Noch kein Spiel­geld

Mil­li­ar­den von D-Mark sind ge­sam­melt oder ge­hor­tet

Der Sonntag (Mittelbaden) - - AKTUELL - Avs

Ge­sam­melt, ver­ges­sen, ver­lo­ren: Noch 12,9 Mil­li­ar­den D-Mark sind im Um­lauf – 14 Jah­re nach dem Ab­schied von der Mark. Ob­wohl Um­tausch im­mer noch mög­lich ist. Manch ein Er­wach­se­ner sehnt sich nach der D-Mark zu­rück, wäh­rend die al­te deut­sche Wäh­rung vie­len Kin­dern völ­lig un­be­kannt ist. Zum Bei­spiel ei­nem Vier­jäh­ri­gen, der im Sam­mel­al­bum sei­nes Groß­va­ters ei­ne 500-D-Mark-Bank­no­te fand. Die gro­ße Burg auf der Rück­sei­te sprach den Jun­gen an, wie die Deut­sche Bun­des­bank be­rich­tet: „Er nahm die Bank­no­te mit in den Kin­der­gar­ten, schnitt dort das Mo­tiv der Burg Eltz mit der Sche­re aus – glück­li­cher­wei­se groß­zü­gig – und kleb­te die Burg auf ein Blatt Pa­pier, das an­schlie­ßend wei­ter be­malt wur­de.“Meh­re­re Ta­ge hing das neue Bild an ei­ner Wand im Kin­der­gar­ten, bis die ech­te Bank­no­te end­lich er­kannt wur­de. Der Opa des Jun­gen ist bei wei­tem nicht der Ein­zi­ge, der sich nicht von sei­nem D-Mar­kBar­geld tren­nen kann. Die Deut­schen hor­ten noch im­mer Schei­ne und Mün­zen. Bei ei­ner ak­tu­el­len Um­fra­ge des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts You­Gov gab mehr als je­der Zwei­te (54 Pro­zent) an, noch Mün­zen oder Schei­ne der al­ten deut­schen Wäh­rung zu Hau­se zu ha­ben. Nach Zah­len der Bun­des­bank wa­ren En­de No­vem­ber noch rund 168 Mil­lio­nen Stück Schei­ne und gut 24 Mil­li­ar­den Stück D-Mark-Mün­zen im Um­lauf. Vor al­lem bei den Geld­stü­cken scheint den Men­schen ei­ne Tren­nung schwer zu fal­len: 54 Pro­zent der Mün­zen wur­den bis heu­te nicht um­ge­tauscht! Ein Grund könn­te sein: Es gibt wohl grö­ße­re Men­gen im Aus­land: Denn die D-Mark fand vor al­lem im da­ma­li­gen Ju­go­sla­wi­en so­wie sei­nen Nach­fol­ge­staa­ten und in an­de­ren Tei­len Ost­eu­ro­pas zum Teil als Zweit­wäh­rung Ver­wen­dung und wur­de welt­weit als Trans­ak­ti­ons­und Wert­auf­be­wah­rungs­mit­tel ge­nutzt. Und ei­ni­ge Men­schen hät­ten wohl schlicht ver­ges­sen, dass sie noch ir­gend­wo D-Mark ver­steckt ha­ben. So konn­te sich ein äl­te­res Ehe­paar nicht über die „si­che­re“Ver­wah­rung der Schei­ne ver­stän­di­gen. Da­her ha­be das Paar die ei­ne Hälf­te im Kel­ler, die an­de­re auf dem Dach­bo­den ver­steckt. Mit schlech­tem Aus­gang, wie die Bun­des­bank im Zu­sam­men­hang mit ei­nem Er­stat­tungs­an­trag zu be­schä­dig­ten D-Mark-Bank­no­ten er­fuhr: „Wäh­rend die ei­ne Hälf­te im Kel­ler durch Feuch­tig­keit be­schä­digt wur­de, trug die an­de­re Hälf­te deut­li­che Spu­ren von Mäu­se­fraß.“Wer das ver­mei­den will: Der Um­tausch von D-Mark-Bank­no­ten und -Mün­zen in Eu­ro ist bei al­len Fi­lia­len der Deut­schen Bun­des­bank mög­lich – ge­büh­ren­frei, un­be­fris­tet und oh­ne Li­mit beim Be­trag.

Von der D-Mark tren­nen sich die Deut­schen 14 Jah­re nach dem En­de der Wäh­rung nicht gern. Mün­zen und Schei­ne im Wert von 12,9 Mil­li­ar­den Mark sind noch im Um­lauf. Ob­wohl Um­tausch mög­lich ist. Foto: avs

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