Bot­schaf­te­rin: Die Deut­sche Wein­kö­ni­gin Jo­se­fi­ne

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Wolf­gang We­ber

D irekt nach dem Abitur schrieb sich Jo­se­fi­ne Schlum­ber­ger als Psy­cho­lo­gie-Stu­den­tin in Kon­stanz ein, denn die Win­zer­s­toch­ter aus Sulz­burg-Lau­fen woll­te „et­was an­de­res ma­chen als der Pa­pa“. Dann aber spa­zier­te sie ei­nes Ta­ges durch die Wein­ber­ge am Bo­den­see und plötz­lich wur­de ihr klar: „Das will ich auch ma­chen.“„Psy­cho­lo­gie war ein­fach nicht mei­ne Welt“, sagt sie heu­te und weiß ge­nau, dass ih­re Ent­schei­dung, das Stu­di­um nach drei Se­mes­tern ab­zu­bre­chen, voll­kom­men rich­tig war. Statt­des­sen stu­diert sie nun Wein­bau und Öno­lo­gie (Kel­ler­wirt­schaft) an der Hoch­schu­le Geisenheim in Hes­sen. „Ich kom­me aus ei­nem klei­nen Fa­mi­li­enwein­gut, die gan­ze Fa­mi­lie war dort stets ein­ge­spannt“, er­zählt sie. „ Auch mei­ne Groß­el­tern stam­men aus Win­zer­be­trie­ben. Ich bin in die­ser Welt zwi­schen Na­tur und Wein­kel­ler auf­ge­wach­sen.“Den­noch: Das Wein­bau-Stu­di­um hat sie nun zu­nächst ein­mal für ein Jahr un­ter­bro­chen, denn in den kom­men­den zwölf Mo­na­ten wird „Kö­ni­gin Jo­se­fi­ne“die deut­schen Win­zer und ih­re Wei­ne im Aus­land ver­tre­ten. Wie wird sie auf den vie­len Ter­mi­nen ei­gent­lich an­ge­spro­chen? Als „Ih­re Ho­heit“? Oder als „Ma­jes­tät“? Sie lacht: „Die Leu­te sa­gen ein­fach Jo­se­fi­ne oder Frau Schlum­ber­ger.“Da blieb – noch – al­les beim Al­ten. An­sons­ten aber hat sich seit je­ner Wahl­ga­la am 25. Sep­tem­ber, als Jo­se­fi­ne in Neu­stadt an der Wein­stra­ße zur Deut­schen Wein­kö­ni­gin ge­wählt wur­de, ei­ni­ges ge­än­dert im Le­ben der 21-Jäh­ri­gen. Ein Ter­min reiht sich an den an­de­ren, die Pres­se­ver­tre­ter ste­hen der­zeit Schlan­ge bei ihr und in den kom­men­den zwölf Mo­na­ten wird sie rund 200 Ter­mi­ne im In- und Aus­land wahr­neh­men. „ Am meis­ten freue ich mich dar­auf, die deut­schen Win­zer und ih­re Wei­ne bes­ser ken­nen zu ler­nen und im Aus­land ver­tre­ten zu dür­fen“. Ob­wohl Jo­se­fi­ne in ei­ner Hand­ball-Fa­mi­lie groß ge­wor­den ist, kickt sie, der Fan des SC Freiburg, im Mit­tel­feld des SC St­au­fen, spielt Thea­ter und Kla­vier und schreibt Kurz­ge­schich­ten – wenn es denn die Zeit er­laubt. Ei­nen Lieb­lings­wein hat sie nicht. „Es kommt im­mer auf die Si­tua­ti­on an“, sagt sie und gibt zu, durch­aus auch mal ger­ne ein Bier oder ei­ne Wein­schor­le („ Aber nur im Som­mer“) zu trin­ken. Bei der Ga­la in Neu­stadt wur­de sie schließ­lich noch ge­fragt, für wel­che „gu­te Sa­che“sie even­tu­ell wer­ben wür­de. Sie muss­te nicht lan­ge über­le­gen. „Ei­gent­lich soll­ten wir die Schre­ckens­bil­der, die uns Frem­den­hass ge­bracht hat, noch zu gut vor Au­gen ha­ben“, sag­te sie. Und bot an, im Sin­ne der „ Ak­ti­on Süh­ne­zei­chen Frie­dens­diens­te“an Schu­len auf­zu­klä­ren.

Als Deut­sche Wein­kö­ni­gin macht Jo­se­fi­ne Schlum­ber­ger ein Jahr lang im Auf­trag des Deut­schen Wein­in­sti­tuts auf rund 200 Ter­mi­nen im In- und Aus­land Wer­bung für den deut­schen Wein. Foto: avs

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