„Ein per­fek­ter Tag“

Hoch­fil­zen: Bi­ath­le­tin Dahl­mei­er tri­um­phiert vor Ham­mer­schmidt

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Nicolas Rei­mer sid

Die strah­len­de Sie­ge­rin Lau­ra Dahl­mei­er ver­neig­te sich vor dem ju­beln­den Pu­bli­kum, dann nahm sie die zweit­plat­zier­te Ma­ren Ham­mer­schmidt in den Arm: Mit dem Dop­pel­sieg im Ver­fol­gungs­ren­nen von Hoch­fil­zen hat das DSV-Duo ein­drucks­voll das nächs­te Ka­pi­tel der deut­schen Biathlon-Fest­spie­le ge­schrie­ben. „Das ist ein Traum, ein per­fek­ter Tag“, sag­te die Par­ten­kirch­ne­rin nach ih­rem drit­ten Welt­cup­sieg. Dahl­mei­er hat­te sich das am­bi­tio­nier­te Ziel ge­setzt, „schon ganz vor­ne“zu lan­den. „Aber dass es so gut läuft, hät­te ich nicht er­war­tet“, mein­te Dahl­mei­er, und Ham­mer­schmidt er­gänz­te: „Das ist ein­fach Wahn­sinn, ein­fach der Ham­mer. Ich kann das gar nicht be­schrei­ben.“Auch bei der Win­ter­ber­ging ge­rin hat­te sich die Stei­ge­rung an­ge­deu­tet. „Ich ha­be schon in Ös­ter­sund ge­merkt, dass ich läu­fe­risch mit­hal­ten kann. Wenn es dann mit dem Schie­ßen klappt, kann man auch ganz vor­ne lan­den“, so die 26-Jäh­ri­ge. Ganz vor­ne misch­te bei den Män­nern auch Si­mon Sch­empp wie­der mit. Der Sprint­sie­ger du­el­lier­te sich lan­ge Zeit mit dem Mar­tin Four­ca­de – ver­lor den Fran­zo­sen und den „Dou­ble-Hattrick“letzt­lich aber aus den Au­gen. „Es war ein ganz schö­nes Psy­cho­ren­nen, drun­ter und drü­ber. Ich bin zu­frie­den“, sag­te Sch­empp, der 2014 und 2015 in Ant­holz Dop­pel­sie­ge aus Sprint und Ver­fol­gung er­run­gen hat­te. Ein „nor­ma­ler“Dop­pel-Er­folg ge­lang den deut­schen Frau­en, und ei­nen Tag nach dem fu­rio­sen Drei­fach-Tri­umph im Sprint ver­hin­der­te ein­zig Ga­b­rie­la Sou­kal­o­va das nächs­te kom­plett schwarz-rot-gol­de­ne Sie­ger­po­dest. Die Tsche­chin ver­wies in ei­nem span­nen­den Wett­kampf über 10 Ki­lo­me­ter die Sprint-Sie­ge­rin Fran­zis­ka Hil­de­brand (Claus­thal-Zel­ler­feld) auf den vier­ten Rang. Fran­zis­ka Preuß (Haag) lief noch vom 21. auf den elf­ten Platz und krön­te die er­neut her­vor­ra­gen­de Team­leis­tung des Deut­schen Ski­ver­ban­des (DSV). Nur die Sprint-Drit­te Mi­ri­am Göss­ner (Gar­misch) fiel nach vier „Fahr­kar­ten“noch auf den 15. Platz zu­rück. Dass Lau­ra Dahl­mei­er schon vor Weih­nach­ten ganz oben auf dem „Sto­ckerl“lan­den wür­de, hat­te sich nicht un­be­dingt ab­ge­zeich­net. Zwar ge­lang ihr als Sechs­te im Sprint ein tol­ler Sai­sone­in­stand, we­gen meh­re­rer grip­pa­ler In­fek­te hat­te die 22-Jäh­ri­ge zu­letzt aber nicht wie er­hofft trai­nie­ren kön­nen. Span­nend wur­de es ei­gent­lich nur beim letz­ten Schie­ßen – und da auch nur kurz­zei­tig, als sich die si­che­re Schüt­zin den ers­ten und an die­sem Tag ein­zi­gen Fehl­schuss leis­te­te. „Ich ha­be ver­sucht, mich nicht kir­re ma­chen zu las­sen. Aber ein klei­nes biss­chen ner­vös war ich den­noch“, sag­te Dahl­mei­er. Un­ru­hig war auch Ham­mer­schmidt ge­we­sen, zu­min­dest vor dem Ren­nen. „Gar nicht gut“ge­schla­fen hat­te sie, nach­dem sie im Sprint zum ers­ten Mal in ih­rer Kar­rie­re auf das Po­dest ge­stürmt war. Dass sie dann im Jagd­ren­nen per­ma­nent vor­ne ver­tre­ten war, mach­te die Si­tua­ti­on auch nicht un­be­dingt leich­ter. „Da ha­be ich mir ge­dacht: Mist, was ha­be ich mir da ein­ge­brockt“, sag­te die 26-Jäh­ri­ge. Heu­te ste­hen zum Ab­schluss des zwei­ten Welt­cups noch die Staf­feln an, bei de­nen die DSV-Quar­tetts als am­tie­ren­de Welt­meis­ter zu den Sieg­an­wär­tern zäh­len. Welt­meis­ter Se­ve­rin Freund hat das ers­te Welt­cup-Sprin­gen im rus­si­schen Ni­sch­ni Ta­gil ge­won­nen und da­mit sei­nen 20. Kar­rie­re­Sieg ge­fei­ert. Bei an­spruchs­vol­len und wech­seln­den Wind­ver­hält­nis­sen im „Kom­pleks Tramp­li­now Aist“am Ural setz­te sich der 27Jäh­ri­ge aus Rast­büchl nach Sprün­gen auf 132 und 134 Me­ter mit 260 Punk­ten deut­lich vor

Auch Si­mon Sch­empp Zwei­ter bei Ver­fol­gung 20. Welt­cup­sieg beim Sprin­gen in Ni­sch­ni Ta­gil

dem Slo­we­nen Pe­ter Pre­vc (248,5) durch. Mit sei­nem zwei­ten Sai­son­sieg ver­tei­dig­te Freund auch die Füh­rung im Ge­samt­welt­cup. „Das ist ein­fach ge­ni­al ge­lau­fen“, sag­te Freund in der ARD. Trotz der schwie­ri­gen Be­din­gun­gen zeig­te der Nie­der­bay­er zwei ta­del­lo­se Sprün­ge. Drit­ter hin­ter Freund und Pre­vc wur­de der Nor­we­ger Joa­chim Hau­er, der erst­mals aufs Po­dest sprang. We­nig Glück mit den Be­din­gun­gen hat­ten die an­de­ren deut­schen Sprin­ger. Richard Frei­tag (Aue) kam auf Platz elf. Youngs­ter Andre­as Wel­lin­ger (Berch­tes­ga­den), der im ers­ten Durch­gang denk­bar schlech­ten Wind er­wischt hat­te, ver­bes­ser­te sich mit ei­nem star­ken zwei­ten Sprung noch von Platz 20 auf 13.

Bob-Welt­meis­ter Fran­ces­co Fried­rich hat sei­ne Er­folgs­se­rie im Welt­cup fort­ge­setzt. Am Kö­nigs­see zeig­te der 25-Jäh­ri­ge mit An­schie­ber Thors­ten Mar­gis im Zwei­er ei­ne feh­ler­freie Leis­tung und ras­te mit Bahn­re­kord im ers­ten Lauf (49,29) zu sei­nem fünf­ten Sieg im fünf­ten Sai­son­ren­nen. Fried­rich wa­ren in Al­ten­berg und Win­ter­berg je­weils Dop­pel­sie­ge ge­lun­gen. Am Kö­nigs­see run­de­te Ni­co Walther mit Mar­ko Hüben­be­cker an der Brem­se das gu­te deut­sche Er­geb­nis als Drit­ter ab. sid/Foto: avs

DSV-Fest­spie­le in Hoch­fil­zen: Nach dem Drei­fach-Tri­umph im Sprint ge­lang den deut­schen Bi­ath­le­tin­nen in der Ver­fol­gung ein „nor­ma­ler“Dop­pel-Er­folg durch Lau­ra Dahl­mei­er (re.) und Ma­ren Ham­mer­schmidt. Foto: avs

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