetzt ha­ben es die Künst­le­rin­nen und Künst­ler, die zum Teil seit über 20 Jah­ren in ih­ren Ate­liers hin­term Karls­ru­her Haupt­bahn­hof ar­bei­ten, schwarz auf weiß in der Hand: Vor we­ni­gen Ta­gen ver­schick­te die Stadt Karls­ru­he die Kün­di­gun­gen zum 31. März 2016 (der SONN­TAG hat­te vor ei­ner Wo­che aus­führ­lich über die Si­tua­ti­on be­rich­tet). Die Karls­ru­her Kult-Ge­mein­de­rats­frak­ti­on hat die an­ge­kün­dig­te Räu­mung „mit Er­stau­nen“zur Kennt­nis ge­nom­men, wie de­ren Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Lüp­po Cra­mer Ober­bür­ger­meis­ter Frank Men­trup in ei­nem Schrei­ben vom 30. Sep­tem­ber wis­sen lässt. „Nach Auf­fas­sung der Kult-Frak­ti­on deckt der im Ju­li ge­fass­te Ge­mein­de­rats­be­schluss die­ses Vor­ge­hen in kei­ner Wei­se“, schreibt Cra­mer und be­grün­det dies so: „Punkt 2 des Ge­mein­de­rats­be­schlus­ses sieht vor, dass zu­nächst ein Zu­kunfts­kon­zept für das Are­al ,Hin­term Haupt­bahn­hof‘ durch die Stadt in Zu­sam­men­ar­beit mit den dort an­säs­si­gen Künst­lern er­stellt wer­den soll.“Ein sol­ches Kon­zept lie­ge aber noch gar nicht vor. Bei der Er­stel­lung des Kon­zepts, so Cra­mer, sol­le man doch bit­te „die Er­fah­run­gen der heu­ti­gen Nut­zer ernst­haft und ehr­lich nut­zen.“Zu­dem ha­be die Stadt, so Cra­mer, bis­her noch nicht „dar­ge­legt, dass ei­ne Räu­mung zum jet­zi­gen Zeit­punkt un­aus­weich­lich und al­ter­na­tiv­los“sei. „Auch die Mög­lich­keit ei­ner ab­schnitts­wei­sen Sa­nie­rung, Ge­bäu­de für Ge­bäu­de, soll­te im Zu­sam­men­hang mit dem Kon­zept be­trach­tet wer­den“. Da­mit ent­fal­le „ei­ne gro­ße Räu­mung zum März 2016.“An­de­re Pro­jek­te (zum Bei­spiel Al­ter Schlacht­hof oder Hof­gut Ma­xau) hät­ten in der Ver­gan­gen­heit ge­zeigt, dass ein groß­flä­chi­ges Vor­ge­hen bei der Sa­nie­rung „oh­ne­hin un­rea­lis­tisch“sei. „Nichts wä­re für das An­se­hen der Stadt schäd­li­cher als ent­mie­te­te, leer ste­hen­de Räu­me, in de­nen mo­na­te­lang nichts oder nur we­nig pas­siert.“Ins­ge­samt, so Lüp­po Cra­mer, ste­he die Räu­mung der Ate­liers „zum jet­zi­gen Zeit­punkt“auf „recht­lich un­si­che­ren Bei­nen“. Vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt könn­te sie noch „ge­kippt“wer­den. Des­halb bit­te er, wie üb­ri­gens auch all je­ne Künst­ler, die mit dem SONN­TAG ge­spro­chen ha­ben, um ein „an­de­res, ko­ope­ra­ti­ves Vor­ge­hen.“Kom­me es zu ei­ner wei­te­ren Kon­fron­ta­ti­on, schä­di­ge das „auch das Image der Stadt in der Ge­sell­schaft“.

Fo­to: Ar­tis

Ei­ne Künst­ler­ko­lo­nie mit viel Flair ist in den ver­gan­ge­nen 22 Jah­ren hin­ter dem Karls­ru­her Haupt­bahn­hof ent­stan­den. Die Stadt möch­te die Ate­lier­s­nut­zung in ih­rer jet­zi­gen Form be­en­den.

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