Le­se­stoff

Der Sonntag (Mittelbaden) - - DIE REGION - Avs

Kri­tik an den herr­schen­den Ver­hält­nis­sen durch Spott, Re­spekt­lo­sig­keit und Hu­mor zu üben, ge­hört zu den klas­si­schen Be­stand­tei­len der Welt­li­te­ra­tur. Aber die Sa­ti­re dient in ers­ter Li­nie nicht der Un­ter­hal­tung oder dem Amü­se­ment, son­dern dem An­griff auf be­ste­hen­de Ver­hält­nis­se. Ei­ner der sich sehr gut mit die­sem The­ma in Theo­rie und Pra­xis aus­kennt ist Hen­ning Vens­ke (76). Schon seit den 70er Jah­ren ist er im­mer wie­der als Au­tor und Darstel­ler in Er­schei­nung ge­tre­ten. Er ar­bei­te­te mit der Münch­ner Lach- und Schieß­ge­sell­schaft und in Die­ter Hil­de­brandts le­gen­dä­rem „Schei­ben­wi­scher“. Vens­ke ist al­so bes­tens qua­li­fi­ziert, den Le­sern zu er­läu­tern, was Sa­ti­re ist und wie sie sich ent­wi­ckelt hat. In ei­nem ra­san­ten Ritt durch die Li­te­ra­tur­ge­schich­te prä­sen­tiert er die be­kann­tes­ten und be­deu­tends­ten Sa­ti­ri­ker. Von Aris­to­pha­nes und den Rö­mer Lu­ci­li­us über Jo­na­than Swift und Erich Käst­ner schlägt er den Bo­gen bis in die Ge­gen­wart. Schnell wird klar: „Sa­ti­ri­ker ha­ben im­mer schon ge­fähr­lich ge­lebt“. Und an­ders als die drei Af­fen, die sich aus al­lem her­aus­hal­ten, in­dem sie nichts se­hen, nichts hö­ren und nichts sa­gen, „hat der Sa­ti­ri­ker sei­nen Af­fen im Hirn: Er hört al­les, sieht al­les, und er sagt al­les“.

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