Be­reit für die „Six Days“

Öns­ba­cher Bahn­rad­pro­fi Achim Bur­kart liebt die Hal­len-At­mo­sphä­re

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport -

In der sti­cki­gen At­mo­sphä­re ei­ner über­füll­ten Sport­are­na fühlt sich Achim Bur­kart so rich­tig zu Hau­se. Vom oh­ren­be­täu­ben­den Lärm lässt sich der 23-jäh­ri­ge Öns­ba­cher da­bei eben­so we­nig aus der Ru­he brin­gen wie durch den per­ma­nen­ten olfak­to­ri­schen Mix aus kal­tem Schweiß, fet­ti­gen Brat­würs­ten und ab­ge­stan­de­nem Bier. Die tra­di­tio­nel­len Sechs-Ta­ge-Ren­nen ha­ben es dem Rad­pro­fi aus dem Acher­ner Stadt­teil ein­fach an­ge­tan – und trotz gol­de­ner Herbst­ta­ge mit spät­som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren freut sich der ge­bür­ti­ge Büh­ler be­reits auf die ers­ten Hal­len­renn­ta­ge der be­vor­ste­hen­den Win­ter­sai­son. „Die At­mo­sphä­re ist ein­fach toll, da wird man als Fah­rer re­gel­recht mit­ge­ris­sen“, sagt Bur­kart. Ab dem 18. Ok­to­ber geht er bei den „Six-Days“in Lon­don an den Start, da­nach fol­gen im Mo­nats­takt Auf­trit­te bei Merckx und Fran­ces­co Mo­ser ge­wann. Auch das Öschel­bron­ner Ren­nen hat längst Kult­sta­tus – und gilt als längs­te Bahn­rad­kon­kur­renz der Welt. Trotz sol­cher Sai­son­hö­he­punk­te ge­be es im­mer noch Luft nach oben, so Bur­kart. „Das ei­ne oder an­de­re Ren­nen ver­lief doch recht ent­täu­schend“. Be­son­ders „ge­wurmt“ha­be ihn sein Ab­schnei­den bei den Deut­schen Der­ny-Meis­ter­schaf­ten in Nürnberg, wo er mit Schritt­ma­cher Chris­ti­an Er­tel als Vier­ter knapp am Po­dest vor­bei­schramm­te. „Da wur­de ich mei­ner Fa­vo­ri­ten­rol­le schlicht­weg nicht ge­recht“, spart der deut­sche Ju­nio­ren-Vi­ze­meis­ter von 2010 auf der Bahn, Zwei­te bei den deut­schen Bahn­meis­ter­schaf­ten 2014 im Punk­te­fah­ren der Eli­te und 2015 im Ma­di­son (Zwei­er­mann­schafts­fah­ren) so­wie Zwei­ter bei den Der­ny-Eu­ro­pa­meis­ter­schaf­ten 2014 in Ko­pen­ha­gen nicht mit Selbst­kri­tik – und war­tet wei­ter auf den ers­ten Ti­tel. „Nächs­tes Jahr will ich un­be­dingt mei­ne ers­te Gold­me­dail­le“, macht Bur­kart deut­lich. Das wä­re dann auch ein Er­satz für die Olym­pi­schen Spie­le 2016 in Rio, bei de­nen Bur­kart mit Si­cher­heit nicht da­bei sein wird. „Olym­pia ist na­tür­lich der Traum je­des Sport­lers, aber für mich der­zeit nicht er­reich­bar“, weiß er. Viel­leicht ist er ein­fach ein paar Jah­re zu spät ge­bo­ren, denn mit Punk­te­fah­ren und Ma­di­son wa­ren gleich zwei von Bur­karts Pa­ra­de­dis­zi­pli­nen 2008 in Lon­don zum letz­ten Mal olym­pisch. Im Som­mer spielt der Fah­rer vom Team „Ma­lo­ja Push­bi­kers“sei­ne An­tritts­schnel­lig­keit auch bei Sprint-An­künf­ten bei Ein­ta­ges­ren­nen aus. Mit 18 Jah­ren hol­te sich Bur­kart bei der Ju­nio­ren-DM Sil­ber, seit­her sorgt er auf der Stra­ße re­gel­mä­ßig mit gu­ten Plat­zie­run­gen für Fu­ro­re. „Die Teil­nah­me an ei­ner gro­ßen Rund­fahrt hät­te na­tür­lich schon sei­nen Reiz“, meint Bur­kart. Doch sol­che Ge­dan­ken­spie­le sei­en der­zeit nur Zu­kunfts­mu­sik, „in den kom­men­den Jah­re ha­ben die Bahn­ren­nen klar Prio­ri­tät“.

„Da wird man als Fah­rer re­gel­recht mit­ge­ris­sen“

Fühlt sich auf dem Bah­no­val be­son­ders wohl: Trotz gol­de­ner Herbst­ta­ge freut sich Rad­pro­fi Achim Bur­kart, 23, auf die Sechs-Ta­ge-Ren­nen un­term Hal­len­dach. Los geht’s für ihn am 18. Ok­to­ber in Lon­don. Fo­to: Steue­rer

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