Die „klei­ne Erb­se“trifft

Her­nan­dez sorgt für Le­ver­ku­sens 1:0-Sieg bei Auf­stei­ger In­gol­stadt

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Tho­mas Ni­k­laus Britta Kör­ber

Bay­er Le­ver­ku­sens Ge­schäfts­füh­rer Micha­el Scha­de ge­riet re­gel­recht ins Schwär­men, als die Re­de auf Chicha­ri­to kam, die „klei­ne Erb­se“. „Groß­ar­tig. Man mag sich ein Spiel oh­ne ihn gar nicht mehr vor­stel­len – auch nicht, wo wir oh­ne sei­ne To­re in der Ta­bel­le ste­hen wür­den. Er ist fast un­se­re Le­bens­ver­si­che­rung“, be­ton­te Scha­de nach dem glück­li­chen 1:0 (0:0) beim Neu­ling FC In­gol­stadt. Wie­der ein­mal war es der 27 Jah­re al­te Me­xi­ka­ner, der die Werks­elf mit sei­nem Tref­fer in der 73. Mi­nu­te zum Sieg schoss und so für ein „ei­ni­ger­ma­ßen zu­frie­den­stel­len­des En­de“(Scha­de) ei­ner durch­wach­se­nen Hin­run­de sorg­te. „So ei­nen Trans­fer er­träumt man sich, aber er­war­ten kann man das nicht“, füg­te der Bay­er-Boss stolz an. Ja­vier „Chicha­ri­to“Her­nan­dez wech­sel­te im Som­mer in letz­ter Mi­nu­te von Man­ches­ter Uni­ted zur Werks­elf und über­traf bis­her al­le Er­war­tun­gen. „Er hat ei­ne her­aus­ra­gen­de Quo­te. Er steht eben im rich­ti­gen Mo­ment an der rich­ti­gen Stel­le“, lob­te Bay­er-Coach Ro­ger Schmidt sei­nen quir­li­gen An­grei­fer und stell­te be­son­ders des­sen „Cool­ness“her­aus. 22 Pflicht­spie­le ab­sol­vier­te Chicha­ri­to bis­lang für Bay­er und er­ziel­te dar­in 19 (!) Tref­fer, elf da­von in der Bun­des­li­ga und fünf in der Cham­pi­ons Le­ague. Da­bei war vom Me­xi­ka­ner in In­gol­stadt lan­ge we­nig zu se­hen, be­vor er nach ei­nem Kon­ter eis­kalt zu­schlug. Das nö­tig­te auch Sturm­kol­le­ge Ste­fan Kieß­ling gro­ßen Re­spekt ab: „Er hat ein­fach ein Nä­schen. Es ist wich­tig, wenn du so ei­nen hast.“Chicha­ri­to selbst woll­te dies al­les nicht über­be­wer­ten. „Das ist ein gu­tes Ge­fühl, aber wich­tig ist, dass wir drei Punk­te ge­holt ha­ben und wie­der an den Cham­pi­ons­Le­ague-Plät­zen dran sind“, sag­te er cool. Nach dem Aus in der Kö­nigs­klas­se geht Bay­er dank der wich­ti­gen Sie­ge in der Li­ga in In­gol­stadt und ge­gen Glad­bach (5:0) so­wie dem Ein­zug ins Po­kal-Vier­tel­fi­na­le nun „mit ei­nem gu­ten Ge­fühl in die Pau­se“, wie Schmidt er­leich­tert an­merk­te. Dies trifft auch auf Kieß­ling zu, der in den ver­gan­ge­nen ein­ein­halb Wo­chen noch ein­mal ein­drucks­voll zeig­te, war­um ihn Sport­di­rek­tor Ru­di Völ­ler im Win­ter un­ter kei­nen Um­stän­den ab­ge­ben moch­te. Auch in In­gol­stadt ra­cker­te der 31Jäh­ri­ge an Chicha­ri­tos Sei­te un­er­müd­lich. Schon längst ge­nießt der Fran­ke bei den Fans Kult­sta­tus. Dies zeig­ten sie ih­rem Lieb­ling auch in In­gol­stadt mit T-Shirts, die die Auf­schrift „Für im­mer 11“in An­leh­nung an Kieß­lings Rü­cken­num­mer tru­gen. „Das ist ein wun­der­schö­nes Ge­fühl, so ei­ne Un­ter­stüt­zung zu be­kom­men. Das ist Gän­se­haut pur“, sag­te der An­grei­fer zu die­ser Fan-De­mo. Die Wech­sel­ab­sich­ten von Kieß­ling sind längst ad ac­ta ge­legt. Er wer­de nach der Win­ter­pau­se „Gas ge­ben“, und er hof­fe, „dass es bes­ser als in der Hin­run­de läuft“. Da­von geht Scha­de aus, der gro­ße Hoff­nung in das Duo Chicha­ri­to/Kieß­ling legt: „Wir wer­den noch viel Freu­de an bei­den ha­ben.“

Tol­le Quo­te: 19 To­re in 22 Pflicht­spie­len er­zielt

Ab­flug: Ste­fan Kieß­ling muss sich nach ei­nem Foul schon mal auf die Lan­dung kon­zen­trie­ren. Der ehe­ma­li­ge Na­tio­nal­stür­mer bil­de­te mit Ja­vier „Chicha­ri­to“Her­nan­dez auch in In­gol­stadt ei­nen ef­fek­ti­ven Sturm. Die Werks­elf ge­wann beim Auf­stei­ger mit 1:0. Foto: avs

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