Chan­ce zur rich­ti­gen Zeit

Tisch­ten­nis: In­di­scher Gast­spie­ler San­may Pa­ran­ja­pe in Drit­ter Bun­des­li­ga bä­ren­stark

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Ekart Kin­kel

Wäh­rend die Bun­des­li­ga­mann­schaft des ASV Grün­wet­ters­bach die Hin­run­de der TTBL als Vor­letz­ter zwar auf ei­nem Ab­stiegs­platz be­en­de­te, zu­letzt aber mit ei­nem Sieg beim Re­kord­meis­ter Bo­rus­sia Düsseldorf gleich­sam für ei­ne Sen­sa­ti­on wie ein be­ein­dru­cken­des Le­bens­zei­chen sorg­te (sie­he auch „Nächs­ter Coup in TTBL?“), eilt Grün­wet­ters­bachs Zwei­te in der 3. Tisch­ten­nis-Bun­des­li­ga Süd von Sieg zu Sieg. Vor dem Spit­zen­spiel ges­tern beim Ver­fol­ger TTC Zug­brü­cke Grenzau II (bei Re­dak­ti­ons­schluss noch nicht be­en­det) stand der ASV Grün­wet­ters­bach II mit sechs Sie­gen und zwei Un­ent­schie­den un­ge­schla­gen an der Ta­bel­len­spit­ze;

Mit Top-Bi­lanz für den ASV Grün­wet­ters­bach II

zwei Zäh­ler vor den Rhein­lan­dP­fäl­zern. Ei­ner der ASV-Er­folgs­ga­ran­ten ist da­bei der in­di­sche Gast­spie­ler San­may Pa­ran­ja­pe, der bei sei­nen bis da­hin fünf Ein­sät­zen für Grün­wet­ters­bach al­le acht Ein­zel so­wie an der Sei­te von Mar­lon Spieſs auch vier der fünf Dop­pel ge­wann. Vor vier Jah­ren kam der ta­len­tier­te In­der aus Fri­cken­hau­sen nach Grün­wet­ters­bach. „Ein ech­ter Glücks­griff“, be­tont ASV-Ma­na­ger Ar­min Frei­bur­ger, der auf der Su­che nach ei­ner Ver­stär­kung für die da­ma­li­ge Re­gio­nal­li­ga­mann­schaft eher zu­fäl­lig auf Pa­ran­ja­pe auf­merk­sam wur­de. Der heu­te 22-Jäh­ri­ge trai­nier­te sei­ner­zeit re­gel­mäſ­sig bei Ji­an Xin Qiu im Fri­cken­hau­se­ner Leis­tungs­zen­trum und woll­te auch re­gel­mäſ­sig in Wett­kämp­fen zum Ein­satz kom­men. Das An­ge­bot vom ASV Grün­wet­ters­bach kam „ge­nau zur rich­ti­gen Zeit“sagt San­may Pa­ran­ja­pe und be­tont, dass er Ar­min Frei­bur­ger im­mer noch „sehr dank­bar“für die­se Chan­ce sei. Be­reits mit vier Jah­ren be­gann Pa­ran­ja­pe mit dem Tisch­ten­nis­trai­ning, doch als Te­enager such­te er nach neu­en Her­aus­for­de­run­gen. „In In­di­en ist Cricket die Sport­art Num­mer eins, Tisch­ten­nis spielt lei­der nur ei­ne Ne­ben­rol­le“, sagt Pa­ran­ja­pe. Al­so mel­de­te er sich 2008 bei ei­nem Nach­wuchs­camp in Düsseldorf an und fand 2010 den Weg ins schwä­bi­sche Fri­cken­hau­sen. Ver­gan­ge­nes Jahr ver­brach­te er für den Sport rund 20 Wo­chen in Deutsch­land, flog aber we­gen Vi­sums­ver­län­ge­run­gen und sei­nem Wirt­schafts­stu­di­um in der in­di­schen Uni­ver­si­täts­stadt Pu­na im­mer wie­der in die Hei­mat. Fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung er­hält Pa­ran­ja­pe von sei­nem Va­ter, der ihn be­reits seit den ers­ten Geh­ver­su­chen an der Tisch­ten­nis­plat­te ge­för­dert hat. In Grün­wet­ters­bach ha­be sich Pa­ran­ja­pe bes­tens ein­ge­lebt und fin­de im Tisch­ten­nis­zen­trum des ASV die „op­ti­ma­len Trai­nings­mög­lich­kei­ten“, weiſs Frei­bur­ger. Im Trai­ning le­ge der 22-Jäh­ri­ge ei­nen „enor­men Ehr­geiz“an den Tag und wol­le sich am liebs­ten bei je­der Ein­heit mit den Spie­lern aus der Ers­ten Mann­schaft mes­sen. „Er will sich ein­fach im­mer wei­ter ver­bes­sern“, ver­deut­licht Frei­bur­ger. Ne­ben dem Ehr­geiz legt Pa­ran­ja­pe auch ei­nen groſ­sen Kampf­geist an den Tag. Ei­ne Par­tie gibt er so schnell nicht ver­lo­ren. Das stell­te der In­der An­fang Ok­to­ber ge­gen Yev­ge­nij Christ vom TTC Wohl­bach ein­drucks­voll un­ter Be­weis, als er sich auch nach dem Ver­lust der ers­ten bei­den Sät­ze nicht aus dem Kon­zept brin­gen lies. Pa­ran­ja­pe be­wies letzt­lich Ner­ven­stär­ke – und ent­schied das Match nach der Ab­wehr von meh­re­ren Match­bäl­len mit 9:11, 8:11, 11:7, 13:11 und 18:16 für sich. Auch Christs Mann­schafts­kol­le­ge Leo­nard Süſs zog ge­gen Pa­ran­ja­pe trotz ei­ner 2:0-Satz­füh­rung noch den Kür­ze­ren; eben­so er­ging es Olegs Kar­tu­zovs vom Post SV Mühl­hau­sen II. Der Auf­stieg in die 2. Bun­des­li­ga ist Pa­ran­ja­pes groſ­ses Ziel. „Die 1. Bun­des­li­ga ist wahr­schein­lich ei­ne Num­mer zu groſs für mich“, schätzt er sei­ne Leis­tungs­stär­ke rea­lis­tisch ein. Denn selbst in In­di­en gibt es noch ei­ne gu­te Hand­voll bes­se­rer Ak­teu­re und so bleibt auch ei­ne Teil­nah­me an den Olym­pi­schen Spie­len für San­may Pa­ran­ja­pe wohl ein un­er­füll­ter Wunsch­traum.

Ehr­gei­zi­ger Er­folgs­ga­rant: San­may Pa­ran­ja­pe vom ASV Grün­wet­ters­bach II. Der 22-jäh­ri­ge In­der war für den Ti­tel­aspi­ran­ten der 3. Tisch­ten­nis-Bun­des­li­ga „ein ech­ter Glücks­griff“, so ASV-Ma­na­ger Frei­bur­ger. Foto: GES

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