„Es gibt kein Zu­rück mehr“

Kauc­zin­ski hält an sei­nem Ent­schluss fest

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Ha­rald Lin­der

Auch der ver­söhn­li­che Jah­res­ab­schluss mit zwei Sie­gen zum Auf­takt der Rück­run­de und die zu­letzt von ver­schie­de­nen Sei­ten un­ter­nom­me­nen Ver­su­che, ihn doch noch zum Blei­ben zu be­we­gen, konn­ten Mar­kus Kauc­zin­ski nicht mehr von sei­nem Ent­schluss ab­brin­gen, den KSC nach En­de die­ser Spiel­zeit zu ver­las­sen. „Es gibt kein Zu­rück mehr“, mein­te der 45-Jäh­ri­ge auf ei­ne ent­spre­chen­de Fra­ge des SONN­TAG, woll­te aber nicht nä­her dar­auf ein­ge­hen, war­um er das An­ge­bot des KSC für ei­ne Ver­län­ge­rung sei­nes Ver­trags aus­ge­schla­gen hat­te.

KSC-Coach er­war­tet ei­ne gu­te Rück­run­de

Da­bei wähn­te man sich im Som­mer im Trai­nings­la­ger in Schef­fau noch auf ei­nem gu­ten Weg, die bis da­hin er­folg­rei­che Zu­sam­men­ar­beit fort­set­zen zu kön­nen, der le­dig­lich die Krö­nung ver­sagt blieb, als der KSC in der Auf­stiegs­re­le­ga­ti­on un­glück­lich am HSV schei­ter­te. Ein Schei­tern, das bis in die neue Spiel­zeit hin­ein spür­bar war, wie auch Kauc­zin­ski sagt. „Es war ei­ne sehr emo­tio­na­le Sai­son und ein trau­ma­ti­sches Er­leb­nis für uns al­le, das auch in den Köp­fen der Spie­ler nach­wirk­te. Die­se hat­ten zu­dem nur ei­ne sehr kur­ze Er­ho­lungs­zeit, was man auch an den Wer­ten ge­se­hen hat. Da­zu ka­men ei­ni­ge ver­letz­te Spie­ler und ei­ni­ge, die nicht die Form des ver­gan­ge­nen Jah­res hat­ten. Dann gab es Spie­ler, die weg woll­ten, weil sie nach der tol­len letz­ten Sai­son um­wor­ben wa­ren. All das macht es er­klär­bar, dass der Sai­sonGroß­as­pach), start sehr holp­rig ver­lief, aber die letz­ten Spie­le ha­ben ge­zeigt, dass die Mann­schaft wie­der in die Spur fin­det, und wir wuss­ten trotz der schwa­chen Er­geb­nis­se zum Sai­son­be­ginn, dass wir aus die­ser Si­tua­ti­on raus­kom­men kön­nen“, so Kauc­zin­ski. Dass die Ver­eins­füh­rung dies nach den Nie­der­la­gen zu Be­ginn in Fürth und ge­gen St. Pau­li und vor al­lem nach dem Po­kal-Aus in Reut­lin­gen ver­mut­lich an­ders ge­se­hen und zu­nächst die fi­na­len Ge­sprä­che über ei­nen neu­en Ver­trag mit dem Chef-Trai­ner aus­ge­setzt hat­te, will Kauc­zin­ski nicht nä­her kom­men­tie­ren. „Na­tür­lich hat die Ver­eins­füh­rung das Recht, un­se­re Ar­beit kri­tisch zu hin­ter­fra­gen und da müs­sen wir dann auch Re­de und Ant­wort ste­hen“, sagt er nur. Dass die­se Re­ak­ti­on zu­min­dest in der Öf­fent­lich­keit als De­mon­ta­ge des Chef-Trai­ners wahr­ge­nom­men wur­de, hat Prä­si­dent In­go Wel­len­reu­ther zwar stets eben­so ve­he­ment be­strit­ten, wie auch die Tat­sa­che selbst, die Ver­trags­ge­sprä­che we­gen der aus­ge­blie­be­nen Er­fol­ge aus­ge­setzt zu ha­ben. Aber seit­her war das Ver­hält­nis zwi­schen Kauc­zin­ski und sei­nem Prä­si­den­ten zu­min­dest ge­trübt, und als es dann doch noch zu den Ver­trags­ge­sprä­chen kam, sag­te Kauc­zin­ski dem KSC ab. „Man muss auch Rück­grat zei­gen“, sag­te er ein­mal, oh­ne nä­her dar­auf ein­zu­ge­hen, was er da­mit mein­te und hat das The­ma ab­ge­hakt. „Ich ha­be ei­ne Ent­schei­dung ge­trof­fen und will jetzt mei­ne Kraft dar­auf ver­wen­den, mit der Mann­schaft noch ei­ne gu­te Sai­son zu spie­len“, sagt er. „Im Win­ter­trai­nings­la­ger kön­nen wir jetzt für die Rest­sai­son ei­ne Vor­be­rei­tung oh­ne die Pro­ble­me wie zu Sai­son­be­ginn ma­chen. Dann wer­den wir se­hen, was noch mög­lich ist“, gibt er sich op­ti­mis­tisch, „das, was ich hier an­ge­fan­gen ha­be, zu ei­nem gu­ten En­de zu brin­gen“. Sport­di­rek­tor Jens Todt be­dau­ert den Weg­gang Kauc­zins­kis sehr, da „wir mit ihm als Chef-Trai­ner und sei­nem Trai­ner­stab ei­ne Kon­stel­la­ti­on hat­ten, um die uns vie­le Ver­ei­ne be­nei­det ha­ben, aber Mar­kus hat sei­ne Ent­schei­dung ge­trof­fen und es ist jetzt ei­ne mei­ner Auf­ga­ben, ei­nen Nach­fol­ger vor­zu­schla­gen, der zu uns passt“, so Todt. Der hat auch schon mit ei­ni­gen Kan­di­da­ten Vor­ge­sprä­che ge­führt, will aber nicht sa­gen, wer die­se sind. Na­men wie Jens Kel­ler (ehe­mals Schal­ke 04), Frank Kra­mer (Ex-Trai­ner in Düsseldorf), Rü­di­ger Rehm (Son­nen­hof aber auch der des Hol­län­ders Ron Jans (PEC Zwol­le) kur­sie­ren zwar im Um­feld des Wild­parks, aber Todt woll­te die­se Na­men nicht kom­men­tie­ren. Bis­lang ha­be aber nur Kauc­zins­kis Ko-Trai­ner Ar­gi­ri­os Gi­an­ni­kis, der zur­zeit sei­ne Aus­bil­dung als Fuß­ball­leh­rer ab­sol­viert, mit dem KSCPrä­si­di­um ein Ge­spräch ge­führt, so Todt. Bis zum Früh­jahr soll die Ent­schei­dung ge­trof­fen wer­den, wer zu­künf­tig im Wild­park den Trai­nings­be­trieb lei­ten wird. Mar­kus Kauc­zin­ski wird es al­ler­dings nicht mehr sein, denn für die­sen gibt es – so nicht doch noch et­was ganz Au­ßer­ge­wöhn­li­ches pas­siert – „kein Zu­rück mehr“.

Im Som­mer en­det die Zu­sam­men­ar­beit: KSC-Coach Mar­kus Kauc­zin­ski (links) wird den Ver­ein nach die­ser Sai­son ver­las­sen, Sport­di­rek­tor Jens Todt muss ei­nen ge­eig­ne­ten Nach­fol­ger fin­den. Foto: GES

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