En­de der Ära Kauc­zin­ski in Sicht

Rät­sel über die Grün­de der Ent­schei­dung

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport -

Mar­kus Kauc­zin­ski ver­lässt den KSC zum Sai­son­en­de. Es ist das En­de ei­ner Ära – 14 Jah­re lang präg­te Kauc­zin­ski in ver­schie­de­nen Funk­tio­nen (vom Ju­gend- bis zum Chef­trai­ner) den Ver­ein ent­schei­dend mit. Dass er zu Be­ginn der ver­gan­ge­nen Wo­che ei­ne ihm an­ge­bo­te­ne Ver­län­ge­rung sei­nes bis zum Sai­son­en­de lau­fen­den Ver­tra­ges ab­ge­lehnt hat, sorg­te für wil­de Spe­ku­la­tio­nen um die Hin­ter­grün­de die­ser Ent­schei­dung. Ein an­geb­lich zu ge­rin­ges Ge­halt und ei­ne ho­he Ab­lö­se­for­de­rung sei­tens des Ver­eins, für den Fall, dass der Trai­ner selbst vor­zei­tig den Club ver­las­sen wür­de (an­geb­lich über zwei Mil­lio­nen Eu­ro), hät­ten Kauc­zin­ski ab­ge­schreckt, hieß es in ei­ni­gen Pu­bli­ka­tio­nen. Be­haup­tun­gen, die KSC-Prä­si­dent In­go Wel­len­reu­ther als „kom­plett falsch und völ­lig aus der Luft ge­grif­fen“zu­rück­weist. „Die­se kol­por­tier­ten Zah­len ha­ben rein gar nichts mit un­se­rem Ver­trags­an­ge­bot zu tun und ent­stam­men le­dig­lich der Fan­ta­sie des­je­ni­gen, der sie ver­öf­fent­licht hat. Es ging im We­sent­li­chen nicht ums Geld“, so Wel­len­reu­ther. Und auch Mar­kus Kauc­zin­ski selbst und des­sen Be­ra­ter Klaus Ber­ge spra­chen ver­gan­ge­ne Wo­che noch da­von, dass das The­ma Ge­halt „über­haupt kein Pro­blem“sei. Ber­ge äu­ßer­te sich ge­gen­über dem SONN­TAG „sehr zu­ver­sicht­lich“, was den Ver­bleib Kauc­zins­kis beim KSC an­be­langt. Und so ver­ab­re­de­te man sich für ver­gan­ge­nen Mon­tag zu ab­schlie­ßen­den Ge­sprä­chen. Doch kurz vor dem Be­ginn der Ver­hand­lun­gen er­klär­te der KSC-Chef­coach, dass „nach in­ten­si­ver Über­le­gung bei mir die Ent­schei­dung ge­reift ist, dass es für bei­de Sei­ten sinn­vol­ler ist, neue We­ge zu ge­hen …“, wie es in ei­ner vom Ver­ein ver­brei­te­ten Pres­se­mit­tei­lung heißt. War­um und wann die­se Ent­schei­dung bei Kauc­zin­ski „ge­reift“ist, er­schließt sich aus dem wei­te­ren Text der Pres­se­mit­tei­lung nicht, zu­mal Kauc­zin­ski da­von spricht, dass „mir in den sehr har­mo­ni­schen und kon­struk­ti­ven Ver­trags­ge­sprä­chen im­mer das Ver­trau­en für ei­nen wei­te­ren ge­mein­sa­men Weg durch das Prä­si­di­um ent­ge­gen­ge­bracht wur­de“. Auch die Ver­eins­füh­rung be­tont, dass „der KSC den bis­he­ri­gen ge­mein­sa­men er­folg­rei­chen Weg ger­ne fort­ge­setzt hät­te“. War­um al­so kommt es doch zur Tren­nung? Denn of­fen­sicht­lich herrsch­te ja in den si­gni­fi­kan­ten Punk­ten Ei­nig­keit zwi­schen den Par­tei­en. Aber die wi­der­sprüch­li­chen Aus­sa­gen dar­über, war­um die schon nach dem Po­kal­spiel in Reut­lin­gen ge­plan­ten Ver­trags­ge­sprä­che nach der Plei­te beim Ober­li­gis­ten aus­ge­setzt wur­den, wie auch die Kri­tik nach dem mi­se­ra­blen Sai­son­start, un­ter an­de­rem we­gen der Trans­fer­po­li­tik in die­sem Som­mer, las­sen ah­nen, dass es hin­ter den Ku­lis­sen of­fen­bar nicht ganz so har­mo­nisch ab­lief, wie in der Pres­se­mit­tei­lung zu le­sen ist. In je­dem Fall muss der KSC jetzt nicht nur ei­nen neu­en Chef­trai­ner su­chen, denn es ist auch frag­lich, ob Kauc­zins­kis engs­te Mit­ar­bei­ter (Ar­gi­ri­os Gi­an­ni­kis und Kai Ra­be) im Wild­park blei­ben wer­den. De­ren Ver­trä­ge lau­fen eben­falls 2016 aus. An­ge­bo­te über Ver­trags­ver­län­ge­run­gen lie­gen ih­nen je­den­falls nicht vor.

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