Spon­so­ren ge­gen Blat­ter

Co­ca-Co­la und Co for­dern so­for­ti­gen Rück­tritt

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - avs/SO

Die ers­ten Spon­so­ren for­dern das so­for­ti­ge En­de der Amts­zeit von Jo­seph Blat­ter an der Spit­ze des Fuß­ball-Welt­ver­ban­des Fi­fa. Am 2. Ok­to­ber for­mier­ten sich die bei­den US-Un­ter­neh­men Co­ca-Co­la und McDo­nald’s ge­gen den 79 Jah­re al­ten Schwei­zer, ge­gen den in sei­nem Hei­mat­land ein Straf­ver­fah­ren läuft. „Mit je­dem Tag, der ver­geht, wer­den das Bild und der Ruf von der Fi­fa wei­ter be­fleckt“, hieß es von Co­ca-Co­la, der seit über 50 Jah­ren den Welt­fuß­ball­ver­band spon­sert. Zum Woh­le des Sports ru­fe man Blat­ter da­her auf, so­fort zu­rück­zu­tre­ten, so dass ein glaub­wür­di­ger und nach­hal­ti­ger Re­form­pro­zess so früh wie mög­lich be­gin­nen kön­ne. Ähn­lich for­mu­lier­te es McDo­nald’s in sei­nem State­ment: „Wir glau­ben, dass es im In­ter­es­se des Spiels wä­re, wenn Fi­fa-Prä­si­dent Sepp Blat­ter so­fort zu­rück­tre­ten wür­de, so dass der Re­form­pro­zess mit der Glaub­haf­tig­keit ge­führt wer­den kann, die not­wen­dig ist.“Ne­ben dem Fas­tfood-Rie­sen und dem Ge­trän­ke­her­stel­ler for­der­ten auch das Kre­dit­kar­ten-Un­ter­neh­men Vi­sa so­wie die Groß­braue­rei An­heu­ser-Busch den so­for­ti­gen Rück­tritt Blat­ters. Die un­miss­ver­ständ­li­chen Auf­for­de­run­gen der Fi­fa-Groß­spon­so­ren ka­men vier Ta­ge, nach­dem Blat­ter an sei­nem Amts­sitz in Zü­rich al­ler­dings klar­ge­macht hat­te, nicht vor der Neu­wahl am 26. Fe­bru­ar ab­zu­tre­ten. Er hat­te am Mon­tag in ei­ner Re­de vor Fi­fa-Mit­ar­bei­tern be­tont, nichts Il­le­ga­les ge­tan zu ha­ben. Und auch nach den Mit­tei­lun­gen der Fi­fa-Part­ner am Frei­tag be­kräf­tig­te Blat­ter, nicht vor den Wah­len sei­nen Pos­ten zu räu­men. In ei­nem State­ment sei­ner An­wäl­te hieß es, dass Blat­ter re­spekt­voll der Po­si­ti­on von Co­ca-Co­la wi­der­spre­che. Wenn er nun sein Bü­ro ver­las­sen wür­de, wä­re das nicht zum bes­ten Woh­le der Fi­fa und es wür­de auch nicht den Re­form­pro­zess vor­an­brin­gen, glau­be er. Die Kon­se­quenz: Er wer­de nicht zu­rück­tre­ten. (Sie­he auch „Sport­kom­men­tar“auf Sei­te 13). Vor ei­ner Wo­che hat­te die Schwei­zer Bun­des­an­walt­schaft mit­ge­teilt, dass ge­gen Blat­ter „ein Straf­ver­fah­ren we­gen des Ver­dachts der un­ge­treu­en Ge­schäfts­be­sor­gung so­wie – mög­li­cher­wei­se – we­gen Ver­un­treu­ung er­öff­net“wur­de. Die Fi­fa wird seit Mo­na­ten vom schwers­ten Kor­rup­ti­ons­skan­dal ih­rer Ge­schich­te er­schüt­tert. Der Sport­ar­ti­kel-Kon­zern adi­das ver­zich­tet hin­ge­gen vor­erst auf die For­de­rung nach ei­nem so­for­ti­gen Rück­tritt des Fi­fa-Prä­si­den­ten. Zur Per­son Blat­ter will sich der „ewi­ge“Fi­fa-Part­ner adi­das der­zeit nicht äu­ßern.

Fi­fa-Chef denkt aber über­haupt nicht dar­an

Fo­to: avs

Ge­wich­ti­ges Wort? Jetzt ist auch für Fi­fa-Top-Spon­so­ren wie den Fas­tfood-Rie­sen McDo­nald’s das Maß voll. Sie mei­nen, Jo­seph S. Blat­ter muss an der Spit­ze des Welt­fuß­ball­ver­ban­des so­fort weg.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.