Ty­pisch El­lie

Die bri­ti­sche Sän­ge­rin führt ih­re Er­folgs­ge­schich­te mit ih­rem drit­ten Al­bum „De­li­ri­um“fort

Der Sonntag (Mittelbaden) - - DIE REGION - Joe

Über 20 Mil­lio­nen ver­kauf­te Ton­trä­ger, Gold für „Hal­cyon“in Deutsch­land, zwei Brit Awards und zu­letzt die Sing­le „Lo­ve Me Li­ke You Do“, die in über 70 Län­dern Platz 1 der Ver­kauf­scharts er­reich­te und in über 80 Län­dern bei iTu­nes an der Spit­ze stand. Ei­nen Re­kord für die meis­ten Streams in­ner­halb ei­ner Wo­che gab es di­rekt da­zu. Mit ih­rem ak­tu­el­len Al­bum „De­li­ri­um“hat El­lie Goul­ding ein be­ein­dru­cken­des drit­tes Werk vor­ge­legt. Un­glaub­li­che Zah­len, und doch denkt El­lie noch längst nicht dar­an, ei­nen Gang her­un­ter­zu­schal­ten, im Ge­gen­teil: „Wenn es da ei­ne Art Ne­bel­schlei­er gab, der die ers­ten bei­den Al­ben um­hüllt hat, dann lag das wohl dar­an, dass ich da­mals ein­fach noch nicht ge­nau wuss­te, wer oder was ich ei­gent­lich sein will. Bei je­dem Pop­Mu­si­ker, der sich selbst nicht als un­glaub­lich läs­sig und cool emp­fin­det, schwingt au­to­ma­tisch so ein An­flug von Unsicherheit mit: Wenn man ein­fach ex­trem cool ist, dann will man ein Rie­sen­star sein, und wenn man ein Rie­sen­star ist, dann will man auch cool sein. Bei mir war’s wohl ein we­nig so, dass ich nicht ge­nau sa­gen konn­te, wie mich die Leu­te über­haupt wahr­neh­men; ich hat­te das Ge­fühl, dass mir ganz un­ter­schied­li­che Din­ge nach­ge­sagt und an­ge­dich­tet wur­den. Jetzt al­ler­dings bin ich end­lich durch mit die­sem gan­zen The­ma. Es mag zwar ver­rückt klin­gen, aber ein Teil von mir be­trach­tet die­ses Al­bum wirk­lich als ein Ex­pe­ri­ment – als den Ver­such, ein über­di­men­sio­na­les Pop-Al­bum zu ma­chen. Und ich ha­be ein­fach das Ge­fühl, dass jetzt der per­fek­te Zeit­punkt da­für ist.“Drei Jah­re nach der Ver­öf­fent­li­chung von „Hal­cyon“, pas­siert auf „De­li­ri­um“ge­nau das, was sie meint, wenn sie da­von spricht, end­lich die­sen „Ne­bel­schlei­er zu lüf­ten“. Der Vor­gän­ger war in ei­ner be­son­ders schwie­ri­gen Pha­se ih­res Le­bens ent­stan­den, und sie selbst sagt, dass sie ei­gent­lich erst jetzt wirk­lich ver­steht, wie per­sön­lich und wich­tig die­ses Al­bum für sie war: „Ja, das war ein fins­te­rer Ab­schnitt, aber wie fins­ter wur­de mir ehr­lich ge­sagt erst klar, als ich da­mit be­gon­nen ha­be, das neue Al­bum zu schrei­ben und auf­zu­neh­men, weil ich so viel glück­li­cher war da­bei“, be­rich­tet sie. „Auf ,Hal­cyon‘ woll­te ich de­fi­ni­tiv die­se Ab­grün­de zum Aus­druck brin­gen, es war ei­ne Art Hil­fe­ruf. Und wenn ich die Songs von dem Al­bum heu­te li­ve sin­ge, dann den­ke ich manch­mal: ,Wow‘ das ist ganz schön düs­ter und tief­schür­fend.’ Ich mei­ne, im­mer­hin en­det das Al­bum mit ei­nem Ti­tel, der ,De­ad In The Wa­ter‘ heißt – was ein ziem­lich ein­deu­ti­ges State­ment ist.“Die Ar­beit an „De­li­ri­um“hin­ge­gen ha­be ihr ein­fach nur Spaß ge­macht: „Es gibt so vie­le Pas­sa­gen in die­sen neu­en Songs, bei de­nen Freun­de von mir so­fort ru­fen: ,Oh, das bist ty­pisch du, El­lie!‘, wo­mit sie mei­nen, dass ich mal wie­der so ehr­lich bin, dass es schon weh­tut. Zum Bei­spiel wenn ich sin­ge ,Ever­y­thing you do I over­ana­ly­se‘, dass ich al­les im­mer so ge­nau un­ter die Lu­pe neh­me, das ist so ei­ne Stel­le, die wohl echt ty­pisch ist für mich.“Ob­wohl sie heu­te sicht­lich ent­spann­ter ist und mehr in sich ruht, fällt es El­lie noch im­mer nicht leicht, kom­plett ab­zu­schal­ten: „Zu Weih­nach­ten ha­be ich mir mal ein paar Wo­chen kom­plett frei­ge­nom­men, und dann noch hier und da mal ei­ne Wo­che. Aber so ei­ne rich­tig lan­ge Aus­zeit ha­be ich mir noch nie ge­nom­men seit das al­les an­ge­fan­gen hat.“Doch selbst wenn sie mal ein paar Ta­ge frei macht, schei­nen die Fo­to­ap­pa­ra­te sie in­zwi­schen auch dann auf Schritt und Tritt zu ver­fol­gen: „Na­tür­lich gibt’s Leu­te, bei de­nen das noch viel schlim­mer ist, aber es ist trotz­dem ein ko­mi­sches Ge­fühl, sich über­haupt da­mit aus­ein­an­der­set­zen zu müs­sen.

El­lie Goul­ding ge­hört zu den wich­tigs­ten bri­ti­schen So­lo-Künst­le­rin­nen die­ser Ta­ge. So­eben hat sie ihr drit­tes Al­bum „De­li­ri­um“ver­öf­fent­licht. Foto: Uni­ver­sal

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