Ti­tel zum 21. Ge­burts­tag?

DTM-Fi­na­le Hockenheim: Pas­cal Wehr­lein kann jüngs­ter Meis­ter wer­den

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport -

Ein Schwa­be aus Sig­ma­rin­gen steht in Hockenheim, Ba­den, vor dem größ­ten Er­folg sei­ner Mo­tor­sport­kar­rie­re: Pas­cal Wehr­lein, 20, jüngs­ter Fah­rer in den Deut­schen Tou­ren­wa­gen Mas­ters (DTM) al­ler Zei­ten, jüngs­ter Lauf­sie­ger, und beim Sai­son­fi­na­le vom 16. bis 18. Ok­to­ber auf dem Ho­cken­heim­ring Top­fa­vo­rit auf den Ti­tel, der ihm kaum noch zu neh­men sein dürf­te. 165 Zäh­ler er­ar­bei­te­te sich der Mer­ce­des­Pi­lot in den bis­he­ri­gen 16 Ren­nen; Au­dis Top­fah­rer Edo­ar­do Mort­a­ra (128) und Mat­ti­as Ek­ström (127) ha­ben nach je­weils null Punk­ten beim zwei­ten Lauf ver­gan­ge­nen Sonn­tag auf dem Nür­burg­ring vor dem letz­ten Renn-Dop­pel­pack nur noch theo­re­ti­sche Chan­cen auf die Meis­ter­schaft. „Es gibt noch 50 Punk­te, und es kann in Hockenheim noch viel pas­sie­ren“, sagt Pas­cal Wehr­lein. „Aber wenn es nicht ganz schlimm läuft, dann sieht es gut aus“, weiß der ehr­gei­zi­ge Youngs­ter auch. Wäh­rend Wehr­lein über die ge­sam­te Sai­son die kon­stan­tes­te Leis­tung ab­lie­fer­te, hat­te Mort­a­ra mit Aus­nah­me von Rang zwei beim Sams­tags­lauf auf dem Nür­burg­ring in den letz­ten sechs Ren­nen nichts Zähl­ba­res vor­zu­wei­sen. Noch dürf­ti­ger die Aus­beu­te von Mar­ken-Kol­le­ge Ek­ström: Ein ma­ge­res Pünkt­chen aus sechs Läu­fen – der Schwe­de ver­lor nicht erst vor der Nür­burg-Sil­hou­et­te den An­schluss. „Na­tür­lich macht der Blick auf die Ta­bel­le gera­de nicht viel Spaß“, mein­te der Ita­lie­ner Mort­a­ra, nach­dem sich die „Rauch­wol­ken“des aus Au­di-Sicht un­fei­nen Mer­ce­des-Auf­trit­tes in der Ei­fel et­was ver­zo­gen hat­ten. Und Mat­ti­as Ek­ström, der DTM-Cham­pi­on von 2004 so­wie 2007, füg­te hin­zu: „ Wir brau­chen nichts schön zu re­den. Das war ein ver­korks­tes Wo­che­n­en­de zur kom­plett fal­schen Zeit. Aber je­der, der mich kennt, der weiß: Gra­tu­lie­ren wer­de ich erst am Sonn­tag­abend in Hockenheim.“Nach dem „Schne­cken-Krach in der DTM“(Bild) fiel es den Au­di-Leu­ten schwer, am Nür­burg­ring die Con­ten­an­ce zu wah­ren. Mer­ce­des-Fah­rer sol­len ent­ge­gen den Ab­spra­chen zwi­schen den drei Mar­ken-La­gern „für schö­nen Mo­tor­sport“(Mer­ce­des-DTM-Boss Ul­rich Fritz: Die Fra­ge ist, wo da die Gren­ze ist am Schluss) im­mer lang­sa­mer ge­wor­den sein; da­mit Wehr­lein nicht nur vor­bei­zie­hen, son­dern auch ei­ni­ge Punk­te mehr ma­chen konn­te – und Au­dis DTMMo­tor­sport­chef Die­ter Grass als mög­li­che Kon­se­quenz gar ei­nen Aus­stieg der In­gol­städ­ter aus der Se­rie nicht aus­schlie­ßen woll­te. Da­bei hat sich das in die­ser Sai­son neu ein­ge­führ­te Renn­for­mat mit je ei­nem Meis­ter­schafts­lauf am Sams­tag und ei­nem am Sonn­tag als durch­aus ak­ti­vie­ren­de Frisch­zel­len­kur er­wie­sen. Die sport­li­che Bi­lanz mit zwölf ver­schie­de­nen Sie­gern in 16 Sai­son­läu­fen be­legt die Leis­tungs­dich­te der bis­he­ri­gen Sai­son. BMW-Fah­rer Mar­co Witt­mann (mit 104 Punk­ten vor Hockenheim Sechs­ter) wird sei­ne Kro­ne zwar nicht ver­tei­di­gen kön­nen, die „Vi­ze­meis­ter­schaft“ist für den Fran­ken aber eben­so wie für den BMW-Bes­ten, Bru­no Speng­ler (119 Punk­te/4.), oder Ja­mie Gre­en (Au­di/107) noch drin – und für die Münch­ner der als äu­ßerst pres­ti­ge­träch­tig gel­ten­de Ti­tel „DTM-Mar­ken­cham­pi­on“. Pas­cal Wehr­lein aber, der am Fi­nalSonn­tag in Hockenheim sei­nen 21. Ge­burts­tag fei­ert, kann jüngs­ter Cham­pi­on der DTM-Ge­schich­te wer­den – und für Mer­ce­des erst­mals wie­der seit 2010 (Paul di Res­ta) die Fah­rer­wer­tung ho­len. Pas­cal Wehr­lein fährt aber auch für sei­ne Zu­kunft. Ge­winnt er die DTM, winkt viel­leicht so­gar die For­mel 1.

„Rauch­wol­ken“vor dem Sai­son­ab­schluss

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