Ste­hen­de Ova­tio­nen

UN-Kon­fe­renz be­schließt in Pa­ris Welt­kli­ma­ver­trag

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Aktuell - Avs

Die UN-Kli­ma­kon­fe­renz hat ges­tern Abend in Le Bour­get bei Pa­ris das neue welt­wei­te Kli­ma­schutz­ab­kom­men be­schlos­sen. Oh­ne dass Wi­der­spruch er­ho­ben wur­de, konn­te Frank­reichs Au­ßen­mi­nis­ter Lau­rent Fa­bi­us als Kon­fe­renz­vor­sit­zen­der die Ent­schei­dung fest­stel­len. „Ich se­he den Saal, die Re­ak­ti­on ist po­si­tiv, ich hö­re kei­ne Ein­wän­de“, sag­te Fa­bi­us, be­vor er die Ei­ni­gung per Ham­mer­schlag be­sie­gel­te. Es ist das ers­te Mal, dass sich al­le 196 be­tei­lig­ten Staa­ten ver­trag­lich da­zu be­ken­nen, An­stren­gun­gen im Kampf ge­gen die Er­der­wär­mung zu un­ter­neh­men. Die De­le­gier­ten fei­er­ten die Ei­ni­gung ste­hend mit mi­nu­ten­lan­gem Ap­plaus. Der Ver­trag sieht ei­ne Be­gren­zung der Er­der­wär­mung auf 1,5 bis zwei Grad so­wie fi­nan­zi­el­le und tech­ni­sche Un­ter­stüt­zung für Ent­wick­lungs­län­der vor. Kurz vor dem Ab­schluss hat­te es noch ein­mal Ver­wir­rung ge­ge­ben, da ein­zel­ne For­mu­lie­run­gen in den Be­schluss­tex­ten be­zie­hält hungs­wei­se de­ren Über­set­zun­gen nicht kor­rekt wie­der­ge­ge­ben wor­den wa­ren. Dies konn­te aber aus­ge­räumt wer­den. Zu­vor hat­te Frank­reichs Prä­si­dent François Hol­lan­de die 196 Ver­trags­part­ner in ei­ner lei­den­schaft­li­chen Re­de zur Mit­ar­beit be­schwo­ren: „Es ist sel­ten, dass es im Le­ben die Ge­le­gen­heit gibt, die Welt zu ver­än­dern. Sie ha­ben die­se Ge­le­gen­heit.“Bun­des­um­welt­mi­nis­te­rin Bar­ba­ra Hend­ricks (SPD) sag­te: „Ich bin so­weit sehr zu­frie­den mit dem Text.“Um­welt­ak­ti­vis­ten be­grüß­ten den Ver­trags­ent­wurf über­wie­gend als wich­ti­gen Wen­de­punkt, es gab aber auch kritische Stim­men. Vie­le for­der­ten noch stär­ke­re An­stren­gun­gen für den Kli­ma­schutz. Der Kon­fe­renz­lei­ter, Frank­reichs Au­ßen­mi­nis­ter Lau­rent Fa­bi­us, sag­te, der Ent­wurf sei ehr­gei­zig, aus­ge­wo­gen und recht­lich ver­pflich­tend. Er ent­hal­te Fort­schrit­te, die vie­le für un­mög­lich ge­hal­ten hät­ten. „Die Welt den Atem an und zählt auf uns al­le“, mahn­te er kurz vor der Ent­schei­dung. UNGe­ne­ral­se­kre­tär Ban Ki Moon sag­te: „Lasst uns den Job zu En­de brin­gen.“Laut Text soll der Aus­stoß von Treib­haus­ga­sen mög­lichst bald sin­ken. In der zwei­ten Hälf­te des Jahr­hun­derts sol­len dann nicht mehr Treib­haus­ga­se aus­ge­sto­ßen wer­den, als an an­de­rer Stel­le zum Bei­spiel von Wäl­dern auf­ge­nom­men wer­den kann – das heißt: Es sol­len net­to kei­ne zu­sätz­li­chen Treib­haus­ga­se in die At­mo­sphä­re ge­lan­gen. Treib­haus­ga­se las­sen wie das Glas im Treib­haus Son­nen­strah­len bis zum Erd­bo­den durch. Die von der Er­de re­flek­tier­ten In­fra­rot­strah­len neh­men sie je­doch auf und er­wär­men so die Luft. „Der Ver­trag ent­hält star­ke Zie­le, al­ler­dings schwa­che Maß­nah­men zur Um­set­zung die­ser Zie­le“, sag­te der Chef der Grü­nen im Bun­des­tag, Anton Ho­frei­ter, am Ran­de der Kon­fe­renz.

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