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Der Sonntag (Mittelbaden) - - Tipps & Themen - Lie

An­ge­nom­men man hat noch nie ei­nen Ton von El­liott Mur­phys Mu­sik ge­hört und noch nie mit dem Na­men et­was ver­bun­den, wagt sich aber an sein neus­tes Al­bum. Dann er­schie­ne „Aqua­show de­con­struc­ted“wohl ein­neh­mend und rät­sel­haft zu­gleich. Die Stim­me er­in­nert an Bob Dy­lan oder Ran­dy New­man. Die akus­ti­sche Gi­tar­re ver­sinkt in Me­lan­cho­lie und gibt Raum bei­spiels­wei­se für ei­nen Text, der Ma­ri­lyn Mon­roe fei­ert, die für uns al­le ge­stor­ben sei. Dann glaubt man, das Lied „Gra­vey­ard Scrap­book“müs­se vom frü­hen Bru­ce Springs­teen sein, wäh­rend „Whi­te Middle Class Blues“, die­ser Grun­ge-Shuf­fle, nicht mehr so schnell aus dem Kopf geht. Über al­len un­ter­schied­lich in­stru­men­tier­ten Songs liegt ei­ne merk­wür­di­ge, aber sehr sym­pa­thi­sche Pa­ti­na. Kein Wun­der, al­le Lie­der stam­men von 1973. El­liott Mur­phy hat sein da­mals sen­sa­tio­nell ein­schla­gen­des Al­bum „Aqua­show“noch ein­mal auf­ge­nom­men. Da­mals hieſs es, Mur­phy sei der bes­te „Bob Dy­lan seit 1968“. Mit Lou Reed und Springs­teen wur­de der jun­ge Wil­de auf ei­ne Hel­den­stu­fe ge­stellt. Nun hat der schon lan­ge in Pa­ris le­ben­de Mu­si­ker sei­nen ro­hen Dia­man­ten von da­mals Lied für Lied neu zu­sam­men­ge­setzt, al­so de­kon­stru­iert. Ei­ne groſs­ar­ti­ge Ent­de­ckung für Mur­phy-Neu­lin­ge und für die an­de­ren ein Aha-Er­leb­nis.

El­liott Mur­phy, Aqua­show de­con­struc­ted, Blue Ro­se/Edel ★★★★✩

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