Skur­ri­le Chan­son­wel­ten

Se­bas­ti­an Krä­mer singt Lie­der wi­der bes­se­res Wis­sen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region - Tho­mas Liebs­cher

Bit­te ein­stei­gen und Bü­gel schlie­ßen! Se­bas­ti­an Krä­mer, der Ber­li­ner Chan­son­nier, ge­ehrt mit dem Deut­schen Klein­kunst- und Ka­ba­rett­preis fährt mit sei­nem neu­en Pro­gramm und der CD „Lie­der wi­der bes­se­res Wis­sen“wie in ei­nem Au­to­scoo­ter durch Rea­li­tät und Fan­ta­sie. Da spürt er Ale­po, dem Wald­geist nach oder hat sehr un­an­ge­neh­me Gäs­te zu Hau­se, die al­les durch­ein­an­der­brin­gen. Sind ja schließ­lich Idio­ten vom Ura­nus. Da­bei kommt die Mu­sik vom E-Pia­no so an­schmieg­sam harm­los da­her und die wit­zi­gen Tex­te pass­ten viel­leicht so­gar zu ei­nem Kin­der­lie­der­ma­cher mit mär­chen­haf­tem Touch. Bei Se­bas­ti­an Krä­mer ha­ben wir es mit ei­nem Dich­ter zu tun, der sich im­mer mehr auf die Wir­kung sei­ner Lie­der ver­lässt und im­mer we­ni­ger auf bran­chen­üb­li­che Po­in­ten. Da­mit sein Pu­bli­kum nicht ganz in text­las­ti­ge Fan­ta­sie­wel­ten ab­glei­ten, mischt er die me­lan­cho­li­sche Betrachtung sei­nes Stadt­ur­laubs bei. Die Vi­deo­thek ist nur 100 Schrit­te ent­fernt, war­um muss man da noch ver­rei­sen? Lie­ber macht er Aus­flü­ge in skur­ri­le Er­in­ne­rungs­wel­ten. Die Bal­la­de vom Schwei­ne­hund führt auf ei­nen Bau­ern­hof und der Song „Hell Ex­press“auf den Rum­mel­platz. Wo Co­me­di­ans ih­re bes­ten Freun­de für ei­nen Gag ver­kau­fen, gibt Se­bas­ti­an Krä­mer je­den Fun­ken ana­ly­ti­schen Durch­blicks ger­ne hin für ei­nen tra­gi­schen Ak­kord. Sich die Zu­stim­mung sei­ner Zu­hö­rer durch die Ar­ti­ku­la­ti­on be­den­ken­los teil­ba­rer Rich­tig­kei­ten zu si­chern, ist sei­ne Sa­che nicht. Als wä­re Qua­li­tät ei­ne Fra­ge der In­hal­te. Des­halb kom­men sei­ne Chan­sons über­haupt nicht lar­mo­yant da­her, wie bei man­chen Kol­le­gen, die klim­pernd und plap­pernd am Kla­vier sit­zen und mei­nen, wenn sie Po­li­ti­ker­na­men aus­spre­chen, schon mal was Ni­veau­vol­les zu lie­fern. Zu solch öder Klein­kunst lässt sich Krä­mer nicht her­ab. Da­für hat er viel zu viel Er­fah­rung im Ka­ba­ret­tGen­re ge­sam­melt und steht mit­ten im pral­len Büh­nen­le­ben. Im Ber­li­ner Ze­bra­no-Thea­ter ist er künst­le­ri­scher Lei­ter und hat die ei­ge­ne, mo­nat­li­che Ver­an­stal­tungs­rei­he „Club Ge­nie und Wahn­sinn“. Au­ßer­dem ist der Mit­glied der Le­se­büh­ne „Di­ens­tags­pro­phe­ten“. Er ge­wann be­reits Deut­schen Poe­try-Slam-Meis­ter­schaf­ten und ist wei­ter­hin in der Sze­ne ak­tiv. Jetzt soll­te das Pu­bli­kum aber erst mal den Ber­li­ner Chan­son­nier aus Ost­west­fa­len ken­nen­ler­nen.

steht in Bühl auf dem Pro­gramm im Bür­ger­haus Neu­er Markt. Am Sams­tag, 19. De­zem­ber, gas­tiert um 15 Uhr das Thea­ter Li­bri aus Bochum mit die­sem fan­ta­sie­vol­len Aben­teu­er aus der Kin­der­li­te­ra­tur. Auf der In­sel Nim­mer­land le­ben nicht nur Pe­ter Pan und sei­ne ver­lo­re­nen Jungs, auch zahl­rei­che an­de­re Fi­gu­ren be­völ­kern die­se Traum­welt: die schril­le Fee Tin­ker Bell, die schö­ne In­dia­ner­toch­ter Ti­ger Lil­ly und der fins­te­re Käpt’n Hook samt sei­ner Pi­ra­ten. Mit schwung­vol­ler und hei­te­rer Mu­sik wird das Stück zum Musical. Kar­ten gibt es an den üb­li­chen Vor­ver­kaufs­stel­len. Foto: pr

Rea­li­tä­ten und Fan­ta­si­en ver­knüpft Chan­son­nier Se­bas­ti­an Krä­mer. Foto: pr

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