Po­li­zei zeigt Prä­senz

Nach der Ter­ror­war­nung wird nach Ver­däch­ti­gen ge­sucht

Der Sonntag (Mittelbaden) - - ERSTE SEITE -

Nach dem Ter­ror­alarm von München fahn­det die Po­li­zei wei­ter in­ten­siv nach is­la­mis­ti­schen Ex­tre­mis­ten. Un­klar blieb ges­tern, wel­chen rea­len Hin­ter­grund die War­nun­gen vor An­schlä­gen hat­ten. Bay­erns Mi­nis­ter­prä­si­dent Horst See­ho­fer (CSU) sag­te: „Die Be­dro­hung war ernst zu neh­men, und die Be­hör­den ha­ben total rich­tig re­agiert.“100 bis 200 Be­am­te wa­ren er­neut zu­sätz­lich im Di­enst. Die La­ge in der baye­ri­schen Lan­des­haupt­stadt blieb ent­spannt. Die Be­hör­den hat­ten am Sil­ves­ter­abend den Münch­ner Haupt­bahn­hof so­wie den Bahn­hof im Stadt­teil Pa­sing eva­ku­iert. Der Ak­ti­on wa­ren Hin­wei­se be­freun­de­ter Ge­heim­diens­maß­li­chen te vor­aus­ge­gan­gen. Ih­nen zu­fol­ge be­stand der kon­kre­te Ver­dacht, dass fünf bis sie­ben An­hän­ger der Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on Is­la­mi­scher Staat (IS) ge­gen Mit­ter­nacht An­schlä­ge wie in Pa­ris ver­üben woll­ten. Die Si­cher­heits­kräf­te wa­ren ges­tern wei­ter ver­stärkt im Ein­satz. „Wir ha­ben mehr Po­li­zei, die in der Stadt un­ter­wegs ist“, sag­te ein Po­li­zei­spre­cher. Von ei­ner kon­kre­ten An­schlag­ge­fahr gin­gen die Be­hör­den aber nicht mehr aus. Neue Er­kennt­nis­se ge­be es nicht. „Wir sind froh, dass es nichts Neu­es gibt.“In der Stadt sei es sehr ru­hig. Ob die Po­li­zei auch heu­te ih­re Kräf­te ver­stärkt hält, war zu­nächst of­fen: „Das wird la­ge­ab­hän­gig ent­schie­den.“Für die Er­mitt­lun­gen zu den mut- Ter­ro­ris­ten wer­te­te die Po­li­zei auch Hin­wei­se aus der Be­völ­ke­rung aus. Vie­le Münch­ner hat­ten sich am Sil­ves­ter­abend und am Neu­jahrs­tag mit Fra­gen zur Si­cher­heit, aber auch Be­ob­ach­tun­gen bei der Po­li­zei ge­mel­det. Un­klar blieb, ob es die teils na­ment­lich ge­nann­ten Ver­däch­tig­ten aus Sy­ri­en und dem Irak über­haupt gibt. Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re und Uni­ons­frak­ti­ons­chef Vol­ker Kau­der spra­chen sich für ei­ne en­ge­re Ko­ope­ra­ti­on mit aus­län­di­schen Si­cher­heits­be­hör­den aus. De Mai­ziè­re sag­te: „In Zu­kunft wird es noch in­ten­si­ver als bis­her dar­auf an­kom­men, dass wir mit den Si­cher­heits­be­hör­den an­de­rer Staa­ten eng zu­sam­men­ar­bei­ten.“

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