Löw bleibt ge­las­sen

Frust von Du­blin soll ge­gen Ge­or­gi­en in po­si­ti­ve Ener­gie um­ge­wan­delt wer­den

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite -

Joa­chim Löw wird den Ver­lie­rern von Du­blin im „End­spiel“der EM-Qua­li­fi­ka­ti­on heu­te ge­gen Ge­or­gi­en ei­ne neue Chan­ce ge­ben. „Es gibt kei­ne grund­sätz­li­che Über­le­gung auf­grund des Er­geb­nis­ses, das ei­ne oder an­de­re in­fra­ge zu stel­len“, so der Bun­des­trai­ner. Der Welt­meis­ter braucht ei­nen Punkt, um das Di­rekt­ti­cket für die Eu­ro 2016 zu lö­sen.

Joa­chim Löw wird den Ver­lie­rern von Du­blin im „End­spiel“der EM-Qua­li­fi­ka­ti­on ge­gen Ge­or­gi­en ei­ne neue Chan­ce ge­ben. „Es gibt kei­ne grund­sätz­li­che Über­le­gung, auf­grund des Er­geb­nis­ses das ei­ne oder an­de­re in­fra­ge zu stel­len“, er­klär­te der Bun­des­trai­ner vor der heu­ti­gen Par­tie des deut­schen Fuß­ball-Na­tio­nal­teams (20.45 Uhr/RTL) ge­gen Ge­or­gi­en. „Es gibt nicht vie­le Ve­rän­de­run­gen“, kün­dig­te Löw an. Der Welt­meis­ter braucht in Leip­zig noch ei­nen Punkt, um das Di­rekt­ti­cket für die EMEnd­run­de 2016 zu lö­sen. Der an­ge­schla­ge­ne Bas­ti­an Schwein­stei­ger hat wie­der mit dem Lauf­trai­ning be­gon­nen. „Es hat sich zu­min­dest so ge­bes­sert, dass ei­ne Hoff­nung be­steht“, sag­te Löw. Wer den ver­letz­ten Ma­rio Göt­ze im An­griffs­zen­trum er­setzt, ließ der Bun­des­trai­ner of­fen. Der Le­ver­ku­se­ner Ka­rim Bel­la­ra­bi könn­te in der Start­elf ei­ne Flü­gel­po­si­ti­on be­set­zen. Tho­mas Mül­ler, Mar­co Reus und Me­sut Özil sol­len mit vie­len Po­si­ti­ons­wech­seln Tor­chan­cen kre­ieren. Auch DFB-Prä­si­dent Wolf­gang Niers­bach rech­net nach dem pein­li­chen Aus­rut­scher in Du­blin, über den er sich „fürch­ter­lich ge­är­gert“ ha­be, fest mit dem EM-Ti­cket. „Ich ha­be kei­ne Zwei­fel, dass das ge­lin­gen wird, und dass wir uns für die Eu­ro qua­li­fi­zie­ren wer­den, zum zwölf­ten Mal in Se­rie üb­ri­gens“, sag­te der Ver­bands­chef ges­tern in Leip­zig. Seit 1972 war das DFB- Team als ein­zi­ge Aus­wahl Eu­ro­pas bei je­der EM-End­run­de da­bei. „Ich den­ke, es ist nichts Dra­ma­ti­sches pas­siert. Wir sind Ta­bel­len­füh­rer und ha­ben es selbst in der Hand ge­gen ei­nen Geg­ner, der nicht zu den Topteams in Eu­ro­pa ge­hört“, be­ton­te Löw. Erst­mals in sei­ner Ära als Bun­des­trai­ner muss die DFB-Aus­wahl bis zum letz­ten Grup­pen­spiel um die Qua­li­fi­ka­ti­on für ein gro­ßes Tur­nier kämp­fen. Für das Frank­reich-Ti­cket reicht vor 43 630 Zu­schau­ern in der aus­ver­kauf­ten Leip­zi­ger Are­na in je­dem Fall ein Re­mis. Bei ei­ner Nie­der­la­ge könn­ten die Kon­kur­ren­ten aus Po­len und Ir­land (je 18 Punk­te), die im di­rek­ten Du­ell in War­schau auf­ein­an­der­tref­fen, noch am ak­tu­el­len Ta­bel­len­füh­rer Deutsch­land (19) vor­bei­zie­hen. Bei Punkt­gleich­heit von zwei oder mehr Teams ent­schei­det der di­rek­te Ver­gleich. Hier hat die DFB-Aus­wahl ge­gen­über Po­len und Ir­land das Nach­se- hen. „Je­der kennt die La­ge, je­der kennt die Ta­bel­le und kann rech­nen. Was zählt, ist, dass wir ge­gen Ge­or­gi­en ge­win­nen wol­len und wer­den“, ver­kün­de­te Tor­wart Ma­nu­el Neu­er kämp­fe­risch: „Na­tür­lich sind wir zu­ver­sicht­lich. Wir ha­ben uns hof­fent­lich die To­re ein biss­chen auf­ge­ho­ben.“Beim 0:1 in Ir­land hat­ten vie­le ver­ge­be­ne Mög­lich­kei­ten und der „Lu­cky Punch“der Boys in Gre­en für Frust im La­ger des Welt­meis­ters ge­sorgt. Den Vor­wurf, es sei auch ein Schuss Ar­ro­ganz und Über­heb­lich­keit da­bei ge­we­sen, wies Löw aber klar zu­rück: „Ge­ne­rell kann man bei un­se­rer Mann­schaft wirk­lich nicht be­haup­ten, dass Spie­ler ab­ge­ho­ben, ar­ro­gant oder völ­lig weg­ge­drif­tet sind.“Als Haupt­de­fi­zit mach­te er viel­mehr man­geln­de Ef­fi­zi­enz im Spiel sei­nes Team aus: „Wir sind zur Zeit nicht mehr so töd­lich für den Geg­ner wie wir es schon mal wa­ren“, so Löw.

Sieht kei­ne Grün­de für grö­ße­re tak­ti­sche und per­so­nel­le Ve­rän­de­run­gen: Zwar muss die deut­sche Fuß­ball-Na­tio­nal­mann­schaft erst­mals in der Ära von Bun­des­trai­ner Joa­chim Löw bis zum letz­ten Grup­pen­spiel um die Qua­li­fi­ka­ti­on für ein gro­ßes Tur­nier kämp­fen – doch we­der für ihn, noch für die Spie­ler, gibt es vor dem heu­ti­gen Qua­li-End­spiel in Leip­zig ge­gen Ge­or­gi­en ir­gend­wel­che Zwei­fel, dass et­was schief ge­hen könn­te. Fo­to: AFP

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