At­ten­tä­ter woll­te ins Sta­di­on

Die blu­tigs­te Ter­ror­se­rie in Eu­ro­pa seit gut zehn Jah­ren scho­ckiert die Welt

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - avs Mehr über die An­schlä­ge le­sen Sie auf den Sei­ten 3 und 13 so­wie mor­gen in den BNN.

Die bei­spiel­lo­sen An­schlä­ge von Pa­ris sind nach Wor­ten des fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten François Hol­lan­de ein „Kriegs­akt“der Ter­ror­mi­liz Is­la­mi­scher Staat (IS). Gut zwölf St­un­den nach den Atta­cken mit min­des­tens 128 To­des­op­fern mach­te Hol­lan­de ges­tern das ra­di­kal-is­la­mi­sche Netz­werk di­rekt ver­ant­wort­lich und kün­dig­te „an­ge­mes­se­ne Ent­schei­dun­gen“an. We­nig spä­ter tauch­te im In­ter­net ei­ne Er­klä­rung auf, in der sich der IS zu den An­schlä­gen be­kennt. Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re (CDU) hat ei­nen mög­li­chen Zu­sam­men­hang zwi­schen der Fest­nah­me ei­nes Man­nes im baye­ri­schen Ro­sen­heim An­fang No­vem­ber und den An­schlä­gen be­stä­tigt. Es ge­be ei­nen Be­zug zu Frank­reich, sag­te der Mi­nis­ter. Auf dem Na­vi­ga­ti­ons­ge­rät des Man­nes sei ei­ne Adres­se in Pa­ris ver­merkt ge­we­sen. Das baye­ri­sche Lan­des­kri­mi­nal­amt hat­te zu­vor mit­ge­teilt, dass am 5. No­vem­ber ein Mann aus Mon­te­ne­gro fest­ge­nom­men wor­den war, der „in ver­schie­de­nen Ver­ste­cken“in sei­nem Au­to acht Ma­schi­nen­ge­weh­re, zwei Pis­to­len, ei­nen Re­vol­ver, zwei Hand­gra­na­ten und 200 Gramm Spreng­stoff ver­bor­gen hat­te. Der 51-Jäh­ri­ge sitzt dem­nach in der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt Traun­stein. Ei­ne wei­te­re Spur der Er­mitt­lun­gen führte nach Bel­gi­en. Bei ei­nem Groß­ein­satz nahm die Po­li­zei meh­re­re Men­schen fest, wie ein Spre­cher von Jus­tiz­mi­nis­ter Ko­en Ge­ens nach An­ga­ben der bel­gi­schen Nach­rich­ten­agen­tur Bel­ga sag­te. Die At­ten­tä­ter woll­ten ei­nem Be­richt des „Wall Street Jour­nal“zu­fol­ge of­fen­bar ei­nen An­schlag di­rekt im Fuß­ball­sta­di­on beim Län­der­spiel Deutsch­land-Frank­reich ver­üben. Min­des­tens ein At­ten­tä­ter ha­be ein Ti­cket für das Spiel ge­habt. Er sei von ei­nem Ord­ner beim Si­cher­heits­check auf­ge­hal­ten wor­den, be­rich­te­te die Zei­tung . Bei dem At­ten­tä­ter sei et­wa ei­ne Vier­tel­stun­de nach Spiel­be­ginn am Sta­di­on­ein­gang ei­ne Spreng­stoff-Wes­te ent­deckt wor­den. Beim Ver­such zu ent­kom­men, ha­be der Mann den Spreng­stoff zur Ex­plo­si­on ge­bracht. Der Po­li­zist ver­mu­te­te laut „Wall Street Jour­nal“, dass der An­grei­fer den Spreng­stoff im Sta­di­on zün­den woll­te. Ziel sei ver­mut­lich ei­ne Mas­sen­pa­nik ge­we­sen. Bei ei­nem der At­ten­tä­ter wur­de ein sy­ri­scher Pass ge­fun­den, be- rich­te­te die fran­zö­si­sche Nach­rich­ten­agen­tur AFP. Nach of­fi­zi­el­len An­ga­ben aus At­hen soll er An­fang Ok­to­ber als Flücht­ling aus der Tür­kei nach Grie­chen­land ge­kom­men sein. Bei meh­re­ren na­he­zu gleich­zei­ti­gen Ter­ror­at­ta­cken von min­des­tens acht Tä­tern wa­ren am Frei­tag­abend in Pa­ris min­des­tens 128 Men­schen ge­tö­tet wor­den. Et­wa 300 wur­den ver­letzt, Dut­zen­de da­von schwer. Da­mit han­delt es sich um die schlimms­te Ter­ror­se­rie in Eu­ro­pa seit mehr als zehn Jah­ren. Im März 2004 wa­ren bei meh­re­ren An­schlä­gen in Ma­drid 191 Men­schen ge­tö­tet wor­den. Die At­ten­tä­ter von Pa­ris schos­sen an ver­schie­de­nen Or­ten wild um sich und zün­de­ten meh­re­re Bom­ben. Al­lein in der Kon­zert­hal­le „Bat­a­clan“rich­te­ten sie ein Mas­sa­ker mit min­des­tens 80 To­ten an. Vier To­te gab es in der Nä­he des Sta­di­ons Sta­de de Fran­ce. Ges­tern Abend wur­de vom Pen­ta­gon ge­mel­det, dass der Chef der Dschi­ha­dis­ten­mi­liz Is­la­mi­scher Staat (IS) in Li­by­en, Abu Nabil, bei ei­nem US-Luft­an­griff ge­tö­tet wur­de. Der An­griff sei in der Nacht zum Sams­tag ge­flo­gen wor­den und sei schon vor den An­schlä­gen an­ge­ord­net wor­den, zu de­nen sich der IS be­kann­te. Der Un­fall ei­nes TGV, bei dem ges­tern Nach­mit­tag na­he Straß­burg sie­ben Men­schen star­ben, hat of­fen­bar kei­nen ter­ro­ris­ti­schen Hin­ter­grund (Sei­te 2).

Foto: avs

„Pray for Pa­ris“(Be­tet für Pa­ris): Nach den Ter­ror­an­schlä­gen in Pa­ris hat der Hil­des­hei­mer Bi­schof im Dom ei­ne Ker­ze für je­des Op­fer ent­zün­det.

Foto: avs

Übe­r­all auf der Welt trau­ern die Men­schen und le­gen, wie hier vor der fran­zö­si­schen Bot­schaft am Bran­den­bur­ger Tor in Ber­lin, Blu­men nie­der.

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