Do­ku­men­tar­fil­me­rin: An­net­te von Wan­gen­heim

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - An­net­te von Wan­gen­heim Tho­mas Liebs­cher

Am 20. No­vem­ber wird erst­mals An­net­te von Wan­gen­heims neu­er Film ge­zeigt - am pas­sen­den Ort, in der Oper am Rhein Düsseldorf. Denn die Karls­ru­her Do­ku­men­tar­fil­me­rin por­trä­tiert den Di­rek­tor der dor­ti­gen Bal­lett- Kom­pa­nie und Chef­cho­reo­gra­fen Mar­tin Schläp­fer. Ein Jahr lang hat die Re­gis­seu­rin den eu­ro­pa­weit ge­fei­er­ten Tanz­schöp­fer und Tän­zer be­glei­tet. Bei sei­ner Ar­beit, im Pri­vat­le­ben, auch in der Schwei­zer Hei­mat und bei Auf­füh­run­gen von vier Pro­duk­tio­nen. Et­was schwer ein­zu­fan­gen­des, wie die Ent­ste­hung von Krea­ti­vi­tät, wird ge­fühl­voll und dra­ma­tisch na­he­ge­bracht. „Ich las­se in die­sem 85-mi­nü­ti­gen Film ’Feu­er be­wah­ren - nicht Asche an­be­ten’ al­lein den Cho­reo­gra­fen Schläp­fer, die Men­schen um ihn und die Bil­der spre­chen“, cha­rak­te­ri­siert An­net­te von Wan­gen­heim ihr Pro­jekt, das mit ei­ner Vi­si­on be­gann, die nach vier Jah­ren Rea­li­tät wur­de. „Im nächs­ten März kommt der Film in die Ki­nos, für den Sen­der ’Ar­te’ wird ei­ne Fern­seh­fas­sung er­stellt.“Der uni- ver­sel­len Spra­che des Tan­zes ei­ne fil­mi­sche Platt­form zu ge­ben - das setzt die Re­gis­seu­rin seit Jahr­zehn­ten be­harr­lich um. Auch wenn die Be­din­gun­gen für sol­che an­spruchs­vol­len Pro­duk­tio­nen schwie­ri­ger wer­den. Doch die Frau, die sich dem Shin­to­is­mus ver­bun­den fühlt, lässt sich nicht be­ir­ren in ih­ren An­sprü­chen. Ge­fühl und Spra­che des Tan­zes ein­zu­fan­gen ist ih­re Spe­zia­li­tät. Au­ßer­dem schuf sie Fil­me über Kul­tur und Men­schen in Afri­ka oder Asi­en. Ih­re Do­ku­men­ta­ti­on „Jo­sé­phi­ne Ba­ker. Schwar­ze Di­va in ei­ner wei­ßen Welt“hat das Bild die­ser Künst­le­rin neu ge­prägt. Der Tanz wir­bel­te die Re­gis­seu­rin nach Karls­ru­he. Sie war As­sis­ten­tin von Bal­lett­di­rek­to­rin Bir­git Keil am Staats­thea­ter und blieb gern am Ober­rhein, wäh­rend ih­re Pro­duk­ti­ons­fir­ma in Köln an­ge­sie­delt ist. „Mir fal­len so vie­le Din­ge im Karls­ru­her Stadt­bild auf, die bes­ser sind als im Rhein­land“, schwärmt An­net­te von Wan­gen­heim. Da­zu zählt sie ab­ge­senk­te Geh­we­ge, die zahl­rei­chen Kin­der­spiel­plät­ze und das Grün so nah an der Stadt­mit­te. „Au- ßer­dem ha­ben sich mei­ne El­tern beim Stu­di­um an der Uni­ver­si­tät Karls­ru­he ken­nen­ge­lernt“, ver­rät die rot­haa­ri­ge Film­künst­le­rin, die die sonn­tag­mor­gend­li­che Ru­he in der Stadt ge­nießt. Eben­so wie die An­ge­bo­te der Kul­tur­tem­pel zwi­schen ZKM, Kunst­hal­le und na­tür­lich Ki­ne­ma­thek. Mu­sik selbst zu un­ter­rich­ten ist ei­ne wei­te­re Kon­se­quenz ih­rer Be­geis­te­rung für die Küns­te. „Sie be­gann, als mich mei­ne Mut­ter schon ins Opern­haus Düsseldorf mit­nahm – in ei­ne Tanz­auf­füh­rung. Ab dem Al­ter von zehn hat­te ich Bal­lett­un­ter­richt, Jazz­tanz und Fla­men­co ka­men noch da­zu“. Über­all, wo die Re­gis­seu­rin bis­lang leb­te, da tanz­te sie selbst oder setz­te Ide­en, Wor­te und Bil­der in Be­we­gung.

Foto: Ar­tis

Ge­fühl und Spra­che des Tan­zes fängt sie in Fil­men ein: An­net­te von Wan­gen­heim, hier vor dem ZKM. Bald hat ih­re neu­es­te Do­ku­men­ta­ti­on über den Cho­reo­gra­fen Mar­tin Schläp­fer Pre­mie­re.

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