300 Krip­pen aus al­ler Welt

Weih­nacht­li­che Son­der­aus­stel­lung im 350 Jah­re al­ten Fürs­ten­ber­ger Hof in Zell-Un­ter­har­mers­bach

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region -

Nach zwei­jäh­ri­ger Pau­se öff­net der 350 Jah­re al­te Fürs­ten­ber­ger Hof in Zell-Un­ter­har­mers­bach (25 Ki­lo­me­ter süd­öst­lich von Of­fen­burg ge­le­gen) in die­sem Jahr wie­der sei­ne Pfor­ten. Er ist als Weih­nachts­hof lan­des­weit be­kannt. Die glanz­vol­len Krip­pen­aus­stel­lun­gen mit je­weils bis zu 20 000 Be­su­chern ha­ben ihn im In- und Aus­land be­rühmt ge­macht. Nach Aus­stel­lun­gen in Pa­ris, Ve­ne­dig, Lour­des, Mai­land, Li­sieux, Reims wer­den in ei­ner bun­des­weit ein­ma­li­gen Son­der­aus­stel­lung bis zum 10. Ja­nu­ar im Weih­nachts- hof auf 800 Qua­drat­me­tern Aus­stel­lungs­flä­che die schöns­ten 300 Krip­pen der welt­weit größ­ten Krip­pen­samm­lung von Mon­sieur Paul Cha­land, Pa­ris, ge­zeigt. Sie sind Teil sei­ner ein­zig­ar­ti­gen, 3 000 Ex­po­na­te um­fas­sen­den Samm­lung „Krip­pen aus al­ler Welt“, die er in über 30 Jah­ren in über 70 Län­dern der Er­de bei sei­nen Rei­sen ent­deckt und er­wor­ben hat. Der 1929 ge­bo­re­ne Paul Cha­land war Her­aus­ge­ber des be­rühm­ten fran­zö­si­schen Ma­ga­zins „Pa­ris Match“und Grün­der der welt­weit er­schei­nen­den Frau­e­nil­lus­trier­ten „Ma­rie Cla­rie“. Als er 1977 in den Ru­he­stand ging, be­gann sei­ne Krip­pen­lei­den­schaft. Auf ei­ner Rei­se ent­deck­te er vor dem Mai­län­der Dom ei­ne rie­si­ge me­cha­ni­sche Krip­pe von Pri­mo Fil­ip­puc­ci, dem Chef-De­si­gner von Alfa Romeo, die im­mer an Weih­nach­ten dort auf­ge­stellt wur­de, aber jetzt vom Zer­fall ge­zeich­net war. Um die Krip­pe zu ret­ten, kauf­te er sie und ließ sie „re­no­vie­ren“. Au­ßer­dem er­bau­te er da­nach zehn wei­te­re me­cha­ni­sche Krip­pen mit Au­ßen­ma­ßen bis zu acht mal 15 Me­tern und teil­wei­se bis zu 500 be­weg­li­chen Fi­gu­ren. Jac­ques Chi­rac, da­mals Bür­ger­meis­ter von Pa­ris, bat Paul Cha­land, sei­ne Krip­pen vor dem Pa­ri­ser Rat­haus auf­zu­stel­len. Paul Cha­land er­füll­te ihm die­sen Wunsch. In ei­nem Jahr be­such­ten 125 000 Men­schen sei­ne vor dem Rat­haus in Pa­ris auf­ge­stell­ten Krip­pen. Da­ne­ben sam­mel­te Cha­land welt­weit Krip­pen, die er in Zu­sam­men­ar­beit mit be­rühm­ten Künst­lern in Vi­tri­nen und Kis­ten ein­bau­te und ih­nen durch Licht, Ton und Far­be ei­ne ein­ma­li­ge Fas­zi­na­ti­on ver­lieh. An­läss­lich sei­nes 80. Ge­burts­ta­ges über­gab er sei­ne rie­si­ge Krip­pen­samm­lung mit all den klei­nen und gro­ßen Krip­pen der neu ge­grün­de­ten Ge­sell­schaft Prim Fil (be­nannt nach dem Na­men des Er­bau­ers sei­ner ers­ten Krip­pe Pri­mo Filipuc­ci), um sei­ne Krip­pen rund um die Welt nun ei­ner brei­ten Öf­fent­lich­keit zu­gäng­lich zu ma­chen. Seit­her sind die Krip­pen in aus­ge­wähl­ten Aus­stel­lungs­or­ten zu se­hen. Orts­vor­ste­her Hans-Pe­ter Wa­gner, in der in­ter­na­tio­na­len Krip­pen­welt gut ver­netzt, ge­lang es, die­se au­ßer­ge­wöhn­li­che Aus­stel­lung in den Schwarz­wald zu ho­len. In der Aus­stel­lung „Die schöns­ten Krip­pen des Mon­sieur Paul Cha­land“im Hei­mat­mu­se­um Fürs­ten­ber­ger Hof be­ein­dru­cken vor al­lem Großkrip­pen des be­rühm­ten ka­ta­la­ni­schen Künst­lers Pey­re Frei­xès y Ca­banès, der Je­sus in sei­ner Hei­mat Ka­ta­lo­ni­en auf die Welt kom­men lässt. Auch die ori­gi­nel­le Krip­pe aus 350 Cham­pa­gner­kor­ken – vom be­rühm­ten ita­lie­ni­schen Künst­ler Gi­u­sep­pe Che­si ge­fer­tigt – ist auf ih­re Art ein­ma­lig. Sie zeigt in vie­len Sze­nen, wie das Je­sus­kind in ei­ne klei­ne ei­ge­ne Welt hin­ein ge­bo­ren wird. Ei­nen wei­te­ren be­son­ders lie­be­voll ge­stal­te­ten Schwer­punkt der Aus­stel­lung im Fürs­ten­ber­ger Hof bil­den wun­der­schö­ne tra­di­tio­nel­le Krip­pen aus dem Schwarz­wald. Der ein­hei­mi­sche Krip­pen­bau­er Karl-Erich Schätz­le mit sei­nem stroh­ge­deck­ten Fürs­ten­ber­ger Hof als Krip­pen­stall, der St­ei­n­ach­er Krip­pen­bau­er Klaus Volk mit sei­ner herr­li­chen Rundkrip­pe und die Holz­schnit­zer Hu­bert Schul­tis und Bert­hold Eb­le steu- ern ganz be­son­ders schö­ne Schwarz­waldkrip­pen zu die­ser ein­ma­li­gen Aus­stel­lung bei. Für die­se ein­ma­li­ge Weih­nachts­aus­stel­lung wird der 350 Jah­re al­te Fürs­ten­ber­ger Hof in­nen und au­ßen in ei­nen mär­chen­haft schö­nen Weih­nachts­hof ver­wan­delt.

Die Öff­nungs­zei­ten sind von Mon­tag bis Frei­tag je­weils von 14 bis 17 Uhr und an Sonn- und Fei­er­ta­gen (auch Hei­lig­abend, Weih­nach­ten, Sil­ves­ter und Neu­jahr) von 11 bis 17 Uhr.

Die­se in Frank­reich sehr be­lieb­ten Krip­pen­fi­gu­ren wer­den seit Jahr­hun­der­ten von den Mön­chen des Zis­ter­zi­en­ser­klos­ters der Ab­bay von Le­rin auf der St. Ho­no­rat In­sel bei Mar­seil­le ge­schaf­fen.

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