„Er­fah­rung dar­in zur Ge­nü­ge“

Ober­li­ga-Hand­bal­ler des TV Sandwei­er ste­cken wie­der im Ab­stiegs­kampf

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Ekart Kin­kel

Dran­blei­ben. So lan­ge wie mög­lich dran­blei­ben. Den schein­bar über­mäch­ti­gen Kon­kur­ren­ten viel­leicht ein biss­chen är­gern. Vor al­lem der­ar­ti­ge Durch­hal­te­pa­ro­len sind aus dem La­ger des TV Sandwei­er vor dem heu­ti­gen Aus­wärts­spiel bei der HG Of­ters­heim/Sch­wet­zin­gen (16 Uhr, Nord­stadt­hal­le Sch­wet­zin­gen) zu hö­ren. Und auch wenn viel­leicht der ei­ne oder an­de­re Be­rufs­op­ti­mist auf ei­ne Sen­sa­ti­on hofft: die Rol­len vor die­sem Spiel sind doch sehr klar ver­teilt. Mit 21:5 Zäh­lern steht die HG Of­ters­heim/Sch­wet­zin­gen an der Ta­bel­len­spit­ze der Ober­li­ga Ba­den-Würt­tem­berg,

Bis Weih­nach­ten sind noch vier Zäh­ler Pflicht

wäh­rend der TV Sandwei­er (12./10:16 Punk­te) mit­ten im Ab­stiegs­kampf steckt. Zu­letzt hat die nord­ba­di­sche Hand­ball­spiel­ge­mein­schaft den TV Bret­ten 29:18 vom Feld ge­fegt. Nicht viel bes­ser war es auch schon den eben­falls um den Klas­sen­ver­bleib kämp­fen­den SG Hei­dels­heim/Helms­heim (23:38) oder TV Plochin­gen (18:26) er­gan­gen. Na­tür­lich wer­de man die Punk­te nicht kampf­los her­schen­ken, be­tont Ab­tei­lungs­lei­ter Fa­bi­an Hoch­stuhl. „Bei Of­ters­heim/Sch­wet­zin­gen ha­ben wir in den ver­gan­ge­nen vier Jah­ren im­mer gut mit­ge­hal­ten und re­gel­mäſ­sig ge­punk­tet“, führt er ins Feld. Aber die Kon­zen­tra­ti­on beim TVS gilt be­reits den bei­den ab­schlieſ­sen­den Heim­spie­len ge­gen den TV Dei­zi­sau und den TSV Wolf­schlu­gen vor der Win­ter­pau­se. „Vier Zäh­ler aus den nächs­ten drei Spie­len sind Pflicht“, gibt Hoch­stuhl die Mar­sch­rich­tung vor; sonst steht Sandwei­er ein un­ge­müt­li­ches Weih­nachts­fest be­vor. Bis­lang spiel­te die Mann­schaft von Trai­ner Ralf Lud­wig ei­ne durch­wach­se­ne Sai­son. Ei­nem Pau­ken­schlag wie dem 38:31-Er­folg über den Meis­ter­schafts­mit­fa­vo­ri­ten SG Pforz­heim/Eu­tin­gen folg­ten bit­te­re Heim­nie­der­la­gen ge­gen die di­rek­ten Kon­kur­ren­ten TSB Schwä­bisch Gmünd (28:32) und TV Bret­ten (30:32). Am ver­gan­ge­nen Wo­che­n­en­de ge­lang dem TVS mit ei­nem 43:37 ge­gen den TV Plochin­gen nach drei Nie­der­la­gen in Se­rie wie­der ein – an­ge­sichts der Ta­bel­len­kon­stel­la­ti­on enorm wich­ti­ger – Be­frei­ungs­schlag. „Uns fehlt ein­fach noch die Konstanz“, weiſs Hoch­stuhl, „Dar­an müs­sen wir in den nächs­ten Mo­na­ten ar­bei­ten“. Al­ler­dings sorg­ten die schwe­ren Ver­let­zun­gen von Franz Hen­ke und Max Mit­zel für per­so­nel­le Eng­päs­se. Auſ­ser­dem war in der Ab­wehr das Feh­len von Tobias Zaun, der En­de ver­gan­ge­ner Sai­son auf­hör­te, noch nicht lü­cken­los zu kom­pen­sie­ren. „Die De­fen­si­ve ist manch­mal zu in­sta­bil“, sagt Hoch­stuhl, und mit der ge­wohnt dün­nen De­cke an ober­li­ga­taug­li­chen Spie­lern könn­ten Aus­fäl­le nun ein­mal nicht gänz­lich wett ge­macht wer­den. In sei­ner ers­ten Sai­son in Sandwei­er über­nahm Ralf Lud­wig von sei­nem Vor­gän­ger Ralf Abe­le zwar ei­ne ein­ge­spiel­te Mann­schaft, aber ein­zi­ger Neu­zu­gang war Ju­gend­spie­ler Ju­li­an Kolb (SG Kro­nau/Östrin­gen). Auſ­ser­dem wur­de der Ka­der um die Nach­wuchs­spie­ler Lu­ca Ha­ble, Mat­thi­as Sei­ter und Mar­vin Schulz er­gänzt. Das Ge­rüst der Mann­schaft mit Leis­tungs­trä­gern wie dem bes­ten Tor­schüt­zen Si­mon Born­häuſ­ser so­wie Mit­tel­mann Da­ni­el Grimm und Rechts­auſ­sen Chris­ti­an Fitz blieb al­ler­dings er­hal­ten und per­so­nel­le Schnell­schüs­se wird es in Sandwei­er laut Hoch­stuhl auch künf­tig nicht ge­ben. „Für ei­nen ech­ten Hoch­ka­rä­ter feh­len uns oh­ne­hin die fi­nan­zi­el­len Mit­tel“, sagt der Ab­tei­lungs­lei­ter, „Auſ­ser­dem müs­sen Neu­zu­gän­ge zu un­se­rer Ver­eins­phi­lo­so­phie pas­sen“. Bis­lang lie­ge Sandwei­er sport­lich da­zu noch im Soll, be­tont Hoch­stuhl, „und Er­fah­rung im Ab­stiegs­kampf ha­ben wir eben­falls zur Ge­nü­ge“. Mit Trai­ner Lud­wig ha­be man da­zu den „rich­ti­gen Mann“für die­se heik­le Auf­ga­be ge­fun­den. Der vom ASV Ot­ten­hö­fen nach Sandwei­er ge­wech­sel­te Übungs­lei­ter ha­be naht­los an die er­folg­rei­che Ar­beit sei­nes Na­mens­vet­ters Abe­le an­ge­knüpft und gleich ei­ni­ge ei­ge­ne Ak­zen­te ge­setzt. An der Spiel­phi­lo­so­phie in­des hat sich durch ihn nur we­nig ge­än­dert; nur an ein paar klei­nen Stell­schrau­ben wur­de ge­dreht. „Er sucht das Ge­spräch mit je­dem Spie­ler und lo­tet da­bei das in­di­vi­du­el­le Ver­bes­se­rungs­po­ten­zi­al aus“, lobt Hoch­stuhl den neu­en Trai­ner. Und ge­ra­de vor schwie­ri­gen Spie­len wie heu­te brau­chen Sandwei­ers Ak­teu­re ei­ne ge­hö­ri­ge Por­ti­on Selbst­ver­trau­en.

Es geht eng zu in der Hand­ball-Ober­li­ga: Der TV Sandwei­er (hier im An­griff Den­nis Klein, rechts Jo­nas Schuster) spiel­te bis­her ei­ne recht durch­wach­se­ne Sai­son und fin­det sich weit un­ten in der Ta­bel­le. Vor al­lem an der noch feh­len­den Konstanz müs­se des­halb ge­ar­bei­tet wer­den, so Ab­tei­lungs­lei­ter Fa­bi­an Hoch­stuhl. Foto: Col­let

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.