Raus aus dem „Nie­mands­land“

In den rest­li­chen 15 Spie­len der Sai­son geht der Blick beim KSC nach oben

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Pe­ter Tre­bing

Platz neun in der Zweit­li­ga-Ta­bel­le – das hört sich nach „Nie­mands­land“an. Und ist es wohl auch für den Karls­ru­her SC, denn der Ab­stand zum Re­le­ga­ti­ons­platz im obe­ren Ta­bel­len­be­reich ist fast ge­nau­so groß, wie die Dif­fe­renz nach un­ten. Acht Zäh­ler tren­nen den KSC ak­tu­ell vom Ta­bel­len­drit­ten 1. FC Nürn­berg, neun Punk­te Vor­sprung sind es zum Dritt­letz­ten SC Pa­der­born. Ins­ge­samt liegt man da­mit wohl deut­lich hin­ter den ei­ge­nen Er­war­tun­gen, doch es gibt Grün­de für die bis­lang zu­min­dest nicht so gut ver­lau­fe­ne Run­de. Plau­si­ble Grün­de. Und ei­ner da­von liegt noch in der Vor­sai­son. Näm­lich der Mo­ment, als Or­lis­hau­sen und Co schon mit ein­ein­halb Bei­nen in der Bun­des­li­ga stan­den und dann in buch­stäb­li­cher letz­ter Mi­nu­te im Re­le­ga­ti­ons-Rück­spiel ge­gen den Ham­bur­ger SV fast schon bru­tal ge­stoppt wur­den. Ein Schock für al­le, die in ir­gend­ei­ner Form mit den „Blau­Wei­ßen“eng ver­ban­delt sind. Kurz vor dem gro­ßen Ziel die Bruch­lan­dung, die vie­le im Team nicht so ein­fach weg­ste­cken konn­ten. Da an­schlie­ßend auch noch Leis­tungs­trä­ger wie Phil­ipp Max (zum FC Augs­burg), Rou­wen Hen­nings (FC Burn­ley/En­g­land) und Rein­hold Yabo (RB Salz­burg) wech­sel­ten und an­de­re Spie­ler blei­ben muss­ten, ob­wohl sie sich auch ger­ne ver­än­dert hät­ten, deu­te­te sich schon an, dass man beim Karls­ru­her SC vor ei­ner schwie­ri­gen Sai­son ste­hen wür­de. Ein schwa­cher Start, ei­ne Bla­ma­ge im Po­kal beim SSV Reut­lin­gen (1:3-Nie­der­la­ge) und das De­ba­kel bei der Braun­schwei­ger Ein­tracht, als man mit 0:6 un­ter­ging – der oh­ne­hin schon li­mi­tier­te Kre­dit war schnell auf­ge­braucht. Selbst die ei­gent­lich fast ob­li­ga­to­ri­sche Ver­trags­ver­län­ge­rung mit Coach Kauc­zin­ski schei­ter­te (sie­he auch Ar­ti­kel „Es gibt kein Zu­rück mehr“auf die­ser Sei­te). Es war ein­fach der Wurm drin. Und die vie­len Ver­let­zun­gen ein wei­te­res Han­di­cap. Als man dann tat­säch­lich ein­mal ei­ne Se­rie von sie­ben un­ge­schla­ge­nen Spie­len hin­le­gen konn­te, folg­te prompt wie­der der Rück­schlag, als man drei Par­ti­en in Se­rie (1:3 beim SV Sand­hau­sen, zu­hau­se 0:1 ge­gen RB Leip­zig und dann ein 1:2 bei Ar­mi­nia Bie­le­feld) ver­lor und die ge­plan­te Auf­hol­jagd in der Li­ga wie­der zur Ma­ku­la­tur wur­de. Was ex­trem är­ger­lich war, weil man ge­gen Ti­tel­aspi­rant Leip­zig und in Bie­le­feld die bes­se­re Mann­schaft war. Doch wie in so vie­len Spie­len zu­vor, war man nicht in der La­ge, sei­ne Chan­cen ef­fek­tiv zu nut­zen. Mit acht Nie­der­la­gen in 19 Par­ti­en ver­bie­tet sich ei­gent­lich der Blick nach oben, doch in die­ser Sai­son „glän­zen“zwei Drit­tel der Zweit­li­ga-Clubs mit feh­len­der Konstanz. Die Kon­se­quenz: Zwi­schen Platz drei, den der 1. FC Nürn­berg mit 33 Punk­ten be­legt, und Rang 14 (FSV Frankfurt, 22 Zäh­ler) lie­gen nur elf Punk­te Dif­fe­renz. Und wie man mit ei­ner Se­rie von fünf Sie­gen plötz­lich zum Auf­stiegs­kan­di­dat wird, hat ja ge­ra­de erst der 1. FCN ein­drucks­voll be­wie­sen. Der früh an­ge­kün­dig­te und frei­wil­li­ge Ab­schied von Coach Kauc­zin­ski im Som­mer 2016 hat auf je­den Fall kei­ne Spu­ren hin­ter­las­sen. Der Trai­ner ist „heiß“auf ei­nen gu­ten Ab­schied, das Team deut­lich sta­bi­ler als zu Sai­son­be­ginn – und das „Ta­bel­lenNie­mands­land“viel­leicht doch nicht die schlech­tes­te Ba­sis, um sich in den ver­blei­ben­den 15 Sai­son­spie­len noch ein­mal nach oben zu ori­en­tie­ren.

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