Ba­di­sches Der­by vor vol­lem Haus

KSC emp­fängt heu­te den SC Frei­burg

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Harald Lin­der

Wenn heu­te Nach­mit­tag rund 27 000 Zu­schau­er im Wild­park­sta­di­on ge­mein­sam das „Bad­ner­lied“sin­gen wer­den, zeigt das die Ver­bun­den­heit zur Re­gi­on, die so­wohl im Sü­den als auch in der Nord­hälf­te des Lan­des sehr aus­ge­prägt ist. Da­mit sind die Ge­mein­sam­kei­ten beim „Ba­di­schen Clá­si­co“, wie man das 28. Ba­di­sche Der­by zwi­schen den bei­den Tra­di­ti­ons­clubs Karls­ru­her SC und SC Frei­burg durch­aus be- zeich­nen kann, aber auch schon er­schöpft. Denn da ist zum ei­nen der SC Frei­burg, der als Ta­bel­len­zwei­ter der 2. Fuß­bal­lBun­des­li­ga schon 20 Punk­te auf dem Kon­to hat. Auf der an­de­ren Sei­te Gast­ge­ber KSC, der mit gera­de mal acht Zäh­lern auf Ta­bel­len­platz 14 in be­denk­li­cher Nä­he zur Ab­stiegs­zo­ne ran­giert. Heu­te (13.30 Uhr) gas­tiert nun der Erst­li­ga-Ab­stei­ger aus Frei­burg beim Bei­na­he-Auf­stei­ger im Karls­ru­her Wild­park und wäh­rend die Mann­schaft von Chris­ti­an Streich den Wie­der­auf­stieg schon fest im Vi­sier hat, kämpft der KSC noch mit den Fol­gen des Nicht-Auf­stiegs – und sucht wei­ter nach der Form der ver­gan­ge­nen Sai­son. Dass die Blau-Wei­ßen an­ge­sichts die­ser Kon­stel­la­ti­on heu­te nicht als Fa­vo­rit auf den Platz ge­hen, liegt auf der Hand. Den­noch sieht KSC-Trai­ner Mar­kus Kauc­zin­ski sei­ne Mann­schaft nach dem 1:1 in Hei­den­heim „auf ei­nem gu­ten Weg“. Op­ti­mis­tisch stimmt den 45Jäh­ri­gen, dass sei­ne Spie­ler auf der Ost­alb „bis zur letz­ten Mi­nu­te ge­kämpft“ha­ben und des­halb in der Nach­spiel­zeit durch den Frei­stoß­tref­fer von En­ri­co Va­len­ti­ni noch mit dem spä­ten Aus­gleich be­lohnt wur­den. „Wir wer­den auch ge­gen Frei­burg al­les raus­hau­en und al­les da­für tun, um die Punk­te hier­zu­be­hal­ten“, ver­spricht Kauc­zin­ski sei­nem Ge­gen­über Chris­ti­an Streich, mit dem ihn ein freund­schaft­li­ches Ver­hält­nis ver­bin­det, ei­nen hei­ßen Tanz. Frei­burgs Übungs­lei­ter hat durch­aus Re­spekt und spricht von „ei­nem Kampf auf Bie­gen und Bre­chen“in ei­nem „ba­di­schen Der­by, in dem bei­de Mann­schaf­ten wie die Lö­wen kämp­fen wer­den. Wir müs­sen al­les ein­brin­gen, sonst wer­den wird dort den Kür­ze­ren zie­hen“, sag­te Streich in der Ab­schluss­pres­se­kon­fe­renz in Frei­burg. Aber er freue sich auf die­se Du­ell „zwei­er tol­ler Ver­ei­ne“, so Frei­burgs Coach wei­ter. Genau wie Kauc­zin­ski sieht er kei­ne Ver­an­las­sung, gro­ße per­so­nel­le Än­de­run­gen in sei­nem Ka­der vor­zu­neh­men, in dem mit Nils Pe­ter­sen der zur­zeit er­folg­reichs­te Tor­jä­ger der Zwei­ten Li­ga steht. Oder mit Vin­cen­zo Grifo ein Ak­teur, der in der A-Ju­gend beim KSC aus­ge­bil­det wur­de und über Hof­fen­heim und Frankfurt jetzt im Breis­gau of­fen­bar sei­ne fuß­bal­le­ri­sche Hei­mat ge­fun­den hat. Mar­kus Kauc­zin­ski weiß um die Of­fen­siv­kraft des SC Frei­burg, der mit 21 To­ren bis­her die meis­ten Li­ga­tref­fer er­ziel­te und der ne­ben Pe­ter­sen auch noch an­de­re „ge­fähr­li­che Leu­te hat“. Da müs­se man

Todt: Man kann auch den Fa­vo­ri­ten schla­gen

als Mann­schaft gut ver­tei­di­gen, aber auch „un­ser ei­ge­nes Spiel nach vor­ne ver­bes­sern und mehr Mög­lich­kei­ten her­aus­spie­len“, ließ der KSC-Übungs­lei­ter im Trai­ning un­ter der Wo­che ver­stärkt An­griffs­va­ri­an­ten üben. Wert leg­te er aber auch auf das Ver­hal­ten bei Stan­dard­si­tua­tio­nen, das an­ge­sichts von neun Ge­gen­tref­fern aus sol­chen Si­tua­tio­nen „ver­bes­sert wer­den müs­se“. Ge­lingt es den Platz­her­ren die­se An­fäl­lig­keit ab­zu- stel­len, könn­ten sie dem Fa­vo­ri­ten aus Frei­burg durch­aus Pa­ro­li bie­ten. Oder, um es in den Wor­ten von KSC-Sport­di­rek­tor Jens Todt zu sa­gen: „Man kann auch den Fa­vo­ri­ten schla­gen“. Ge­lei­tet wird das Der­by von Schieds­rich­ter Wolf­gang Stark (Lands­hut).

Fo­to: GES

Vor­freu­de rund um den Wild­park ist groß: Der KSC, links En­ri­co Va­len­ti­ni, der dem Ta­bel­len-14. der 2. Bun­des­li­ga zu­letzt in Hei­den­heim ei­nen Punkt be­scher­te, sagt dem Zwei­ten SC Frei­burg den Kampf an.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.