Von grü­nen Pfei­len und Quark­keul­chen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Aktuell - Wolf­gang Weber

aber die gab es ein­fach nicht“, er­in­nert sich Chris­tin Blo­bel. Die heu­te 25-Jäh­ri­ge wur­de am 3. Ok­to­ber 1990 kurz nach Mit­ter­nacht in Görlitz ge­bo­ren - und ist da­mit ein ech­tes Kind der Ein­heit. In­zwi­schen lebt sie, die die DDR nur noch aus Er­zäh­lun­gen kennt und den­noch im­mer wie­der nach ihr ge­fragt wird, in Leip­zig. Wo man zu­min­dest pro­blem­los Quark­keul­chen be­kommt. Dass mit Joa­chim Gauck und An­ge­la Mer­kel zwei aus der DDR kom­men­de Bür­ger an der Spit­ze des wie­der­ver­ein­ten Deutsch­lands ste­hen, fin­den et­li­chen Um­fra­gen zu­fol­ge üb­ri­gens fast al­le Deut­schen sehr gut. Und in man­chen Fäl­len ha­ben „Os­sis“und „Wes­sis“so­gar ihr ganz per­sön­li­ches Glück ge­fun­den. „Oh­ne die deut­sche Ein­heit hät­te ich wohl nie mei­ne gro­ße Lie­be Os­kar La­fon­tai­ne ken­nen­ge­lernt“, er­zähl­te Sa­rah Wa­genk­necht, Vi­ze­frak­ti­ons­che­fin der Lin­ken im Bun­des­tag, die­ser Ta­ge dem Ma­ga­zin „Ga­la“. Die Be­grün­dung, war­um ihr der Wes­ten und das Saar­land, in dem sie jetzt wohnt, so gut ge­fal­len, ist al­ler­dings et­was ei­gen­ar­tig: „Ich kann mor­gens in Frank­reich mein Ba­guette kau­fen.“

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