Die Wen­de für Sy­ri­en?

Der Sonntag (Mittelbaden) - - ERSTE SEITE -

Es war ein di­plo­ma­ti­scher Durch­bruch: Der UN-Si­cher­heits­rat hat am Frei­tag­abend ein­stim­mig ei­nen Frie­dens­plan für Sy­ri­en ge­bil­ligt. Doch bringt das ei­ne ra­sche Wen­de zum Frie­den? Vie­le Ex­per­ten und Po­li­ti­ker zeig­ten sich ges­tern skep­tisch. Der deut­sche Frie­dens­for­scher Jo­chen Hipp­ler sieht in der UN-Re­so­lu­ti­on zu Sy­ri­en kei­ne Ga­ran­tie für ei­nen schnel­len Frie­den, auch wenn sie ein wich­ti­ger Zwi­schen­schritt sei, sag­te Hipp­ler. „Der Un­ter­schied ist, dass jetzt Russ­land, Iran, Sau­di-Ara­bi­en, die USA und die west­eu­ro­päi­schen Län­der sich tat­säch­lich auf ei­ne ge­mein­sa­me Er­klä­rung ver­stän­digt ha­ben. Das war in der Ver­gan­gen­heit ja fünf Jah­re lang un­mög­lich. Das ist si­cher gut und nimmt Druck von au­ßen weg. Aber es be­deu­tet eben noch nicht, dass in Sy­ri­en Vor­aus­set­zung be­stün­den, tat­säch­lich zu Frie­den zu kom­men in den nächs­ten ein bis zwei Jah­ren.“Ein Haupt­pro­blem sei­en Hun­der­te be­waff­ne­te Grup­pen, die schwer un­ter ei­nen Hut zu krie­gen sei­en, sag­te der Po­li­tik­wis­sen­schaft­ler von der Uni Duis­burg-Es­sen. Un­klar sei, ob die Zeit reif sei für den Ver­hand­lungs­pro­zess oder „ob das Land erst noch ei­ni­ge Jah­re aus­blu­ten und das Lei­den wei­ter­ge­hen wird. Be­vor dann aus Er­schöp­fung tat­säch­lich al­le Leu­te sich ein­be­zie­hen las­sen.“

„Kei­ne Ga­ran­tie für schnel­len Frie­den“

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