Neue Kon­kur­renz für Bahn und Bus

In­ter­net­por­ta­le brin­gen Schwung ins Ge­schäft der gu­ten al­ten Mit­fahr­zen­tra­len

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Reise & Urlaub - mag

Von München nach Berlin für 28 Eu­ro, von Ham­burg nach Pa­ris für 48 Eu­ro. Mit an­de­ren ei­ne Au­to­fahrt von A nach B zu tei­len, ist preis­güns­tig. Dank des In­ter­nets ist das Su­chen und Fin­den von Mit­fahr­ge­le­gen­hei­ten viel ein­fa­cher ge­wor­den. Vor al­lem Stu­den­ten gel­ten als dank­ba­re Kund­schaft. Aber ihr bie­de­res Image ha­ben Por­ta­le wie mit­fahr­zen­tra­le.de oder mit­fahr­ge­le­gen­heit.de noch nicht ab­ge­legt. Hip klingt an­ders. Das dürf­te sich nun än­dern. Denn das fran­zö­si­sche In­ter­net­un­ter­neh­men Bl­ab­la­car hat im April die deut­schen An­bie­ter über­nom­men und ehr­gei­zi­ge Wachs­tums­zie­le von 120 Pro­zent pro Jahr ver­kün­det. Mit­fah­ren soll Bahn und Bus ins Schwit­zen brin­gen. Ge­schickt ver­bin­det Bl­ab­la­car-Mit­be­grün­der Ni­co­las Brus­son wirt­schaft­li- ches In­ter­es­se mit ei­ner grü­nen Bot­schaft: „Wir wol­len im Sin­ne des Sha­red-Eco­no­my-Ge­dan­kens Men­schen da­zu brin­gen, das Au­to ge­mein­sam zu nut­zen und so nach­hal­ti­ger, güns­ti­ger und sozialer zu rei­sen.“Bis­her wa­ren die Ver­mitt­lungs­diens­te des fran­zö­si- schen An­bie­ters in Deutsch­land – im Ge­gen­satz zu Frank­reich – kos­ten­los. Dem­nächst je­doch ist ei­ne Ver­mitt­lungs­pro­vi­si­on von elf Pro­zent des Fahr­prei­ses zu er­war­ten. Wann ist al­ler­dings noch nicht ent­schie­den. Auch das Preis­mo­dell des An­bie­ters www.mit­fahr­zen­tra­le.de mit ei­ner ein­fa­chen Gra­tis-Mit- glied­schaft oder ei­nem mo­nat­li­chen/ jähr­li­chen Pre­mi­um-Abo dürf­te ver­schwin­den. Die elf Pro­zent Ver­mitt­lungs­ge­bühr ge­hö­ren zum we­sent­li­chen Kern des Ge­schäfts­mo­dells von Bl­ab­la­car. Denn bei der Preis­ge­stal­tung der in­di­vi­du­el­len Fahr­ten hat die In­ter­net-Mit­fahr­zen­tra­le nur sehr be­grenz­te Mög­lich­kei­ten. Um nicht als ge­werb­lich zu gel­ten und da­mit un­ter das stren­ge deut­sche Per­so­nen­be­för­de­rungs­ge­setz zu fal­len, dür­fen die Ver­mitt­lungs­stel­len den ein­zel­nen An­bie­tern von Fahr­ten kei­ne ex­pli­zi­ten Fahr­prei­se vor­schrei­ben. Des­halb wer­den auf den Por­ta­len nur „Vor­schlä­ge“ge­macht. Bei Bl­ab­la­car liegt der Preis zwi­schen fünf und sie­ben Cent pro Ki­lo­me­ter. Schon jetzt ist Bl­ab­la­car in 18 Län­dern un­ter­wegs und brüs­tet sich, mit mehr als 20 Mil­lio­nen Mit­glie­dern die welt­weit größ­te Mit­fahr-App für Fern­fahr­ten zu un­ter­hal­ten. Die Da­ten­ban­ken der deut­schen Nut­zer von mit­fahr­zen­tra­le.de oder mit­fahr­ge­le­gen­heit.de wer­den über kurz oder lang in die von Bl­ab­la­car ein­flie­ßen. Das ist al­ler­dings nur er­laubt, wenn je­der ein­zel­ne Nut­zer, der bei ei­nem der Por­ta­le re­gis­triert ist, auch zu­stimmt. Der Vor­teil für die Kun­den: Das läs­ti­ge mehr­fa­che Ein­stel­len von Fahr­ten be­zie­hungs­wei­se Su­chen auf ver­schie­de­nen Por­ta­len ent­fällt. Zu­gleich wer­den al­le Fahr­ten auch in das eu­ro­päi­sche Netz­werk ein­ge­bun­den. Das be­deu­tet, in Zu­kunft kann man auf ei­ner Web­sei­te Mit­fahr­ge­le­gen­hei­ten von Lis­s­a­bon bis Moskau an­bie­ten und fin­den. Be­reits heu­te ver­mit­telt Bl­ab­la­car Mit­fahr­ge­le­gen­hei­ten für jähr­lich rund 30 Mil­lio­nen Per­so­nen.

Fle­xi­bel bei der Preis­ge­stal­tung

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