KSC patzt auf der „Alm“

Karls­ru­her SC ver­gibt beim 1:2 in Bie­le­feld wie­der zu vie­le Chan­cen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite -

Der Karls­ru­her SC steckt in der 2. Fuſs­ball-Bun­des­li­ga end­gül­tig in ei­ner sport­li­chen Kri­se. Die Mann­schaft von Coach Mar­kus Kauc­zin­ski ver­lor ges­tern bei Ar­mi­nia Bie­le­feld un­glück­lich mit 1:2 (1:0) und kas­sier­te die drit­te Nie­der­la­ge nach­ein­an­der. Nach­dem die lan­ge spiel­be­stim­men­den Gäs­te durch Di­mi­tris Dia­man­ta­kos vor der Pau­se in Füh­rung ge­gan­ge­nen wa­ren (19.), dreh­ten Chris­to­pher Nö­the (77.) und Da­vid Ulm (84.) die Par­tie in der zwei­ten Halb­zeit zu­guns­ten der Gast­ge­ber. Al­ler­dings war der KSC bei den Ge­gen­to­ren nur noch in Un­ter­zahl, weil En­ri­co Va­len­ti­ni nach wie­der­hol­tem Foul­spiel die Gelb-Ro­te Kar­te ge­se­hen hat­te (66.).

Der Karls­ru­her SC wur­de ges­tern auch in Bie­le­feld ein­mal mehr sei­nem Ruf als „Auf­bau­hel­fer“für an­ge­schla­ge­ne Ver­ei­ne ge­recht und un­ter­lag beim Auf­stei­ger, der mit dem 2:1(0:1)-Er­folg sei­nen ers­ten Heim­sieg fei­ern konn­te, wäh­rend der KSC nach der drit­ten Nie­der­la­ge in Fol­ge in be­denk­li­che Nä­he zu den Ab­stiegs­plät­zen ab­rutscht. Da­bei sah es in den ers­ten 45 Mi­nu­ten über­haupt nicht da­nach aus, als ob der KSC die­ses Spiel ver­lie­ren könn­te. Zu über­le­gen agier­te die Mann­schaft von Mar­kus Kauc­zin­ski, die in al­len Be­rei­chen do­mi­nier­te und völ­lig ver­dient mit ei­ner 1:0-Füh­rung in die Pau­se ging. Die Wild­park-Pro­fis hät­ten so­gar deut­li­cher füh­ren kön­nen. Ei­gent­lich so­gar müs­sen, doch Manuel Tor­res brach­te das Kunst­stück fer­tig, frei­ste­hend aus et­wa acht Me­tern den Ball über das Bie­le­fel­der Tor zu schieſ­sen. So blieb es nach 45 Mi­nu­ten beim 1:0 für die Blau-Weiſ­sen durch ei­nen Tref­fer von Di­mi­tris Dia­man­ta­kos in der 19. Spiel­mi- nu­te. Zu­nächst blieb Tor­res nach ei­nem „Zu­cker­pass“von Hi­ro­ki Ya­ma­da noch an Bie­le­felds Tor­hü­ter Wolf­gang Hesl hän­gen, aber dann brach­te Dia­man­ta­kos den Ball zur hoch­ver­dien­ten Karls­ru­her Füh­rung über die Li­nie. Im wei­te­ren Ver­lauf spiel­te der KSC die Mann­schaft von Nor­bert Mei­er re­gel­recht an die Wand, konn­te aber selbst bes­te Chan­cen nicht ver­wer­ten. „Wir hät­ten zur Pau­se ei­gent­lich 3:0 oder 4:0 füh­ren müs­sen“, ha­der­te KSC-Trai­ner Mar­kus Kauc­zin­ski mit der ka- tastro­pha­len Chan­cen­ver­wer­tung. In der zwei­ten Hälf­te be­kam der KSC die Quit­tung für den fahr­läs­si­gen Um­gang mit sei­nen Tor­mög­lich­kei­ten. Zu­nächst flog En­ri­co Va­len­ti­ni nach ei­nem um­strit­te­nen Foul an Klos mit Gelb-Rot vom Platz (66.) und da­nach ver­lor der KSC sei­ne Li­nie. Zwar re­agier­te Kauc­zin­ski auf den Platz­ver­weis mit der Ein­wechs­lung von Sascha Traut, für den Tor­res wei­chen muss­te, doch Ar­mi­nia Bie­le­feld kam in der 77. Mi­nu­te zum Aus­gleich. Chris­to­pher Nö­the war nach ei­nem Klos-Kopf­ball zur Stel­le und drück­te die Ku­gel zum 1:1 über die Li­nie. Fünf Mi­nu­ten vor Spie­len­de war es der ein­ge­wech­sel­te Da­vid Ulm, der Bie­le­feld mit dem 2:1 den ers­ten Heim­er­folg be­scher­te, den Ar­mi­nen-Trai­ner Nor­bert Mei­er als ei­nen „Sieg, der die See­le be­freit hat“, be­zeich­ne­te. KSC-Coach Kauc­zin­ski da­ge­gen sprach da­von, dass „ich nicht ge­glaubt hät­te, dass wir die letz­te Wo­che noch top­pen könn­ten. Auch da ha­ben wir ge­gen Leip­zig ein Spiel ver­lo­ren, das wir klar do­mi­niert ha­ben. Heu­te wa­ren wir noch kla­rer über­le­gen und hat­ten bis zur Gelb-Ro­ten Kar­te al­les im Griff. Aber am En­de ste­hen wir wie­der mit lee­ren Hän­de da“, so ein kon­ster­nier­ter KSC-Trai­ner, der jetzt die schwe­re Auf­ga­be hat, sei­ne frus­trier­ten Spie­ler bis zum letz­ten Heim­spiel am kom­men­den Sams­tag ge­gen die Spvgg Greu­ther Fürth wie­der auf­zu­rich­ten. Ha­rald Lin­der

Hesl – Dick, Hor­nig, Bör­ner, Sal­ger – Schütz (71. Ulm), Jun­glas – Mül­ler (89. Schup­pan), Mast (46. Hem­lein) – Nö­the, Klos

Or­lis­hau­sen – Va­len­ti­ni, Stoll, Gul­de, Kem­pe – Krebs (75. Peitz), Mef­fert – Tor­res (68. Traut), Bar­ry (65. Na­za­rov), Ya­ma­da – Dia­man­ta­kos

0:1 Dia­man­ta­kos (19.), 1:1 Nö­the (77.), 2:1 Ulm (84.); Va­len­ti­ni (66.); 15 413; Aarn­ink (Nord­horn)

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