An­schlag be­un­ru­higt

Schäu­b­le: „Pa­ro­len der Dumpf­ba­cken nicht über­tö­nen“

Der Sonntag (Mittelbaden) - - ERSTE SEITE - Avs

Nach­dem in ei­ner ge­plan­ten Flücht­lings­un­ter­kunft in Schwä­bisch Gmünd (Ost­alb­kreis) Feu­er ge­legt wur­de, re­agiert die Po­li­tik ent­setzt. Die Stadt will über Par­tei­gren­zen hin­weg vor al­lem ein Si­gnal ge­gen Frem­den­feind­lich­keit set­zen, Bür­ger de­mons­trier­ten vor dem be­schä­dig­ten Ge­bäu­de. Hin­wei­se auf die Tä­ter gab es bis­lang nicht. Bei dem Brand am frü­hen Mor­gen des ers­ten Weih­nachts­fei­er­tags wur­de nie­mand ver­letzt. Der Sach­scha­den an dem Ge­bäu­de in Bau hielt sich in Gren­zen. Die Un­ter­kunft soll vom Früh­jahr an bis zu 120 Flücht­lin­gen ei­ne Blei­be bie­ten. Die Er­mitt­ler sind na­he­zu si­cher, dass sich der Brand nicht selbst ent­zün­det hat. Ob es sich um ei­ne po­li­tisch mo­ti­vier­te Tat han­delt, sei noch un­klar. Ei­ne zu­fäl­lig vor­bei­kom­men­de Strei­fe der Bosch-Werks­feu­er­wehr hat­te das nächt­li­che Feu­er ge­se­hen und so­fort mit dem Lö­schen be­gon­nen. Wä­re der Brand nur 15 Mi­nu­ten spä­ter ent­deckt wor­den, wä­re von dem aus Holz er­rich­te­ten Ge­bäu­de ver­mut­lich nicht mehr viel üb­rig ge­we­sen, so der Lei­ter der Kri­po Aa­len. Mi­nis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann (Grüne) sag­te: „Ein Brand­an­schlag auf ein Flücht­lings­heim ist im­mer auch ein An­griff auf un­se­re Ge­sell­schaft.“Si­cher­heits­maß­nah­men rund um Asyl­be­wer­ber­un­ter­künf­te müss­ten wei­ter er­höht wer­den, for­der­te der CDUSpit­zen­kan­di­dat Gui­do Wolf. Auch in Sach- sen gab es ges­tern St­ein­wür­fe und Böl­ler ge­gen Flücht­lings­un­ter­künf­te. Die Bun­des­mi­nis­ter Frank-Wal­ter St­ein­mei­er (Au­ßen/SPD) und Wolf­gang Schäu­b­le (Fi­nan­zen/CDU) ha­ben dras­tisch vor Stim­mungs­ma­che mit den Ängs­ten der Bür­ger ge­warnt. St­ein­mei­er warf Po­li­ti­kern des rech­ten Par­tei­en­spek­trums Mit­ver­ant­wor­tung für Ge­walt­ta­ten vor. Schäu­b­le mahn­te sei­ne Par­tei, in kei­nen Wett­streit mit der rechts­po­pu­lis­ti­schen AfD ein­zu­tre­ten. Das bes­te Re­zept da­für, dass die AfD auch bei der Bun­des­tags­wahl nicht ins Par­la­ment kom­me, sei, „dass wir die Sor­gen der Bür­ger lö­sen und nicht die Pa­ro­len der Dumpf­ba­cken noch über­tö­nen“, sag­te er der „Bild am Sonn­tag“.

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